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Elmshorner Freibeuter wollen in GFL oben mitmischen

Runningback Khairi Dickson soll eine dritte Saison in Folge viele Yards an Raumgewinn erlaufen.

Runningback Khairi Dickson soll eine dritte Saison in Folge viele Yards an Raumgewinn erlaufen.

Foto: Ulrich Stückler

Erstliga-Aufsteiger Fighting Pirates steckt sich hohe Ziele. Topspieler Khairi Dickson soll bleiben, weitere US-Amerikaner werden gesucht

Elmshorn.  Voraussichtlich am ersten Mai-Wochenende 2020 beginnt für die Piraten ihre Kaperfahrt in der GFL 1. Nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte – Aufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse – haben die Elmshorner Footballer Fighting Pirates ihr Wintertraining aufgenommen. Einmal pro Woche treffen sich Spieler und Coaches in der Krückauhalle, um Grundlagen für eine erfolgreiche Erstliga-Saison zu schaffen. Vor allem geht es aber auch darum, als Team zusammenzuwachsen.

Bei der Premiere am Mittwoch wurde Basketball gespielt. „Da fehlt uns schon so ziemlich das Talent. Wir werden kein gutes Basketballteam mehr; dafür haben wir eben andere Stärken“, sagt Headcoach Jörn Maier. Und die haben die Pirates den Zweitliga-Gegnern und in der Aufstiegsrelegation auch dem Erstligisten Düsseldorf Panther gezeigt.

Auf dem Kickoff-Meeting – einer Informationsveranstaltung für potenzielle Neuzugänge – hat der neue Defense Coordinator Patrick Esume schon einen Ausblick gegeben, worauf es in der GFL 1 für Elmshorn ankommen werden. „Wir haben nicht die finanziellen Mittel, die andere Teams haben. Also müssen wir einfach smarter sein.“ An Selbstbewusstsein mangelt es bei den Piraten auch nicht. Die Ziele sind hochgesteckt. „Wir wollen in die Playoffs. Das ist unser Ziel. Und wenn wir das dann erreicht haben, warum sollten wir es nicht in den German Bowl schaffen?“, sagt Maier.

Dazu müssten die Elmshorner in der acht Mannschaften umfassenden Nordstaffel vier Teams hinter sich lassen. Vorjahresaufsteiger Düsseldorf, dem allerdings viele Leistungsträger abhanden kamen, verlor alle 14 Partien – und beide Duelle mit den Piraten. „Wir müssen fokussiert und hart arbeiten. Wir dürfen uns nicht erlauben, herumzuschludern. Die Mannschaft hat auch den Wunsch, dass es eine klare Linie gibt und es noch ein Stück disziplinierter zugeht“, sagte der 48 Jahre alte Chefpirat.

Zuletzt wurden die gesteckten Ziele immer erreicht

Dass die Piraten nicht nur von Zielen träumen, sondern sie auch tatsächlich erreichen können, haben sie in der jüngeren Vergangenheit bereits bewiesen. 2016 wurde im Kick-off-Meeting die Regionalliga-Meisterschaft eingefordert. In der darauffolgenden Saison gelangen der Titelgewinn und der damit verbundene Aufstieg in die GFL 2. In den zwei Jahren Zugehörigkeit zuvor in dieser Liga hatte es für die Elmshorner kaum Erfolgserlebnisse gegeben – dennoch sollte es eine Top-4-Platzierung werden. Die Pirates wurden Dritter. 2018 gab es die Ankündigung von GFL 2-Titel und GFL 1-Aufstieg – in diesem Jahr folgte die sportliche Bestätigung auf dem Football-Feld.

Erneut hatte US-Runningback Khairi Dickson als bester GFL 2-Akteur auf dieser Position mit 34 Touchdowns und durchschnittlich 168,2 Yards Raumgewinn pro Partie einen erheblichen Anteil am Pirates-Erfolg. Voraussichtlich wird er auch 2020 für Elmshorn auflaufen. „Stand jetzt ist es so, dass er wieder zu uns kommt“, sagt Maier. Die Spielersuche läuft auf Hochtouren. Es sollen wieder vier US-Amerikaner – zwei in der Offense, zwei in der Defense – als Piraten dem Gegner das Fürchten lehren. Zudem sollen zwei Spieler aus dem europäischen Ausland kommen.

Auch das Trainerteam der Pirates wird weiter ausgebaut. Der gebürtige Waliser James Anderson wird nach dem Weihnachtsurlaub nach Elmshorn kommen. Im GFL-Team wird er die Wide Receiver und Tight Ends – die Passempfänger – coachen. Sein Fokus liegt jedoch auf seiner Arbeit als hauptamtlicher Sportdirektor der Jugend und seinem Headcoach-Job des U19-Teams.

Anderson, der zuletzt als Trainer Vizemeister in Brasilien mit Contagem Inconfidentes wurde, soll das Jugendprogramm der Piraten weiterentwickeln und damit langfristig für einen leistungsstarken Unterbau des Vereins sorgen. Der 33 Jahre alte Anderson spielte einst unter anderem in Lübeck, Marburg oder Braunschweig.

„Wir wollen nicht den Fehler anderer Teams der letzten Jahren wiederholen und uns alleine auf unser Flaggschiff, unser GFL-Team, fokussieren. Unser Ziel ist es vielmehr, den gesamten Verein weiterzuentwickeln, Strukturen zu professionalisieren, optimale Trainingsbedingungen für alle Teams zu schaffen, sowie talentierte Eigengewächse behutsam und bestmöglich aufzubauen“, sagt Pirates Sportdirektor Max Paatz.