Schleswig-Holstein

Ruth Kastner erneut zur Grünen-Chefin gewählt

Ruth Kastner ist am Sonnabend erneut als Chefin der Nord-Grünen bestätigt worden

Ruth Kastner ist am Sonnabend erneut als Chefin der Nord-Grünen bestätigt worden

Foto: Markus Scholz / dpa

Schleswig-Holsteins Grüne haben eine erneuerte Doppelspitze gewählt: Ruth Kastner bleibt Vorsitzende, Co-Chef wird Arfst Wagner.

Lübeck. Ruth Kastner bleibt Landesvorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein. Die 63-Jährige erhielt bei ihrer Wiederwahl auf einem Landesparteitag in Lübeck am Sonnabend 83,5 Prozent der Stimmen. Sie hatte keine Gegenkandidatin. 106 Delegierte stimmten für Kastner, 10 gegen sie, 11 enthielten sich.

Zum neuen Co-Vorsitzenden wurde der ehemalige Bundestagsabgeordnete Arfst Wagner (61) gewählt. Der Lehrer setzte sich in einer Stichwahl mit 61:56 Stimmen gegen den Studenten Lasse Petersdotter (25) durch. Amtsinhaber Peter Stoltenberg (65) war nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden, nachdem er nur 33 Stimmen bekommen hatte.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck kann nun zudem mit kräftiger Rückendeckung der Landes-Grünen rechnen. Der Landesparteitag unterstützte die Pläne des 45-Jährigen, Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl 2017 zu werden.

Habeck verteidigte seine frühzeitige Bewerbung für die Spitzenkandidatur. Er wisse, dass er in der Partei Überraschung und auch Enttäuschungen ausgelöst habe. Er glaube aber nach Gesprächen mit der Bundesspitze an die Chance, aus dieser Situation heraus die Partei weiter nach vorne zu bringen.

Seine Kandidatur sei vielleicht naiv, sicherlich riskant und gehe eventuell grandios schief, sagte Habeck. „Dann hat sich die Partei bewusst anders entschieden. Aber auch das ist allemal besser als ein bewusstloses Taumeln durch Rituale.“ Eine Partei brauche eine Wahl. „Politik fängt ja gerade eben erst da an, wo wir den Raum des vermeintlichen Sachzwangs und der vorgeblichen Notwendigkeit verlassen.“

Parteichef Cem Özdemir, dem ebenfalls Ambitionen auf die Spitzenkandidatur nachgesagt werden, hatte Tage vor Habecks offizieller Ankündigung davor gewarnt, jetzt eine Debatte über die Spitzenkandidatur zu führen, weil dies nicht an der Zeit sei. Später lobte er Habeck aber als „Klassetyp“. Der „Tageszeitung“ („taz“/Online) sagte Özdemir nun, er werde frühestens im November erklären, ob er gegen Habeck antrete.