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Das Personalkarussel dreht sich munter in der Bezirksliga

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Jaques de Oliveira (l.) wechselt vom Oberligisten SV Rugenbergen zwei Spielklassen abwärts zu TBS Pinneberg.

Jaques de Oliveira (l.) wechselt vom Oberligisten SV Rugenbergen zwei Spielklassen abwärts zu TBS Pinneberg.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Teil 2: Beim Blick auf die dritte Hamburger Spielklasse stellen wir die übrigen Teams der Vorsaison vor. Ein Wechsel ist spektakulär

Pinneberg.  „Vor allem wegen Spielern wie ihm bezahlen Leute Eintritt“, sagte einst Ex-Coach Andjelko Ivanko. Im Herbst seiner Karriere tritt Jaques Rodrigues de Oliveira (32) nun an, die Bezirksliga-Fußballer von TBS Pinneberg zu neuer Blüte zu führen. Zuletzt hatten sich der ballverliebte Mittelfeldspieler und der SV Rugenbergen (Oberliga) nicht über eine weitere Zusammenarbeit einigen können. Die Staffel West hat ihren „Star“. Manche nennen ihn auch „launische Diva“. Für den TBS-Vorstandsvorsitzenden Caglar Cot ist de Oliveira schlicht ein „Top-Transfer“.

Immobilienmakler, Friseur, Kebab-Imbiss, Autohäuser, Eisdiele, der Pizza-Service, Fliesenleger, Handyladen, Lebensmittel-Einzelhändler, Restaurants. Und, und, und. Mit einer ganzen Flotte an Pinneberger Geschäftsleuten im Rücken greift die Mondsichel nun nach den Sternen. Eine andere Schlussfolgerung lässt die Personalpolitik des Clubs nicht zu, auch wenn Caglar Cot öffentlich Bescheidenheit („Platz fünf.“) verbreitet.

Viele TBS-Zugänge haben schon höherklassig gespielt

Etliche der Zugänge, darunter Indrit Behrami, Cevin Clausen (SVHR) und Amin Bejaoui (früher VfL Pinneberg) sowie die zurückgekehrten Marco Sumic und Djordje Milanovic (Torwart) bringen Landesliga- oder gar Oberligaerfahrung mit. Dazu kommen Talente wie Nicolas Aslanidis (18) aus dem Nachwuchs des Niendorfer TSV, dem NTSV-Juniorencoach Kolja Hack (früherer Kapitän des SC Egenbüttel) die „besten Freistöße und Eckbälle seines Jahrgangs in Hamburg“ und einen „starken Torabschluss“ bescheinigt.

Philipp Riexinger (33) tritt an, sie alle unter einen Hut zu bringen. Der Einzelhändler aus Eidelstedt hatte bislang die Zweite des Eimsbütteler TV trainiert und davor Inter Eidelstedt aus der Kreisliga in die Landesliga geführt. Riexinger beerbt Sven Tepsic, der als Spielerberater Fuß fassen will.

TBS-Nachbar SC Pinneberg verabschiedete am Dienstag offiziell Teammanager Arno Braeger (69). Die Mannschaft dankte dem Funktionär, weiterhin als Kassenwart im Vorstand, mit einem Restaurant-Gutschein. Mittelfeldspieler Thies Raschke holte unterdessen einen dazu, nach dem sich früher halb Fußball-Hamburg die Finger leckte. Das ist sein Freund Timm Thau, pfeilschneller Flügelflitzer (SV Lurup), der nach aufsehenerregenden Leistungen für Blau-Weiß 96 Schenefeld sogar mal in der Regionalliga (VfR Neumünster) unter Vertrag gestanden hatte. Thau steht ein Wiedersehen mit der Vergangenheit bevor, nachdem sich die Blau-Weißen wegen des Abschieds etlicher Leistungsträger freiwillig aus der Landesliga zurückgezogen haben. Trainer Mathias Timm plant den Neuaufbau mit etlichen Spielern der bisherigen Reserve. Konsequenz daraus ist, dass auch die Schenefelder Zweite freiwillig (aus der Kreisliga) abstieg.

Roland Wedel muss großen Umbruch bewältigen

Fast von vorn muss auch der FC Roland Wedel anfangen. Olaf Elling übernimmt die Herkules-Aufgabe, die Elbstädter über Wasser zu halten. Ebenso steht der 1. FC Quickborn nach dem Verlust etlicher Stammspieler, darunter Torjäger Alexander Keck, vor keiner leichten Saison. Der langjährige Trainer Jan Ketelsen ist nach eigener Darstellung aber tiefenentspannt. „Zum einen haben unsere Spieler aus der Kreisliga alle ihre Qualität. Zum anderen führt mir Corona vor Augen, dass wir froh sein müssen, überhaupt wieder kicken zu dürfen.“ Täglich wird die Veröffentlichung der Staffeleinteilung erwartet. Ketelsen rechnet damit, dass sein Team aus der Staffel West in die Nord umziehen muss.

Noch länger als Ketelsen im Amt ist Ove Hinrichsen (49), der den Heidgrabener SV im zwölften Trainerjahr von den Abstiegsrängen fernhalten will. „Schließlich sind wir nicht schlechter als vergangene Serie besetzt.“ Der SV Hörnerkirchen bedauert, dass Tobias Petersen und damit reichlich Erfahrung im Mittelfeld zum VfR Horst wechselte. Dafür steht der torgefährliche Dennis Malysz nach seinem Engagement beim FC Elmshorn sowie einem Jahr in der SVH-Zweiten wieder zur Verfügung.

Der FCE hat unterdessen einen ganzen Schwung an Spielern des VfL Pinneberg geholt. Ex-Coach Wojciech Krauze, der auch die Pinneberger trainierte, vermittelte seine polnischen Landsleute Damian Suszcewicz und Jakub Kokoc sowie Klaus Dieter Giesbrecht Lorenc Kabashi, Asan Saliev an die Krückau. Nachfolger von Trainer Hauke Schmidt wird der frühere Regionalliga-Verteidiger Junior Ngole Ndame (34), der vergangene Serie noch zehn Partien für die Elmshorner absolviert hatte.

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