Baseball

Ein Jahr nach dem Titeljubel: Alligators planen für 2021

Schöne Erinnerung an die Vorsaison: Noah Jens, Robbie Ingram, André Lopacinski, Christopher Kegel, Tim Urban, Oliver Knaack, Tim Laubach und Spielertrainer Dennis Scherfisee (v. l.) bejubeln nach dem Siegpunkt gegen die Hamburg Stealers II in den schnell übergestreiften Meister-T-Shirts ihren Titelgewinn.

Schöne Erinnerung an die Vorsaison: Noah Jens, Robbie Ingram, André Lopacinski, Christopher Kegel, Tim Urban, Oliver Knaack, Tim Laubach und Spielertrainer Dennis Scherfisee (v. l.) bejubeln nach dem Siegpunkt gegen die Hamburg Stealers II in den schnell übergestreiften Meister-T-Shirts ihren Titelgewinn.

Foto: Sascha Reinhold / SR Fotografie

Elmshorner Zweitligist hat wie Nachbar und Ligarivale Holm Start bei verkürzter Saison abgesagt. Stattdessen wird der Platz umgebaut

Elmshorn.  Fast genau ein Jahr ist es nun her, dass die Zweitliga-Baseballer der Elmshorn Alligators ihren sportlich wohl bedeutendsten Tag des Jahrzehnts bejubeln durften. Rückblende: 9:10-Rückstand im neunten Inning (Spielabschnitt). André Lopacinski geht im Match gegen die Hamburg Stealers II ans Schlagmal, seine Teamkameraden Thomas Venzke und Christopher Kegel stehen auf den Bases zwei und eins.

Dann der Moment, der einen unbändigen Freudensturm auslöst: Lopacinski trifft sauber mit der Keule den gar nicht mal so schlecht in seine Richtung gepitchten Ball und schlägt ihn weit ins Spielfeld hinein. Das verschafft Venzke und Kegel genug Zeit, um alle Bases zu umrunden und die entscheidenden Runs nach Hause zu laufen. Sieg! Meister!

Corona-Einschränken wirbeln Pläne durcheinander

Die Freude, der Jubel: alles nur noch Schnee von gestern. Der harte Corona-Alltag hat auch die Elmshorn Alligators heimgesucht und nicht wenige ihrer Pläne für 2020 durcheinandergewirbelt:

Kein Training nach dem Lockdown bis zur Einführung der „Zehn-Personen-Regel“ und auch keine Testspiele wegen des bis vor kurzem noch geltenden Wettkampfverbots.

Kein Ligastart im Frühjahr mit dem Versuch der Titelverteidigung. Für die Monate August/September keine Teilnahme an einer verkürzten Zweit­ligasaison. Grund: Fehlende beziehungsweise eine zum Entscheidungszeitpunkt ungewisse Anzahl zulässiger Zuschauer hätten eine Zweitligaspielzeit mit ihren relativ hohen Fixkosten für die kleine Sparte des EMTV wirtschaftlich untragbar gemacht.

Keine Ankunft der „Transatlantik-Importe“ – US-Pitcher Robbie Ingram für seine dritte Saison an der Krückau und der neu verpflichtete kanadische Catcher Connor Patterson für seine Europapremiere hatten ihre Anreisen zum Zeitpunkt des Lockdowns noch nicht angetreten. Patterson ist nun seit Kurzem in der Schweiz aktiv, Ingram wird demnächst privat zu seiner Lebensgefährtin nach Elmshorn anreisen.

Die Allis beginnen mit Platzarbeiten – der Ballpark soll regelkonform werden

Doch untätig sind die Elmshorner nicht geblieben. Die Baseballer haben angefangen, ihre Heimspielstätte, den Alligators Ballpark an der Kaltenweide, grundlegend und vor alle notwendig umzubauen. „Wir haben bislang nur mit Sondergenehmigung so hochklassig spielen dürfen; unserem Backstop, dem Freiraum hinter der Homeplate, fehlte rund ein Drittel an Tiefe, um den Anforderungen des Verbands zu entsprechen“, sagte Dennis Scherfisee.

Der Zweitligatrainer und Spartenleiter hat indes auch erfahren, dass diese Arbeiten mit „ganz spitzem Bleistift“ ausgeführt werden müssen. „Erste Flurpläne, die wir für Kalkulationen herangezogen haben, vermittelten den Eindruck, dass der Platz ausreicht. Mittlerweile haben neue Messungen ergeben, dass uns, auch wenn wir uns präzise auf den Grundstücksgrenzen bewegen, noch ein knapper Meter fehlt. Zum Glück beinhalten die Lizenzierungsauflagen einen Passus, dass in solchen Fällen auf lokale Gegebenheiten Rücksicht genommen werden soll. Da werden wir noch mit dem Verband verhandeln müssen.“

Viel Eigenleistung senkt die Belastung für Sparte und Verein

Damit die Allis trotz verdünnter Finanzbasis („Einige Sponsoren haben angesichts der ausgefallenen Saison ihre Einlagen reduziert.“) ihr Bauvorhaben wuppen können, packen die Spartenmitglieder kräftig mit an. Scherfisee: „Wir haben Landschaftsbauer im Team, andere Sponsoren stellen Radlader zur Verfügung. Wir nutzen alle Möglichkeiten, um die Belastung für den Verein zu senken.“

Stichwort „nutzen“: Ohne Punktspiele wollen die Allis angesichts weiterer verfügbarer Platzzeiten Training und Nachwuchsförderung intensivieren. „Wir haben fast 100 Mitglieder über nahezu alle Altersgruppen verteilt. Für alle hat im Prinzip jetzt die Vorbereitung auf die Saison 2021 begonnen; diese unfreiwilligen neuen Kapazitäten wollen wir nicht vergeuden.“