Bönningstedt. SV Rugenbergen führt im „Schicksalsspiel“ gegen die Kreisrivalen mit 2:1. Wieso es nicht zum Sieg reicht und ob der Trainer gehen wird.

„Ich gehe davon aus, dass ich mich am Dienstag von der Mannschaft verabschieden werde.“ Nils Hachmann sagte das unmittelbar nach dem Abpfiff seines persönlichen „Endspiels“, das die Oberliga-Fußballer des SV Rugenbergen gegen die SV Halstenbek-Rellingen mit 2:3 (0:1) verloren haben. Ligaobmann David Fock musste schlucken, als er das hörte. „Die Situation ist da, vor der wir uns alle gefürchtet haben.“

Fußball Oberligaderby: Rugenbergener Vereinsführung und Team wollen mit Hachmann weiterarbeiten

Die gesamte Saison über hatten die Entscheider beim Tabellenletzten in Bönningstedt um Clubchef Andreas Lätsch, der das Kunstrasen-Gelände an der Ellerbeker Straße schon vor dem Abpfiff verließ, Chefcoach Hachmann sowie dessen Assistenten Nikola Basta und Sven Busse immer wieder das Vertrauen ausgesprochen.

SVR-Trainer Nils Hachmann hat nach der 2:3-Heimpleite gegen die SVHR seinen Abschied vom Team für die folgende Woche in Aussicht gestellt.
SVR-Trainer Nils Hachmann hat nach der 2:3-Heimpleite gegen die SVHR seinen Abschied vom Team für die folgende Woche in Aussicht gestellt. © Ulrich Stückler | Ulrich Stückler

Vergangene Woche stellte sich Hachmann dann selbst ein Ultimatum. „Wenn wir wieder nicht gewinnen, werde ich zurücktreten. Man darf ja nicht vergessen, dass Niederlagen in der Fülle wie bisher auch an der Gesundheit zehren.“ Allerdings soll die Mannschaft ihre Trainer gebeten haben, weiterzumachen. David Fock wollte noch keine Tendenz verraten. „Alle sacken lassen und noch mal in Ruhe nachdenken.“

Mitte der zweiten Halbzeit dürfen die Bönningstedter auf drei Punkte hoffen

Zwischendurch hatten sich die SVR-Kicker in den Armen gelegen. Ex-HR-Stürmer Pascal Haase und der von Haase glänzend eingesetzte Joe Sherbourne hatten das 0:1 zur Pause gleich nach dem Anstoß zum zweiten Durchgang binnen drei Minuten in ein 2:1 gedreht. „Das war es aber noch nicht. Die Halstenbeker haben einige Asse im Ärmel, die ein Spiel ganz alleine entscheiden können“, vermutete Tim Moritz zu diesem Zeitpunkt.

Joe-Robert Sherbourne (l., SVR) bereitet gegen HR-Keeper Norman Baese das 1:1 durch Pascal Haase vor.
Joe-Robert Sherbourne (l., SVR) bereitet gegen HR-Keeper Norman Baese das 1:1 durch Pascal Haase vor. © Ulrich Stückler | Ulrich Stückler

Der frühere Innenverteidiger von Union Tornesch, am Vortag zweifacher Torschütze beim 2:0 des SV Curslack-Neuengamme über den SC Vier- und Marschlande (Landesliga Hansa) und Freund mehrerer ehemaliger Teamgefährten in den Halstenbeker Reihen, behielt Recht – weil HR-Trainer Heiko Barthel auf den Rückstand sofort mit drei Einwechselungen auf einen Schlag (Jan Eggers, Marcel Jobmann, Tim von Aspern/55.) reagierte.

Marcel Jobmann gleicht das Spiel per Kopfball aus und dreht das Match erneut

Von Aspern glückte sogleich eine Zauberflanke, doch dann vergab Omar Nabidaza zunächst die Riesenchance zum Ausgleich. SVR-Keeper Patrick Hartmann, am 0:1 von Chris Heuermann nicht schuldlos, hielt den Ball, irgendwie (56.). Dann schlug Niklas Siebert den Ball in Richtung von Jobmann, der vorbildlich das 2:2 köpfte. Aus einem Eckball von Eggers resultierte der Siegtreffer der Gäste. Niklas Petersen stürzte die Bönningstedter mit einem weiteren Kopfballtreffer in das Tal der Tränen. Mark Zimmermann (SVR) bezahlte einen Schubser mit Gelb-Rot.

In Dassendorf hatte Trainer Martin Schwabe noch gar nicht seine Video-Kamera aufgebaut, da war es auch schon passiert. Sven Möller erwischte Ersatzkeeper Daniel Atohoun auf dem verkehrten Fuß und schoss das 1:0 der Gastgeber (1.). Am Ende hatte Union Tornesch seinen Auftritt beim Tabellenführer im Kreis Herzogtum Lauenburg 1:7 (0:5) verloren.

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Beim Mannschaftsabend hinterher im Torneum führte Schwabe seinen Akteuren dann in bewegten Bildern vor Augen, was sie alles verkehrt machten. Das war an diesem Nachmittag eine ganze Menge, zurückzuführen allerdings auch auf die Klasse der Gastgeber um den früheren Bundesliga-Stürmer Martin Harnik (Saisontore zwölf und 13).

Maximilian Hartmann hatte die Gastgeber zwischendurch mit seinem Torerfolg zum 1:5 nach einem Querpass von Anil Orhan ein bisschen gekitzelt. Die Dassendorfer waren so freundlich, im zweiten Durchgang trotzdem einen Gang zurückzuschalten. „Wir waren ja von vornherein nur krasser Außenseiter.“ Schwabe beschränkte sich in seiner Kritik deshalb darauf, dass die Mannschaft den Beginn beider Halbzeiten verschlief.

Oberliga Hamburg, 19. Spieltag
SV Rugenbergen – SV Halstenbek-Rellingen 2:3.
Tore: 0:1 Heuermann (10.), 1:1 Haase (48.), 2:1 Sherbourne (50.), 2:2 Jobmann, 2:3 Petersen (82.).
Gelb-Rote Karte: Zimmermann (SVR/90.+1).

TuS Dassendorf – Union Tornesch 7:1.
Tore: 1:0, 2:0 S. Möller (1., 6.), 3:0 Harnik (21.), 4:0 Lam (32.), 5:0 Harnik (34.), 5:1 Hartmann (39.), 6:1 Maggio (48.), 7:1 Kurczinski (73.).