Pinneberg
Basketball

Die Rückkehr von Fabian Strauß – dieses Mal als Gegner

So erinnern die Rist-Fans ihren Ex-Kapitän Fabian Strauß, nun kehrt er als Dresdner Trainer zurück.

So erinnern die Rist-Fans ihren Ex-Kapitän Fabian Strauß, nun kehrt er als Dresdner Trainer zurück.

Foto: Ulrich Stückler

Pro-B-Team des SC Rist empfängt am Sonntag die punktgleichen Dresden Titans. Deren Co-Trainer ist der ehemalige Kapitän der Wedeler

Wedel.  „Ich komme mit einem guten Gefühl nach Wedel. Ich war sechs Jahre dort, habe viel gelernt und bin dem Verein dankbar für das, was mir ermöglicht wurde“, sagt Dresdens Co-Trainer Fabian Strauß. Insgesamt sechs Jahre war er als Spieler und Jugendcoach für den SC Rist Wedel aktiv – ehe er im vergangenen Sommer elbaufwärts Richtung Osten der Republik entschwand.

An diesem Sonntag ist „Fabo“ Strauß am 12. Spieltag der Pro B (2. Basketball-Bundesliga) mit den Dresden Titans zu Gast in der Steinberghalle (17 Uhr). Warum wird Dresden – nach dem 95:68-Hinspielsieg vor gut einem Monat – auch in Wedel gewinnen? Strauß lacht: „Das möchte ich nicht verraten. Ich hoffe einfach, dass es ein schönes Spiel wird. Wenn wir gewinnen, wird es umso schöner“, sagt Strauß, der in Wedel eine dreijährige Ausbildung, gefördert vom Ausbildungsfond der Liga, zum Jugendcoach absolvierte.

Die Dresdner reisen bereits am Vortag an und übernachten im Hotel Freihof

Die Dresdner reisen am Sonnabend an und übernachten im Hotel Freihof am Roland. Theoretisch hätten sich die Titanen ihre bisherigen Auswärtsfahrten sparen können – das Team von Christian Steinberg hat alle alle fünf Spiele in der Fremde verloren. Die zehn eingesammelten Zähler resultieren aus Heimspielen – Tabellenplatz sieben. Direkt dahinter liegt der punktgleiche SC Rist, der nach einer Niederlagenserie von vier Partien in Folge am vergangenen Wochenende in Düsseldorf gewinnen konnte (74:57).

Die Sachsen setzten sich gegen Bernau (88:81) durch. Der US-Amerikaner Eric Palm war mit 23 Zählern Topscorer. Er ist als Shooting Guard mit 17,8 Punkten im Schnitt und 34,7 Prozent verwandelten Drei-Punkte-Würfen bester Schütze der Gäste. Auch trumpfte ein weiterer Ex-Wedeler auf. Der Lennard Larysz (22), der von 2014 bis 2016 beim SC Rist spielte, erzielte 22 Punkte.

„Lenny hat richtig an Fahrt aufgenommen. Bei Dresden ist das Trio Lenny Larysz, Eric Palm und Georg Voigtmann statistisch dominant. Das sind die Spieler, auf die wir besonders achten müssen“, sagt Rist-Coach Benka Barloschky. Center Voigtmann kommt auf einen Mittelwert von 14 Zählern, Larysz liegt bei 13,8. Letzterer war auch mit seinem aktuellen Co-Trainer Strauß, der in Dresden auch hauptverantwortlich das bislang ungeschlagene NBBL (U19)- Team coacht, in Wedel gemeinsam auf Korbjagd. „Aus dem aktuellen Wedeler Kader habe ich noch mit Aurimas Adomaitis, Jürgen Rich und Justus Hollatz gespielt“, sagt der gebürtige Thüringer Strauß, der einst aus Jena zum SC Rist kam.

Fabian Strauß verfolgt auch aus der Ferne den weiteren Weg der Wedeler

Strauß verfolgt nach wie vor ein wenig den Wedeler Weg: „Es freut mich, dass junge Spieler wie Leif Möller, an dem auch ich sportlich viel gebastelt habe, ihre Minuten in der Pro B bekommen. Das zeigt, dass sich harte Arbeit auch auszahlt.“ Strauß betreute das 16 Jahre alte Talent von der U14 an und war zudem bei ihm als Individualtrainer aktiv – eine Funktion, die er auch bei seinem neuen Arbeitgeber ausübt.

Dass der ehemalige Flügelspieler schon früh als 25-Jähriger mit Ablauf der Saison 2017/18 seine aktive Laufbahn beendete, hat er nie bereut: „Sportlich war das Limit für mich erreicht und aus finanzieller Sicht habe ich jetzt die gleichen Arbeitszeiten, muss aber meinen Körper nicht mehr schinden.“ Jegliche sportartübergreifende Liebesvergleiche, die ein gewisser Rudi Völler nun ziehen könnte, verbitten sich an dieser Stelle.

Erst durch „Jugend trainiert für Olympia“ kommt Strauß zum Basketball

Der ehemalige Fußballer, der erst mit 15 Jahren beim Nachwuchswett­bewerb Jugend-trainiert-für-Olympia als künftiger Basketballer entdeckt worden war, hat sich von allen seinen Pro B-Trainern in Wedel etwas abgeschaut. „Felix Banobre ist ein sehr empathischer und auch sympathischer Trainer, der viel Liebe zum Detail im Basketball zeigt. Michael Claxton war typisch amerikanisch, immer positiv und hatte für seine Spieler immer ein offenes Ohr. Und Sebastian Gleim ist ein echtes Arbeitstier, der eine klare Linie verfolgt. Das hat ihn in Frankfurt in die 1. Liga gebracht“, sagt Fabian Strauß, der bei den Titans einen unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben hat. Mit Banobre – Trainer in Bochum – und Stefan Altemüller – nun Headcoach beim ETV-Oberligateam – tauscht er sich regelmäßig noch aus. Die drei standen 2018/19 gemeinsam an der Seitenlinie des SC Rist. Auch zu seinen Ex-JBBL-Jungs, wie etwa Julius Bade, Nic Freyer oder Jonas Feichtinger gibt es Kontakt. Doch am Sonntag ruhen alle alten Rist-Freundschaften – zumindest für eine Partie...