Handball

Nico Kibat verlängert vorzeitig beim TSV Ellerbek

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Ulrich Stückler
Trainer Nico Kibat in der Auszeit beim erfolgreichen Saisonauftakt der Oberliga-Handballer des TSV Ellerbek gegen die SG Wift Neumünster.

Trainer Nico Kibat in der Auszeit beim erfolgreichen Saisonauftakt der Oberliga-Handballer des TSV Ellerbek gegen die SG Wift Neumünster.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Trainer des Oberliga-Männerteams will bis mindestens Sommer 2022 weitermachen. Nachricht wird auf virtueller Weihnachtsfeier vermeldet

Ellerbek.  Wer erinnert sie nicht, die wohl berühmtesten Schlussworte einer deutschen Fußball-Pressekonferenz, gesprochen im März 1998 beim FC Bayern München von Giovanni Trapattoni: „Ich habe fertig!“

War dies das Finale eines seitdem immer wieder zitierten Wutausbruchs, so stellt der jüngste Entschluss mit Verlautbarung von Nico Kibat, Trainer der Oberliga-Handballer des TSV Ellerbek, das exakte Gegenteil dar. „Ich bin in Ellerbek noch lange nicht fertig. Wir haben hier einen gemeinsamen Weg eingeschlagen, den ich mit den Jungs weitergehen möchte“, sagt der 40-Jährige.

Der als Spieler dritt-, zweit- und sogar erstligaerfahrene Coach hatte zur Saison 2019/2020 von Tobias Skerka das Traineramt beim TSV übernommen. Das, was danach kam, oder besser gesagt nicht kam, ist einer der Gründe, deretwegen sich Verein und Kibat frühzeitig für eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit entschieden haben. „Ich möchte in Ellerbek zumindest eine ganz normale Serie bestreiten dürfen, mit Hin- und Rückrunde, jeder gegen jeden“, sagte Nico Kibat.

Kibats erste Saison beim TSV endet nach 20 von 26 zu spielenden Partien

Denn bislang ist für den gebürtigen Rendsburger auf seiner ersten Station als Erwachsenen-Chefcoach nichts normal gelaufen. „Meine Premierensaison hier ist nach 20 von 26 Partien wegen Corona vorzeitig beendet worden; die aktuelle Punktrunde ist von Beginn an mit einer Qualifikations-Halbserie ohne Rückspiel und dann einer Achter- und Neuner-Runde um Meisterschaft und Abstieg angesetzt worden“, erklärt Nico Kibat. „Diese Mannschaft möchte ich aber unbedingt über eine volle Hin- und Rückrunde mit mindestens 26 Spielen begleiten dürfen. Deswegen bin ich bereits jetzt von mir aus auf die Abteilungsleitung zugegangen und habe angeboten, dass ich frühzeitig meinen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 verlängere.“

Ein Angebot, über das Abteilungs­leiter Robert Scheibengraber und Teammanager Peter Paulsen nicht lange beratschlagen mussten. „Nico ist für die Erste Herren eine super Lösung. Durch seine offene, kommunikative Art hat er viel bewegt; es gibt ein angenehmes Miteinander, ein neues Wir-Gefühl“, fasst Paulsen zusammen und geht sogar noch einen kleinen Schritt weiter. „Das Standing der Ersten Herren im Verein ist richtig gut geworden; ich würde mich für den TSV Ellerbek freuen, wenn Nico längerfristig bei uns als Trainer arbeiten würde. Das Projekt ist noch nicht zu Ende.“

Nico Kibat hofft auf eine Fortsetzung der Saison im März

Und das Gefühl, dass diese Ansicht im Wechselspiel zwischen Team und Trainer auf Gegenseitigkeit beruht, ist ein weiterer guter Grund für Kibat, frühzeitig Farbe zur Vertragsverlängerung bekennen. „Die Zusammenarbeit mit der Mannschaft macht großen Spaß“, sagt Kibat und ist sich nach nur zwei von acht vorgesehenen Vorrundenpartien sicher, „dass wir das Zeug zu einer Position unter den Top Vier und damit für einen Platz in der Meisterrunde haben. Ich bin optimistisch und glaube, dass wir das ab März auch beweisen dürfen.“ Und das gemeinsam mit einem Team, das kräftig am selben Strang mitzieht. „Es heißt ja, dass sich jeder Trainer irgendwann für eine Mannschaft abnutzt; aber ich kriege zum Glück Signale, dass die Jungs meiner noch nicht überdrüssig sind.“

Schon gar nicht nach einer so gelungenen Weihnachtsfeier. Per Video zusammengeschaltet hat das gesamte Team mit den Trainern Party gemacht und dabei auch von Kibats Verlängerung erfahren. „Ein großer Erfolg; feuchtfröhlich und mit sehr viel Spaß“, sagte Teamkapitän Yannick Giles.

Neben reichlich Gelächter und dem obligatorischem „Wichteln“ wurden zum Beispiel mit Simon Rix und Georg Butenschön auch die Sieger der Trainings-Teamchallenges gekürt. Kleine, mit Videos zu dokumentierende Fitnessaufgaben, durch die Kibat und sein Trainerteam den Leistungsanreiz seit Unterbrechung des Mannschaftstrainings hoch gehalten haben. Kibat: „Aber sowas kann man auch nicht endlos weitermachen, das nutzt sich ab. Nun haben erstmal alle über die Feiertage frei; hoffen wir, dass wir ab Februar wieder normal trainieren.“

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