Bönningstedt. Bönningstedter und Neuzugang finden keinen gemeinsamen Nenner. Wie sich der SV Rugenbergen für den Abstiegskampf verstärken will.

„Max ist der kreative Kopf, der uns richtig nach vorn bringt“ (16. August). „Er hat die spielerische Qualität, funktioniert aber nicht“ (8. Oktober). Nur wenige Wochen liegen zwischen diesen beiden Aussagen von Trainer Nils Hachmann über Max Düwel. Seit Dienstag, 14. November, ist Düwel (20) bei den Oberliga-Fußballern des SV Rugenbergen, die zum Auftakt der Rückrunde auswärts gegen den FC Alsterbrüder antreten, kein Bestandteil von Gesprächen und internen Diskussionen mehr. Der Verein und der offensive Mittelfeldspieler (20) einigten sich darauf, den Anfang August geschlossenen Vertrag wieder aufzulösen.

Fußball Oberliga: Trotz Vertragsauflösung war Düwel aus sportlicher Sicht kein Flop

Letztmalig hatte das mit hohen Vorschusslorbeeren vom SV Todesfelde verpflichtete frühere Talent des FC St. Pauli am 22. Oktober in Tornesch (3:2) mitgewirkt. In den anschließenden Partien gegen den SC Victoria (ebenfalls 3:2), den TSV Sasel (1:2) und beim HEBC (0:3) gehörte er schon nicht mehr dem Aufgebot des aktuellen Tabellenletzten an. Insgesamt absolvierte Düwel zehn Pflichtspiele für den SVR. Beim 3:4 am 2. September in Düneberg erzielte er zwei Treffer, dazu lieferte er einige Torvorlagen. Sportlich hatte er sich zwar nicht als die erhoffte überragende Verstärkung, aber auch keineswegs als „Flop“ erwiesen.

Mit einem Vorfall im Training beginnt das Auseinanderdriften von Team und Spieler

Eingerissen war das Tischtuch vor dem Heimtreffen am 8. September gegen die TuS Dassendorf (0:4). Im Training hatte sich Düwel einem Nachwuchsspieler gegenüber derart im Ton vergriffen, dass der Mannschaftsrat einschritt. Nils Hachmann suspendierte den Spieler darauf hin „aus disziplinarischen Gründen“ für die darauffolgende Partie gegen den USC Paloma (1:2). Im nächsten Spiel gegen den Niendorfer TSV (1:2) wurde Düwel immerhin schon wieder eingewechselt. Teile der Mannschaft fanden zu ihm aber keine Bindung mehr – und umgekehrt.

Teammanager David Fock fasst seine Eindrücke zusammen. „Max ist ein guter Kicker, aber es hatte zwischenmenschlich nicht gepasst.“ Auf das Angebot, noch die restlichen Partien bis zur Winterpause für den SVR zu bestreiten und die Möglichkeit, sich mit guten Leistungen interessant zu machen, habe sich Düwel nicht mehr einlassen wollen. Am Dienstag lieferte er seine Spieler-Utensilien ab. Unklar ist, wo er in den nächsten Monaten unterkommen kann, nachdem er nicht nur beim SVR, sondern zuvor auch in Todesfelde einen Vertrag unterschrieben hatte.

Die kommenden Spiele entscheiden, auf welchen Positionen sich der SV Rugenbergen verstärken will

Umso klarer ist, dass der SV Rugenbergen seinen Kader trotz schwieriger Marktsituation verstärken will und auch muss. In welchem Umfang und auf welchen Positionen das zu geschehen hat, entscheidet sich in den Duellen bis zum 10. Dezember mit dem FC Alsterbrüder (11.), der SV Halstenbek-Rellingen (14.), dem FC Türkiye (15.) und FC Süderelbe (12.). Fock fordert „zehn Punkte“, um seine verwegene Erwartungshaltung angesichts von bislang erst drei Siegen in 17 Spielen auch gleich zu begründen. „Seitdem ich dabei bin, haben wir immer eine wesentlich erfolgreichere Rück- als Hinrunde gespielt.“

Hoffnung mache ihm auch die hohe Begeisterung im Training und die gute Personalsituation. Von den Stammkräften ist lediglich „Sechser“ Hendrik Rühmann, der zwischendurch in die Düwel-Rolle geschlüpft war, angeschlagen. Und überhaupt: „2025 wird unser Verein 100 Jahre alt. Es kommt nichts anderes infrage, als dass sein Aushängeschild dann immer noch in der Oberliga-Tabelle auftaucht.“

SVHR will auf eigenem Rasen gegen den HEBC überraschen

Die nach sechs sieglosen Auftritten in den Sog nach unten geratene SV Halstenbek-Rellingen ist auf dem eigenen Rasen immer für eine Überraschung gut. Das macht Trainer Heiko Barthel Hoffnung, gegen den Tabellenvierten HEBC auch ohne Sturm-Ass Björn Dohrn (Rote Karte) und trotz schlechter Voraussetzungen – Vorbereitung auf Grand und in der Halle – bestehen zu können. Die Rollen sind dabei ähnlich verteilt wie zwischen Union Tornesch (16.) und dem Überraschungsdritten TuRa Harksheide.

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In Barmstedt beim SSV Rantzau (Landesliga Hammonia-Staffel) erwartet Trainer Marcus Fürstenberg an seinem 50. Geburtstag nichts anderes als drei Punkte gegen den abstiegsbedrohten Kummerfelder SV.

Oberliga Hamburg, 18. Spieltag
FC Alsterbrüder – SV Rugenbergen. Sonntag, 14 Uhr. Hinspiel: 4:2. HA-Tipp: 1:1.
Union Tornesch – TuRa Harksheide. Sonntag, 14 Uhr. Hinspiel: 0:4. HA-Tipp: 2:4.
SV Halstenbek-Rellingen – HEBC. Sonntag, 14 Uhr. Hinspiel: 0:4. HA-Tipp: 2:2.

Landesliga, Hammonia-Staffel,16. Spieltag
HSV Barmbek-Uhlenhorst – TBS Pinneberg. Freitag, 19.30 Uhr. Hinspiel: 3:3. HA-Tipp: 3:2.
SSV Rantzau – Kummerfelder SV. Sonntag, 15 Uhr. Hinspiel: 3:3. HA-Tipp: 3:1.