Pinneberg
Schwimmen

Pinneberger peilt Olympia-Qualifikation an

Arti Krasniqi taucht bei den Landesmeisterschaften ins Wasser. Er hofft auf eine Einladung des internationalen Olympischen Komitees.

Arti Krasniqi taucht bei den Landesmeisterschaften ins Wasser. Er hofft auf eine Einladung des internationalen Olympischen Komitees.

Foto: Thomas Maibom

Deutscher Meister Arti Krasniqi möchte im Sommer in Tokio für den Kosovo starten. Doch es gibt Hürden. Zuletzt gewann er gleich drei Titel.

Elmshorn. 2020 soll das Jahr von Arti Krasniqi werden. Der Langstreckenspezialist aus dem Swim-Team Elmshorn will die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio schaffen.

Es ist der Traum aller Leistungssportler, bei Olympia starten zu dürfen. Arti Krasniqi will diesen Traum in diesem Jahr wahr werden lassen. Doch beim Deutschen Schwimmverband sieht sich der amtierende Deutsche Meister über 10-Kilometer-Freiwasserschwimmen nicht ausreichend gefördert. Deshalb wird der 21-Jährige den Weg nach Japan über sein Heimatland Kosovo, dessen Staatsbürgerschaft Krasniqi seit drei Jahren hat, nehmen.

Für den Pinneberger hat das auf dem Weg nach Tokio große Vorteile. Während sich Schwimmer in Deutschland über ein sogenannte A-Norm qualifizieren müssen, darf der Kosovo seine Athleten über die B-Norm zu den Olympischen Spielen schicken. „Wird die Qualifikation über die A-Norm angestrebt, dürfen zwei Schwimmer bei den Spielen starten. Bei der B-Norm ist aber nur einer pro Nation startberechtigt“, weiß Arti Krasniqi um die Tücken der leichteren Qualifikation.

„Aber ich habe schon einmal in den Bestenlisten nachgeschaut. Im Kosovo gibt es derzeit keinen schnelleren Schwimmer“, verrät Krasniqi. Über 1500 Meter liegt der Wert für die A-Norm beispielsweise bei 15 Minuten und 99 Hundertstel, während die B-Norm 15:26:02 Minuten als Qualifikationszeit vorschreibt. In der nationalen Rangliste sind sechs Schwimmer mit Saisonbestwerten schneller als die A-Norm notiert. Krasniqi liegt auf Platz zehn mit 15:21:89 Minuten. Das würde schon als Qualifikation über die B-Norm für die Olympischen Spiele ausreichen. Aber für die Athleten, die „nur“ die B-Norm erfüllen, kommt eine weitere Hürde auf dem Weg nach Tokio hinzu. Sie müssen vom internationalen Olympischen Komitee zu den Wettbewerben eingeladen werden.

Es kommt also noch eine Menge Arbeit auf Arti Krasniqi und seinen Trainer Jörg Freyher zu. Für letzteren ist es Neuland, einen Athleten auf Olympische Spiele vorzubereiten. „Wir werden härter als zuvor arbeiten“, verspricht Freyher. Sprich neun bis zehnmal pro Woche wird Krasniqi trainieren. Einen unschätzbaren Vorteil hat das Duo aber an seiner Seite. Mit Heiko Hell schwimmt ein ehemaliger Olympionike im Swim-Team Elmshorn. „Wir können von Heikos Erfahrung, gerade in der Vorbereitung auf solch einen großen Wettbewerb nur profitieren“, freut sich Freyher über die Kompetente Unterstützung.

Der ehemalige Nationalschwimmer sieht seine Rolle eher kleiner an. „Klar, Arti hat für alle Fälle meine Telefonnummer. Aber er ist gut genug, den sportlichen Teil selber zu schaffen. Für Tipps, gerade was das Drumherum bei den Olympischen Spielen angeht, kann er mich jederzeit anrufen“, sagt der neunfache Deutsche Meister Hell.

Einen guten Start ins Olympia-Jahr hat Arti Krasniqi jedenfalls hingelegt. Bei den Landesmeisterschaften Lange Strecke, die traditionell in Elmshorn stattfinden, wurde der STE-Schwimmer Landesmeister auf allen drei geschwommenen Strecken über 800- und 1500-Meter-Freistil und 400-Meter- Lagen. „Der Titel auf der Lagenstrecke kam überraschend. Eigentlich war Fynn Niclas Mohlfeld von der SG Stormarn Barsbüttel Top-Favorit. Aber als der krank absagte, war der Weg für Arti zum Dreifacherfolg frei“, sagte Jörg Freyher. Bei den Frauen konnte Lara Günther sich den Landesmeistertitel über 800 Meter Freistil vor Vereinskameradin Miriam Fraß sichern. Letztere wurde auch Vizemeisterin über 1500 Meter. Ebenfalls Vizemeister wurde Heiko Hell über 1500 Meter. Komplettiert wurde die Elmshorner Erfolg durch 17 Jahrgangstitel.

Dreifacherfolge feierten Moritz Hell (Jahrgang 2006), Christian Derdak (2004) und Inga Prätorius (2008). Zwei Titel holte Lara Günther (2004). Je einmal Beste wurde Nele Praetorius (2006), Chiara Böwig (2005), Heiko Hell (Altersklasse 40), Frank Reimann (AK 60), Tanja Schwindt-Urbanczyk (AK 45) und Corinna von Appen-Wehde (AK 55).

Das Swim-Team Elmshorn kämpft um den Klassenerhalt

Jörg Freyher freute sich aber nicht nur über Goldmedaillen. „Mit Sarah Bunk und Lasse Tschirner überzeugten auch zwei Aktive aus der sogenannten zweiten Reihe, auch wenn sie keine Goldmedaillen gewinnen konnten“, sagte Freyher.

Für die Elmshorner beginnt jetzt nach der ersten Meisterschaft die Vorbereitung auf eine ganz schwere Aufgabe. Am 1. Februar sind die Deutsche Mannschaftsmeisterschaften Schwimmen (DMS ) in Kiel. Die Elmshorner kämpfen um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. „Uns fehlt bei den Herren Jacob Heidtmann und bei den Frauen neben der jetzt für Würzburg startenden Lea Boy die Schlump-Schwestern, die an den Stützpunkt nach Magdeburg gewechselt sind“, zählt Jörg Freyher auf.

Letztes Jahr war es schon knapp mit dem Klassenerhalt, diesmal wird es deutlich schwerer, in Kiel zu bestehen.

Alle LM-Ergebnisse: www.shsv.de unter der Rubrik Schwimmen/Meisterschaften.