Pinneberg
Basketball

Rist-Frauen erobern die Tabellenspitze

Katharina Kühn (l.) zieht bei ihrem Saisondebüt für den SC Rist an Gegenspielerin Nora Reimann vorbei.

Katharina Kühn (l.) zieht bei ihrem Saisondebüt für den SC Rist an Gegenspielerin Nora Reimann vorbei.

Foto: KBS-Picture Kalle Meincke / KBS-picture

Nach dem 68:49-Heimsieg gegen Göttingen ist der Aufstiegskandidat in der 1. Regionalliga ab sofort der Gejagte. Auch in Wolfenbüttel.

Wedel. Das mittelfristige Ziel der Rist-Frauen ist der Sprung in die 2. Basketball-Bundesliga. Doch die derzeitige Lage könnte den Plan schon früher als angedacht Wirklichkeit werden lassen. Der SC Rist Wedel steht in der Tabelle ganz oben. Nach dem 68:49-Heimsieg der Wedelerinnen in der Steinberghalle gegen den ASC 46 Göttingen hat der
SC Rist mit den Niedersachsen nach Siegen gleichgezogen und aufgrund des gewonnen direkten Vergleichs die Tabellenspitze übernommen. Beide Mannschaften weisen nun 18 Punkte auf.

Es sind noch acht Spiele in der 1. Regionalliga zu bestreiten. Im März 2020 wird (sportlich) endgültig abgerechnet. Ob das Team von Trainer Olli Böttcher und Assistenzcoach Gundula Laabs die Formkurve aufsteigend halten kann, ist nicht vorhersehbar. Nur der Meister hat das sportliche Recht, aufzusteigen.

„Generell sind wir uns des Themas natürlich bewusst, wir beschäftigen uns intern damit und führen Gespräche“, sagt Andrea Koschek, Vorsitzende des SC Rist Wedel. Zum jetzigen Zeitpunkt könne bei der Vielzahl an Faktoren – unter anderem Finanzen, Strukturen, Personal auf und neben dem Platz – noch keine seriöse und abschließende Entscheidung getroffen werden.

„Im Spiel gegen Göttingen hat das Team eine Top-Leistung abgerufen, auf die wir stolz sein können“, sagte Andrea Koschek. Noch kurz vor dem Jahreswechsel hatte Böttcher seine Spielerinnen einmal zum Training gebeten: „Die Mädchen sind seit dem 30. Dezember so was von fokussiert auf dieses Spiel gewesen.“ Gemeinsam mit Laabs hatte er das Ziel ausgegeben, nicht nur die Partie zu gewinnen, sondern möglichst auch den direkten Vergleich auf die Wedeler Seite zu ziehen, also die Differenz des Hinspiels (50:58) zu tilgen.

Der ASC fand besser ins Spiel und führte mit 10:6, ehe die Wedeler mehr und mehr das Geschehen an sich rissen. „Dann haben wir besser verteidigt, was in den letzten Wochen ja immer unsere Stärke war“, so Böttcher.

Erstmals in dieser Saison konnte Böttcher auf die langjährige Bundesliga- und Nationalspielerin Katharina Kühn zurückgreifen, die unter dem Korb zusammen mit Jessica Höötmann ein starkes Doppel bildete. „Die beiden haben vor allem den jüngeren Mädchen sehr viele Impulse und sehr viel Sicherheit gegeben“, betonte Böttcher.

Aus einer tollen Einheit habe Jessica Höötmann herausgeragt, lobte der Trainer. Schon im Laufe des ersten Viertels machten sich die Wedeler Vorteile auf den großen Positionen – Power Forward und Center – bemerkbar. Rist bestimmte das Geschehen, in die erste Pause ging es mit einer 22:14-Führung. Die Wedelerinnen gewannen alle vier Abschnitte. „Wir haben Göttingen überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen“, sagte Böttcher.

SC Rist Wedel stellt die beste Defense der Liga

Auch das Ziel, wieder einmal den Gegner unter 50 Punkten zu halten, gelang den dominanten Wedelerinnen. Nur 429 Gegenpunkte hat der SC Rist in den bisherigen neun Spielen kassiert – eine Partie fiel aus. Mit einem Durchschnittswert von 47,6 in dieser Kategorie wird nirgendwo sonst in der 1. Regionalliga so gut „Beton angerührt“ wie in Wedel. Großes Augenmerk im Spitzenduell legte Böttcher darauf, Göttingens Kanadierin Kerri Kuzbyt an die Leine zu nehmen. Auch das funktionierte aus Sicht des Gastgebers gut.

Nach dem Sprung an die Spitze – für den Gegner war es die erste Saisonniederlage überhaupt – ist der SC Rist Wedel künftig der Gejagte. Schon am kommenden Sonnabend wartet die nächste schwere Prüfung, auswärts gegen den Tabellendritten MTV/BG Wolfenbüttel. Böttcher: „Wir müssen die Spannung jetzt beibehalten. Die Mädchen arbeiten sehr, sehr gut. Man hat gesehen: Die Pause hat zwar gut getan, aber seitdem wir wieder im Training sind, sind sie sehr
fokussiert und mit großer Intensität und Leidenschaft dabei.“

Das Hinspiel gegen Wolfenbüttel Mitte Oktober war ausgefallen, die Wedelerinnen gewannen damals am grünen Tisch die beiden Punkte für einen Sieg, da die Niedersächsinnen nicht genügend Spielerinnen zusammenbekamen. „Wolfenbüttel wird richtig heiß sein. Wir müssen unsere beste Leistung abrufen, um da zu bestehen“, sagt Böttcher.

Am Sonnabend, 25. Januar, steht das nächste Heimspiel für den SC Rist in der Steinberghalle an. Um 19.30 Uhr ist der TuS Lichterfelde zu Gast.

Viertel-Ergebnisse: 22:14, 14:13, 18:13, 14:9.

SC Rist (Punkte): Jessica Höötmann (15), Leonie Rosemeyer (13), Katharina Kühn (12), Matilda Schmalisch (8), Genevive Wedemeyer (7), Lena Goerke, Anna Suckstorff (je 4), Luisa Garsoffky-Strey (3), Karlotta Schmalisch (2).