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Das Spitzenquartett hat sich personell neu aufgestellt

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Jesse Plüschau (r.) wechselt vom Bezirksliga-Tabellenvierten Hetlinger MTV zum Oberligaclub SC Victoria an die Hamburger Hoheluft.

Jesse Plüschau (r.) wechselt vom Bezirksliga-Tabellenvierten Hetlinger MTV zum Oberligaclub SC Victoria an die Hamburger Hoheluft.

Foto: KBS-Picture

Bezirksliga-Saisonausblick, Teil 1: Das Abendblatt beleuchtet die Situation der vier ranghöchsten Teams hinter „Corona-Staffelsieger“ Raspo

Hetlingen.  Körperlänge: 1,90 Meter. Kampfgewicht: 80 Kilogramm. Jesse Plüschau fühlt sich stark genug für die Oberliga. Mit dem Wechsel zum traditionsreichen SC Victoria hat sich der frühere Kapitän des Hetlinger MTV (24) einen großen Wunsch erfüllt.

Unterdessen droht der Traum des Kummerfelder SV von der Landesliga zu platzen. Bis gestern – offizieller Mannschaftsmeldeschluss – war nicht bekannt geworden, dass sich außer Blau-Weiß 96 weitere Teams freiwillig aus der ersten und zweiten Hamburger Spielklasse zurückziehen.

SCE-Trainer übt Kritik an den Vereinsdelegierten

„Dass die Kummerfelder als bester Vizemeister vermutlich nicht aufsteigen dürfen, ist unmöglich.“ Jörg Repenning kritisiert die Vereinsdelegierten, die sich am 22. Juni mit großer Mehrheit gegen Absteiger und so gegen den Aufstieg von Vizemeistern ausgesprochen hatten. „Da gibt es Clubs, die nur Mist verzapfen und dafür noch belohnt werden. Kummerfeld aber leistet gute Arbeit und bleibt auf der Strecke“, schimpft der Trainer des SC Egenbüttel. Ausgerechnet das eigene Team hatte dem KSV entscheidende Zähler (3:2, 0:0) abgeknöpft, sonst wären die Kummerfelder nach Quotientenregel vor Uetersen gelandet.

„Doch wir akzeptierten es jetzt so, wie es ist“, betont Nils Hachmann, der Coach des Vizemeisters. Die Kummerfelder holen nicht nur Roman Doempke und Mika Mettler von Blau-Weiß 96 dazu. Auch etliche junge Spieler aus den eigenen Reihen sowie von Union Tornesch sollen helfen, ihren Traum 2021 zu verwirklichen.

Hachmann schwärmt von Mikael Großmann, der den Torneschern wegen einer Meniskusverletzung lange in den Spielen der A-Junioren-Regionalliga gefehlt hatte. „Er ist ein Athlet, den ich links in der Abwehr oder im Mittelfeld einsetzen kann. Ich behaupte, dass wir ihn eines Tages in der Oberliga wiedersehen werden.“

Plüschaus Abschied wird mit Landesligisten kompensiert

Wo Großmann noch hin will, ist Jesse Plüschau bereits. „So sehr mir der HMTV auch am Herzen liegt, war mir doch nach einer besonderen Herausforderung zumute“, sagt der Student des Wirtschaftsingenieurwesens, der vor einem Jahr aus seinem Heimatdorf nach Hamburg-Ottensen gezogen war und sich selbst an der Hoheluft angeboten hatte. Die Hetlinger gehen davon aus, den Verlust mit reichlich Landesligaerfahrung (Enes Aptoula, Sören Raschke, Ozan Mutlu, Emre Yayla) ausgleichen zu können. Zudem freut sich Trainer Burak Bayram riesig auf die Zusammenarbeit mit seinen neuen Assistenten Michael Marx (Cosmos Wedel) und Dawid Kroll, ehemaliger Oberligaspieler des SC Weiche Flensburg 08. Wie es der Zufall so will, sind Bayram und Kroll seit einem Monat Nachbarn in Rissen.

Max Gerckens soll die Egenbütteler Torquote heben

Neben den Kummerfeldern sieht Bayram am Ende auch wieder „eklige Egenbütteler“ vorn. Jörg Repenning verspricht sich am Moorweg von Kevin Nehls, Paradestürmer des SuS Waldenau, und dem von einer beruflichen Fortbildung in den USA zurückgekehrten Max Gerckens eine Verbesserung der Torquote. Kapitän Hossein Zolfaghari (37) geht in seine 18. SCE-Saison. Fabio Stehn und Lennart Falkenberg werden allerdings nur bleiben, wenn sie nach ihrem Studium eine berufliche Anstellung im Großraum Hamburg finden. Repenning trainierte sie früher in den Nachwuchsteams von Blau-Weiß 96.

Bei der SV Lieth musste Abteilungsleiter Bo Hansen zwischendurch um den Fortbestand seiner Vereinsgast­stätte bangen. Sorgen ums Team sind unbegründet, nachdem „zwischen Tür und Angel“ die Verpflichtung der Elmshorner Jungs Dennis Ghadimi und Moritz Raasch (SV Halstenbek-Rellingen) gelang. Gleich vier Torleute im Kader hält Trainer Nico Plocharska für zwingend angebracht. „Man darf ja nicht vergessen, dass uns Knut-Ole Mohr aus familiären sowie André Prüß aus beruflichen Gründen nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.“

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