Pinneberg
Volleyball

Zwei Kreis-Mannschaften haben Personalnot

Außenangreiferin Katja Saß, hier im Spiel gegen Parchim, reiste extra früher aus dem Urlaub ab, um der VG Elmshorn zu helfen

Außenangreiferin Katja Saß, hier im Spiel gegen Parchim, reiste extra früher aus dem Urlaub ab, um der VG Elmshorn zu helfen

Foto: FOTO: Ulrich Stückler / Ulrich Stückler

Trotzdem siegen die Frauen der VG Elmshorn zum Regionalliga-Auftakt. Neu formierte Herren der VG Halstenbek-Pinneberg sind nur zu zehnt.

Pinneberg. Zwischenzeitlich saßen sie ganz schön in der Bredouille. Die Personalnot vor dem Saisonauftakt des Regionalliga-Teams der Volleyball-Gemeinschaft Elmshorn war groß. Außenangreiferin Katja Saß reiste sogar zwei Tage vor dem offiziellen Ende ihres Italien-Urlaubs zurück in die Heimat, um beim Auswärtsduell gegen den SC Neubrandenburg die Bälle über das Netz zu schmettern. „Wir sind eben eine große Gemeinschaft. Und sie hat es auch als Selbstverständlichkeit angesehen, in solch einer Situation zu helfen“, sagte VGE-Coach Michael Behrmann, dem nur neun gesunde Spielerinnen zur Verfügung standen.

Jeweils am Satzende setzte sich die VGE entscheidend ab

Sechs davon werden mindestens auf dem Feld benötigt, um eine numerische Ausgeglichenheit herzustellen und erfolgreich gegen eine andere Mannschaft spielen zu können. Und zumindest das lief aus VG-Sicht nach einer gut dreieinhalb stündigen Anreise gen Osten optimal. Elmshorn gewann souverän mit 3:0 (25:20, 25:16, 25:19). „Das Ergebnis hört sich glatt an, aber alle Sätze waren ausgeglichen, ehe wir uns dann gegen Ende absetzen konnten“, sagte der 59 Jahre alte Coach aus Heidgraben.

Vor allem mit guten Aufschlägen („Durch die Bank haben alle gut serviert. Britta Schüman und Jocelyn Kontowski vielleicht noch eine Spur besser.“) habe man den Gegner vor große Probleme gestellt. Behrmann leistete sich sogar den Luxus, Silvia Boyens und Julia Overbeck beim Saisonauftakt nicht einzusetzen. „Da es gut lief, habe ich keinen Grund gesehen, zu wechseln. Da ist mir das Risiko, den Spielfluss zu unterbrechen, einfach zu groß“, so Behrmann. Elmshorn blieb im Rhythmus und freut sich über die ersten drei Punkte dieser Saison. „Ich bin rundum zufrieden. Es ist der Fall eingetreten, den ich mir erhofft hatte“, sagte er. Im Vorfeld hatte Behrmann darauf gesetzt, dass mit sinkender Anzahl der Spielerinnen das Konzentrationslevel jeder einzelnen ansteigen würde.

Mit einem kleinen Kader kennt sich auch Sven Klieme bestens aus. Für den Trainer der neu gegründeten VG Halstenbek-Pinneberg war lange ungewiss, ob das Herren-Team sein Startrecht in der 3. Liga Nord überhaupt wahrnimmt, weil die langjährigen Spieler aufhörten oder Neuzugänge dann doch wieder absagten. Dazu kamen viele Verletzungen.

Letztlich schlossen sich die Volleyball-Abteilungen des VfL Pinneberg und der Halstenbeker TS unter dem Vorsitz von Jan Sievers (HTS) und Stellvertreter Sebastian Rieck (VfL) zusammen. Mit zehn einsatzbereiten Spielern (Carlos Santos, Gilles Wulf-Balosch, Niels Sievers, Rasmus Böhme, Andreas Weigel, Markus Friebe, Jan Markiefka, Malte Massmann, Christian Rieck und Tom Wollesen) startet die VG am übernächsten Wochenende beim SV Preußen Berlin in ihr Drittliga-Abenteuer. Der Kader ist ein Mischung aus vielen sehr jungen Talenten und wenigen erfahrenen Akteuren. „Im Volleyball gibt es kein Transferfenster, es können immer Spieler verpflichtet werden“, sagt Coach Klieme zu möglichen Neuzugängen.

Von Beginn an werde es für sein Team dennoch nur über das sportliche Überleben gehen – da bleibt der 48 Jahre alte Trainer realistisch. „So richtig bereit für den Saisonstart sind wir nicht. Wir haben jetzt seit circa vier Wochen Klarheit, wie es weitergeht. Wir hängen zurück. Normalerweise müsste man jetzt schon viel weiter in der Vorbereitung sein“, meint Klieme. Am Sonntag testet „HaPi“ noch gegen Drittliga-Absteiger Oststeinbeker SV und deren Staffelkonkurrent VG WiWa Hamburg, „In der Woche darauf werden wir noch dreimal hart trainieren und dann nach Berlin fahren“, so der Trainer. Die Berliner hatten ebenfalls einen großen Umbruch im Kader, sodass die Erkenntnisse und das Videomaterial aus den vergangenen Jahren kaum noch von Nutzen sind.

Welche Tücken ein kleiner Kader hat, merkten die Volleyballer bereits Ende August beim Pokal-Wochenende des Hamburger Verbands. Nach Siegen gegen den OSV, die eigene Reservemannschaft und Hausbruch musste der Finaltag wegen drei erkrankten Spielern abgesagt werden.