Pinneberg
Basketball

76:81 – Merry Ristmas wird zum Geschenk für die Gäste

Wedels Jalen Ross zieht am ehemaligen Rister Lars Kamp vorbei.

Wedels Jalen Ross zieht am ehemaligen Rister Lars Kamp vorbei.

Foto: Frederik Büll

Pro-B-Team des SC Rist Wedel verliert zu Hause gegen VfL SparkassenStars. Die Bochumer werden vom ehemaligen Rist-Coach Felix Banobre trainiert

Wedel.  Für Lars Kamp, der von 2016 bis 2019 in Wedel und bei den Hamburg Towers gespielt hatte, wird Weihnachten in diesem Jahr vorverlegt. Erst gewann er mit den Zweitliga-Basketballern der VfL SparkassenStars Bochum 81:76 (40:38) das „Merry Ristmas“-Duell gegen seinen Ex-Verein SC Rist. Dann begeht der Bochum-Akteur in seinem alten Wohnort Hamburg vorab Heiligabend mit seiner Freundin. Die Abreise steht am Dienstag an.

Am gestrigen Sonntag schaute Kamp mit seinem aktuellen Teamkollegen Marius Behr – ebenfalls in diesem Zeitraum in Wedel und Wilhelmsburg unterwegs – noch beim Heimspiel der Hamburger gegen Alba Berlin vorbei. Nur Bochum-Coach Felix Banobre, der nach Ablauf seines Drei-Jahres-Vertrages beim SC Rist den Club verlassen hatte, fuhr gleich mit seiner neuen Mannschaft zurück nach Nordrhein-Westfalen und verbringt das Weihnachtsfest in seiner spanischen Heimat La Coruña.

Von der Riege der Exil-Wedeler in reihen der Bochumer fehlte lediglich Ex-Kapitän Mario Blessing, der seit gut drei Monaten verletzt ausfällt, und auf die Auswärtstour verzichtet hatte. Bevor nun endgültig alle besinnlich werden, stand vor gut 600 Zuschauern beim traditionellen Basketball-Weihnachtsfest mit anschließender Party ein umkämpftes Duell an. Der Wunsch von Rist-Trainer Benka Barloschky, bei seinem ersten „Merry Ristmas“ einen Heimsieg zu holen, blieb unerfüllt. „Aber der Hauptfokus lag darauf, dass alle Leute, die in die Halle gekommen sind, gerne wiederkommen, weil sie gesehen haben, dass wir Energie aufs Feld bringen und alles, was wir haben, auf dem Feld lassen. Ich finde, dass haben die Jungs gut gemacht“, sagte Barloschky.

Am Ende haperte es daran, dass Spielzüge nicht sauber zu Ende gebracht wurden und die Würfe nicht im Ziel landeten. „Conner Washington hat die Plays auf der Bochumer Seite gemacht. Wir haben sie nicht gemacht, wir haben die Würfe nicht getroffen und dann verlierst du so ein Spiel“, sagte Benka Barloschky über den britischen Gäste-Topscorer, der 20 Zähler beisteuerte.

Ausgerechnet beim Merry Ristmas fehlen die Cheerleader

Nach zehn Minuten führte der Gastgeber, der ausgerechnet beim Merry Ristmas auf die eigenen Cheerleaderinnen (Landesmeisterschaft in Neumünster), die sonst Artistik mit Weihnachtsflair kombinieren, verzichten musste, mit 20:15. Zur Halbzeit lag der SC Rist mit 38:40 zurück. Mit einem kleinen Vorsprung von 62:58 ging es in den finalen Abschnitt. Eine Minute und 26 Sekunden vor Schluss traf Bochums Washington per Dreier zum 75:74, gab der Partie damit die letzte Wendung und war später auch an der Freiwurflinie zur Stelle. Zuvor hatte in der Schlussphase viel für die Rister gesprochen.

„Am Ende fiel die Entscheidung zu unseren Gunsten aus, Wedel hätte genauso gut gewinnen können. Es war ein hart umkämpftes Spiel, das schön anzuschauen war“, sagte Bochums Trainer Felix Banobre an alter Wirkungsstätte. „Die Verteidigungen auf beiden Seiten haben gut gearbeitet, auch offensiv lief es. Wir haben am Ende wichtige Würfe getroffen“, sagte Banobre, der offen über seine Gefühle sprach. Als sein Team in Bochum gegen Wedel gespielt habe, „war ich nervös, wollte das aber nicht zeigen. Aber diesmal war ich noch nervöser. Ich habe mich komisch gefühlt, denn ich bin diesmal in eine andere Umkleidekabine gegangen, war auf der anderen Bank, hatte einen anderen Blickwinkel aufs Spielfeld als früher. Ich habe überall bekannte Gesichter gesehen. Klar, wenn man gegen Wedel spielt, will man gewinnen, das ist Profisport. Aber ein Stück des Herzens ist trotzdem immer in Wedel“, sagte er. Als zum Beispiel die jungen Leif Möller (16) und Linus Hoffmann (17) auf dem Feld standen, habe er seinen Spielern gesagt, dass beide hart verteidigt werden müssen – und dann habe ihm das irgendwie auch gleich wieder leid getan.

„Beide Spiele gegen Wedel waren hart umkämpft. Es ist immer was besonderes, wenn man gegen seine alten Kollegen spielt. Sie haben in Bochum gewonnen, wir in Wedel. In einem Heimspiel zu gewinnen ist eigentlich immer schöner“, sagte Marius Behr. Der hatte schon gleich nach der 64:72-Niederlage Ende September auf eine erfolgreiche Revanche gesetzt. „Wir haben uns hier in der Halle zumindest nicht verlaufen und schon vor der Partie die Chance genutzt, kurz mal in der alten Kabine vorbeizuschauen. Es hat immer Spaß gemacht, hier zu spielen“, so Kamp, der neun Punkte erzielte. Behr kam auf drei Punkte.

Für die Wedeler geht es nun in den Weihnachtsurlaub. „Die Jungs bekommen ein paar Tage frei. Ich glaube, das ist auch wichtig, dass sie zu ihren Familien fahren. Jalen Ross fliegt in die USA, auch Matej Jelovcic geht nach Kroatien. Die Saison ist lang, da muss man auch mal den Kopf abschalten und ein bisschen vom Basketball wegkommen“, sagt Barloschky. Noch in diesem Jahr wird am 30. Dezember und auch am 31. Dezember wieder trainiert. Am Sonnabend, 4. Januar, geht es für den Tabellenachten mit dem Auswärtsspiel in Schwelm weiter.