Pinneberg
Basketball

Den Wedelern gelingt Favoritensturz in Schwelm

Osaro Jürgen Rich gelingt Sekunden vor dem Ende ein Steal mit anschließendem Korbleger zum 85:80-Endstand.

Osaro Jürgen Rich gelingt Sekunden vor dem Ende ein Steal mit anschließendem Korbleger zum 85:80-Endstand.

Foto: Ulrich Stückler

Pro B-Team gewinnt am 14. Spieltag mit 85:80 beim bis dahin zu Hause noch ungeschlagenen Spitzenreiter. Sonntag folgt ein Heimspiel.

Wedel. Acht Sekunden vor Schluss bringt Jalen Ross die Zweitliga-Basketballer des SC Rist beim bis dahin zu Hause ungeschlagenen Pro B-Spitzenreiter EN Baskets Schwelm durch zwei Freiwürfe mit 83:80 in Führung. Anschließend klaut Osaro Jürgen Rich seinem Gegenspieler an der Mittellinie den Ball und legt ihn zum 85:80-Endstand in den Korb. Die Schlusspunkte zu einem überraschend erfolgreichen Jahresbeginn.

Dabei waren die Wedeler als Tabellenachter und Außenseiter nach Nordrhein-Westfalen gefahren. Alle seine fünf Heimspiele zuvor hatte der Spitzenreiter der Nordstaffel gewonnen – nun hat das Team von Cheftrainer Benka Barloschky dem Favoriten seine erst dritte Saisonniederlage am 14. Spieltag zugefügt. „Wir haben das klar thematisiert. Schwelm ist eine gute Mannschaft und steht auch zu Recht dort oben in der Tabelle, finde ich. Aber wenn wir voll besetzt sind, können wir jede Mannschaft in der Liga schlagen, da sind wir auch sehr selbstbewusst“, sagte Barloschky. Alle Optionen hatten dem 32 Jahre alten Coach allerdings in Schwelm auch nicht zur Verfügung gestanden. Matej Jelovcic war krank, Joshua Lübken laboriert an einer Hüftprellung, die Nachwuchsspieler Semjon Weilguny und Nikola Sredojevic traten beim NBBL-Turnier in Düsseldorf an.

Kampfgeist des SC Rist war Schlüssel zum Auswärtssieg

Zu den Aufgabenstellungen für die erste Partie des Jahres gehörte, Schwelms US-Amerikaner Montrael Scott, Top-Scorer mit bis dato 18,2 Punkten im Schnitt, in seinem Wirken einzuschränken. „Das ist uns auch ganz gut gelungen“, sagte Barloschky. Völlig auszuschalten war Scott nicht, blieb mit 14 Punkten jedoch unter seinem Durchschnitt. „Doch der größte Grund, warum wir das Spiel gewonnen haben, war, dass wir uns nicht aufgegeben haben, dass wir immer weitergekämpft haben“, betonte Barloschky.

Fünfeinhalb Minuten vor dem Ende lag der SC Rist mit acht Punkten zurück (60:68), gute zwei Minuten vor Schluss waren es noch vier Punkte (73:77). Es folgten zwei erfolgreiche Freiwürfe und ein Dreier vom stark aufspielenden Justus Hollatz (23 Punkte) zur 78:77-Gästeführung. Mit einem weiteren Korbleger brachte Hollatz die Wedeler sogar mit drei Zählern in Führung. Die Schwelmer antworteten nach einem getroffenen Rich-Freiwurf mit einem Drei-Punkte-Schuss (81:80), ehe die Wedeler wie beschrieben den vierten Auswärtssieg perfekt machten.

Zwischendurch war der SC Rist schon neun Punkte in Führung

Im ersten Viertel kamen die Wedeler in erster Linie über Center Aurimas Adomaitis zum Erfolg, während auf der Gegenseite der Däne David Knudsen auftrumpfen konnte. Wedel führte zu Beginn der zweiten zehn Minuten mit 21:20. Auch in der ersten Hälfte des zweiten Abschnitts war der SC Rist stets in Front. Ross traf drei Dreier und erhöhte zwischenzeitlich auf 33:24.

Doch der Gastgeber ließ sich davon nicht beeindrucken. Unmittelbar vor der Halbzeitpause war Knudsen erneut zur Stelle und traf mit ablaufender Zeit. Der SC Rist lag 38:43 zurück – und hatte bis dahin vor allem mit dem Dänen –15 Punkten bei einer Trefferquote von 78 Prozent – große Probleme.

Es habe zudem Schwierigkeiten beim Umschalten von Angriff auf Ver­teidigung gegeben, sagte Barloschky.
17 Zähler erzielte Schwelm in den ersten beiden Vierteln nach Fast Breaks, am Ende der Begegnung waren es 21. „Da haben wir uns im Laufe des Spiels also sehr verbessert“, sagte der Rist-Trainer, der sich auch über die elf (!) durch die Wedeler herbeigeführten Ballverluste des Gegners im vierten Viertel freute.

Am kommenden Sonntag ist dann der Aufsteiger ART Giants Düsseldorf zum ersten Heimspiel 2020 in Wedel zu Gast (17 Uhr, Steinberghalle).