American Football

Der Traum soll weitergehen, Pirates melden für die GFL

Wer zu den Fighting Pirates kommt, den erwarten professionelle Strukturen. Headcoach Jörn Maier erhält aus der Beobachterkabine Informationen über Kopfhörer zugefunkt, die er sogleich für die nächsten Spielzüge umsetzt.

Wer zu den Fighting Pirates kommt, den erwarten professionelle Strukturen. Headcoach Jörn Maier erhält aus der Beobachterkabine Informationen über Kopfhörer zugefunkt, die er sogleich für die nächsten Spielzüge umsetzt.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Elmshorner Aufsteiger hat fristgerecht Unterlagen für die höchste deutsche Spielklasse eingereicht. Jetzt muss ein Team geformt werden

Elmshorn.  „Wir haben fristgerecht zum 15. November die Lizenzunterlagen eingereicht, um im kommenden Jahr das Recht zu haben, GFL 1-Football in Elmshorn zu spielen“, sagt Jörn Maier, Headcoach der Elmshorn Fighting Pirates. Es gehe darum, die Früchte für eine jahrelange Aufbauarbeit ernten zu können. „Wir haben uns sportlich für die GFL 1 durch den Aufstieg 2019 qualifiziert. Das möchten wir uns nicht von Corona zerstören lassen“, sagt der Chefpirat.

Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr kein American Football gespielt worden. Ob im kommenden Jahr ein Spielbetrieb wieder möglich sein wird, kann niemand vorhersagen, doch die Pirates wollen in jedem Fall zum Kick-off bereit sein.

Es gilt aber, weitere Herausforderungen zu bewältigen. Ein Aspekt sind die Finanzen. Mit Hochdruck laufen Gespräche mit bestehenden Sponsoren und regionalen Unternehmen, die eine Kaperfahrt der Football-Piraten durch Erstliga-Gewässer möglich machen sollen.

Hauptsponsor ,Das Futterhaus‘ bleibt an Bord der Freibeuter. „Ich liebe den Football und habe da sehr viel Herzblut und Leidenschaft investiert. Wenn man etwa 20 Jahre bei den Fighting Pirates als Partner dabei ist, kann in so einerschweren Situation doch kein Schlussstrich gezogen werden“, sagt Herwig Eggerstedt, Gründer der Tierbedarfskette, die rund 400 Standorte in Deutschland und Österreich umfasst.

Für Elmshorn und die gesamte Region sei dieser Football-Club ein Aushängeschild mit enormer Strahlkraft, ist die Überzeugung von Eggerstedt. „Ich kann nur an die Unternehmen appellieren, den Wert dieser Marke zu erkennen. Die Pirates gehören einfach zu dieser Region“, sagt der 63-Jährige. Mittlerweile ist er nach der familieninternen Übergabe des Firmenbetriebs vor einem guten Jahr nun in die Geschäftsführers bei den Piraten eingestiegen. Die bisherige Geschäftsführerin Anißa Nowak hat – unabhängig von der Corona-Krise und den Folgen für den Football in Elmshorn – zum 1. November aufgehört.

Der Fünf-Jahres-Plan ist punktgenau aufgegangen

„Vor fünf Jahren habe ich mit Jörn Maier einen Fünf-Jahres-Plan erstellt, wie wir den Aufstieg in die GFL 1 schaffen können. Der Plan ist im exakten Zeitraum aufgegangen, das Ziel haben wir erreicht. Es wäre jetzt jammerschade, dies einfach wegzuwerfen“, sagt der Elmshorner Egger­stedt. Der Club liegt ihm persönlich sehr am Herzen – mit der Premiere in Deutschlands höchster Spielklasse soll der 1991 gegründeten Football-Abteilung im EMTV auch der finale Schritt dieser Erfolgsgeschichte gelingen.

2017 hatten die Pirates die Meisterschaft in der Regionalliga Nord eingefahren und stiegen in die GFL 2 auf. 2018 wurden die Elmshorner auf Anhieb Dritter; nur ein Jahr später holte die Mannschaft den GFL 2-Titel und setzte sich anschließend in den Aufstiegsspielen gegen den Erstligisten Düsseldorf Panther durch. Gut 2700 Zuschauer feierten am 5. Oktober 2019 im Krückaustadion den größten Erfolg der Vereinsgeschichte – von 2021 an sollen weitere Meilensteine hinzukommen.

Bis Januar gibt sich Maier Zeit, um das Gros des neuen Kaders zu formen

Dafür aber benötigt das Piratenschiff auch eine schlagkräftige Mannschaft. Von der bisherigen Crew könnten jedoch viele bei der neu geschaffenen Konkurrenz in Hamburg anmustern wollen. Die Hansestadt soll Standort für eines der acht geplanten Teams der European League Football (ELF) werden. Diese wird derzeit federführend vom TV-Experten Patrick Esume, eigentlich als Defense Coach für die Pirates vorgesehen, gegründet. Geplanter Saisonstart für die ELF: Sommer 2021.

Für Maier also reichlich Gesprächsbedarf mit bisherigen und möglichen künftigen Akteuren. Aber Corona verschafft dem Headcoach sogar ein wenig Extrazeit: „Rein sportlich betrachtet würde Anfang Januar genügen, um das Gros des Kaders formiert zu haben. Vorher wird mutmaßlich kein geregelter Sportbetrieb möglich sein.“