Verlegung nach Nordholz

Wehmütiger Abschied der Kieler Marineflieger

Als offizieller Stichtag für die Verlegung zum Fliegerhorst nach Nordholz gilt der 1. Oktober. Bis Jahresende soll der ganze Umzug abgeschlossen sein.

Kiel. Schlussappell bei den Kieler Marinefliegern: Die Verlegung auf den Fliegerhorst Nordholz in Niedersachsen rückt näher. Am Mittwochabend feierten Marinevertreter und Gäste offiziell Abschied. Auf dem Gelände des Marinefliegergeschwaders (MFG) 5 gab es eine musikalische Zeremonie mit Ehrenformation, Fackeln und dem Überflug zweier Hubschrauber. Der offizielle Stichtag ist der 1. Oktober. „Das Geschwader hat aber schon mit dem Umzug angefangen“, sagte Fregattenkapitän Achim Winkler am Donnerstag. Der Umzug soll bis Endes des Jahres weitgehend abgeschlossen sein. Bis dahin sei ein gemeinsamer Geschwaderflug mit mehreren Hubschraubern zum neuen Standort geplant.

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Zum MFG 5 gehören knapp 1000 Bedienstete. Rund 450 ziehen mit um nach Niedersachsen. Viele andere gehen in den Ruhestand oder werden in andere Dienststellen versetzt. „Keiner bleibt auf der Strecke“, versicherte der Kommodore des Geschwaders, Fregattenkapitän Martin-Ulrich Kneip. Winkler räumte ein: „Da hängen viele Familien dran. Der Abschied ist schon mit der einen oder anderen Träne verbunden.“

Das MFG 5 ist seit 1. Januar 1958 in Kiel-Holtenau stationiert. Der Auftrag: Suche und Rettung auf See. Immer wieder waren „Sea King“-Hubschrauber an spektakulären Einsätzen beteiligt. Zum Beispiel vor Indonesien bei der Tsunami-Katastrophe 2004. Die Hubschrauber seien außerdem an der internationalen Operation „Atalanta“ im Kampf gegen Piraterie am Horn von Afrika beteiligt, sagte Winkler.

Auch im Inland erregten die Maschinen immer wieder Aufsehen durch Rettungsflüge auf See. Etwa im Oktober 2010 als die Ostseefähre „Lisco Gloria“ auf der Fahrt von Kiel nach Litauen brannte: „Dank eines „Sea King“-Hubschraubers konnte ein 14-jähriger Junge aus dem Schiff geborgen werden“, berichtete Winkler. Die Marineflieger halfen auch bei der norddeutschen Flutkatastrophe 1962, und sie waren bei der Schneekatastrophe 1978/79 im Einsatz. Die eigentliche Aufgabe des MFG 5 sei die Sicherung des militärischen und zivilen Flugverkehrs über See. „Aber der Großteil sind im weitesten Sinne Rettungseinsätze mit zivilem Hintergrund.“ Diese Einsätze würden als Amtshilfe für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger geflogen.

Dass mit dem Umzug von Kiel nach Nordholz bei Cuxhaven die Hilfe bei der Seenotrettung wegfalle, sei nicht zu befürchten, sagte Winkler. Ein Hubschrauber bleibe in Warnemünde zur Sicherung der Ostsee, ein zweiter auf Helgoland für die Nordsee. Der Umzug sei vor langer Zeit beschlossen worden, „aus logistischen Gründen und weil es kostengünstiger ist, die Marineflieger an einem Standort zu konzentrieren“, erklärte Winkler. Das MFG 5 mit seinen 21 Hubschraubern werde mit dem MFG 3 in Nordholz zusammengelegt. Dort seien unter anderem 22 „Sea Lynx“-Maschinen stationiert. Mit der jüngsten Bundeswehrreform habe der Umzug nichts zu tun.

Am Mittwochabend feierten Marinevertreter und Gäste schon einmal offiziell Abschied. Auf dem Gelände des Geschwaders gab es eine musikalische Zeremonie mit Ehrenformation, Fackeln und dem Überflug zweier Hubschrauber. Zum Geschwader gehören knapp 1000 Bedienstete. Rund 450 ziehen mit um nach Niedersachsen.

(abendblatt.de/dpa)