Sport unter Corona-Auflagen

Von diesem Mittwoch an gilt: Nur anfassen, nicht gucken

Auf einen Blick, was demnächst wieder geht und was (noch) verboten bleibt: Handballerin Yana Hesse kann bald wieder gegen gegnerische Abwehrspielerinnen für Oberligist TSV Ellerbek auf Torejagd gehen; doch dies vorerst ohne Fans in der Halle.

Auf einen Blick, was demnächst wieder geht und was (noch) verboten bleibt: Handballerin Yana Hesse kann bald wieder gegen gegnerische Abwehrspielerinnen für Oberligist TSV Ellerbek auf Torejagd gehen; doch dies vorerst ohne Fans in der Halle.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Teamsportler dürfen wieder vorbehaltlich lokaler Genehmigung ohne Abstandsregel trainieren. Doch drinnen bleiben Zuschauer verboten

Pinneberg.  „Endlich haben wir eine Perspektive. Aber ein ganz klein wenig fühlen wir uns noch wie der volljährige Sprössling der Familie, der gerade Führerschein gemacht hat, doch Papa gibt ihm das Auto noch nicht.“ Sebastian Rieck, Spartenleiter Volleyball beim VfL Pinneberg und zweiter Vorsitzender der Volleyballgemeinschaft Halstenbek-Pinneberg, zeichnet in Worten das Bild, wie sich die Sportler der VG fühlen, nachdem die Landesregierung Lockerungen der Corona-Verhaltensmaßnahmen für Sporttreibende zum 19. August angekündigt hat. Wichtigster Passus darin: Die Ausnahme vom Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen gilt nun auch für den Wettkampfbetrieb und Sportprüfungen sowie das darauf vorbereitende Training in allen Sportarten.

Volleyballer freuen sich auf das Spiel sechs gegen sechs

„Damit können wir und alle anderen Mannschaftssportler in der Stadt Pinneberg endlich wieder so trainieren, wie die jeweilige Sportart gedacht ist. Konkret für uns heißt das, wir können endlich wieder mit sechs gegen sechs das Spielgeschehen simulieren“, sagte Rieck.

Eigentlich. Alles noch vorbehaltlich der Hallenfreigaben unter neuen Bedingungen durch den städtischen Fachdienst Kultur, Sport und Senioren. „Dafür hat der VfL Pinneberg unter Leitung von unserem Geschäftsführer Uwe Hönke umfassende Hygienekonzepte vorgelegt, und eine schnellstmögliche Prüfung ist uns seitens der Stadt zugesagt worden“, sagte Rieck erwartungsvoll.

Der VfL-Spartenleiter ist wohlwissend um die Bedeutung dieser baldigen Freigaben. „Genau genommen bringen diese Lockerungen für uns Spieler vor allem einen Wohlfühlfaktor; endlich wieder ,richtig‘ Volleyball. Aber die Vereine der Volleyballgemeinschaft können so endlich wieder den so wichtigen Neumitgliedern Kapazitäten anbieten und diese auch aufnehmen. Und mit einem absehbaren Ligastart wäre auch das Leben des Verbands ein leichteres; ohne Spielbetrieb müssten theoretisch Meldegebühren an die Vereine zurückgezahlt werden. Es hängt eben so vieles daran, dass wir wieder loslegen können.“

VfL-Handballer unterstützen Volleyballsparte mit Hallenzeit

Dabei sind die VfL/VG-Volleyballer bereits jetzt Nutznießer einer großen vereinsinternen Solidarität. Die bisherige Hauptübungsstätte, die Jupp-Becker-Halle, ist wegen Renovierung mit allen Trainingszeiten weggefallen – der Super-GAU für rund 25 Jugendliche, die hier trainieren. „Nun unterstützen uns die Handballer der HSG Pinnau, bei der neben dem TSV Prisdorf der VfL Stammverein ist, mit einer Trainingszeit am Mittwoch in der Brahmshalle“, sagt Sebastian Rieck. „Das ist eine tolle Zusammenarbeit, für die wir den Handballern nicht genug danken können.“

Das Flaggschiff der Volleyballer, das Drittligamännerteam, soll nach Verschiebung des Saisonstarts um einige Wochen nach hinten nun am 10. Oktober, 20 Uhr, erstmals um Punkte kämpfen. Gegner ist dann in der Jahnhalle ein alter Bekannter, das zweite Team des Kieler TV.

Handballerinnen können wieder mit zweitem Team gemeinsam trainieren

Ohne „Fragezeichen“ streben derweil zum Beispiel die Handballer beim TSV Ellerbek an diesem Mittwoch den Start in den „normalen“ Trainingsbetrieb an. „Nach meinem Wissenstand ist unser Hygienekonzept abgesegnet, endlich können wir nicht nur mit unserem kompletten Kader gleichzeitig trainieren“, sagte Jens Molkow, Trainer der Oberligafrauen des TSV. „Sehr wichtig war für uns auch immer, dass wir eine Trainingseinheit gemeinsam mit dem zweiten Frauenteam gestalten und die letzte Viertelstunde auch gegeneinander spielen.“

Höchste Zeit, dass Wettkampfhärte ins Spiel kommt, meint der Coach. „Wir trainieren doch schon seit acht Wochen in maximal Zehnergruppen zusammen. Den Umständen folgend aber anfangs nur Athletik, später dann positionsbezogenes Individual- und Techniktraining“, sagte Molkow, „Aber als Mannschaft wissen wir doch noch überhaupt nicht, wo wir leistungsmäßig stehen. Und Mitte Oktober sollen die Punktspiele starten.“

Also hat der Coach gleich für den 27. August einen ersten Test gegen die SH-Liga-Frauen der HSG Horst/Kiebitzreihe vereinbart. Der große Wermutstropfen hierbei bis auf Weiteres für die Handballerinnen und allen anderen Hallen-Teamsportler im Kreis: Zuschauer sind weiterhin nicht zugelassen...