Sommer-Saison

In St. Peter-Ording werden schon Strandkörbe aufgestellt

An der Nordseeküste sind die ersten Strandkörbe aufgestellt. Noch vor Beginn der Badesaison warten sie auf sonnenhungrige Besucher. Wegen des rauen Nordseeklimas sind die Körbe aus pflegeleichtem Kunststoff.

St. Peter-Ording. Mit einer Art „Strandkorb-Ballett“ ist in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) die Sommer-Saison 2014 eröffnet worden. Bei strahlendem Sonnenschein wuchteten Mitarbeiter der Tourismus-Zentrale am Mittwoch die ersten Strandkörbe an ihre Plätze. Bis zum Sommer werden rund 1200 Strandkörbe aus dem Winterlager geholt, sagte Johannes Mahnsen von der Tourismus-Zentrale.

Rund 100 Kilogramm bringt ein Strandkorb zu Saisonbeginn auf die Waage. Wenn der Wind am Strand tagelang feuchten Sand in das Geflecht bläst, könne schnell die 150-Kilogramm-Marke überschritten werden, sagte Mahnsen. Zum Schutz ihrer Gesundheit dürfen die starken Männer an den Badestellen daher die Strandkörbe nicht mehr per Hand bewegen. „Wir haben uns spezielle Sackkarren gebaut“, sagte Mahnsen.

Die ersten 150 Strandkörbe kommen nicht direkt auf den Strand, sondern auf stabile Holzveranden eineinhalb Meter über dem Boden. Dort sind sie sicher vor den Frühjahrsstürmen.

Auf Sylt beginnt die Strandkorbsaison erst Ende März, wie Jutta Vielberg von der Tourismus Sylt Marketing sagte. Bis dahin müssen sich sonnenhungrige Gäste mit einigen Strandkörben in Westerland auf der Promenade sowie in Kampen auf einer Holzplattform vor dem Roten Kliff begnügen. Auch in Büsum (Kreis Dithmarschen) werden die Körbe erst in den kommenden Tagen in der Perlebucht und am Grünstrand aufgestellt.

Der Strandkorb ist eine deutsche Erfindung. 1882 hatte der mecklenburgische Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann den ersten Strandkorb aus geflochtenem Reet und mehr als 140 verschiedenen Holzleisten gebaut. Heute sind die meisten Strandkörbe aus lange haltbarem Kunststoffgeflecht gefertigt. Nach wie vor sind Strandkörbe vorwiegend an Deutschlands Küsten anzutreffen. Ihre Gesamtzahl in den Badeorten von Nord- und Ostsee wird auf rund 300.000 geschätzt.

An der rauen Nordseeküste können die robusten Körbe bei guter Pflege bis zu 15 Jahre lang das Saisongeschäft überstehen, sagte Mahnsen. Ausgemusterte Exemplare werden in St. Peter-Ording traditionell am letzten Freitag im April an Schnäppchenjäger versteigert.