Pinneberg
Handball

20:18 – Start in die Oberliga gelingt bei voller Hütte

Hennes Paulsen (fünf Treffer) wirft die letzten drei Tore der Partie für den TSV Ellerbek.

Hennes Paulsen (fünf Treffer) wirft die letzten drei Tore der Partie für den TSV Ellerbek.

Foto: Ulrich Stückler

Männer des TSV Ellerbek besiegen den FC St. Pauli vor 400 Zuschauern in der Harbig-Halle. Die Abwehr überzeugt wie in der Vorsaison

Ellerbek.  Das war wie in alten Tagen. Auf den proppenvollen Rängen der Harbig-Halle drängten sich rund
400 Handballfans, um den Saisonauftakt der Oberligamänner des TSV Ellerbek zu verfolgen – und das auch noch gleich im so prestigeträchtigen Derby gegen den FC St. Pauli. Es wurde zwar kein Torfeuerwerk, was mit dem Wissen um die Defensivqualitäten auch niemand wirklich erwartet hatte, aber den hart erkämpften 20:18 (10:10)-Heimsieg bejubelten die Spieler von TSV-Trainer Nico Kibat und deren Fans gleichermaßen.

Eine Woche später als der Großteil der Liga – das Punktspiel des Eröffnungstags beim THW Kiel II ist auf den 2. Oktober verlegt worden – sollten die Ellerbeker nun erfahren, was die zumeist guten Eindrücke aus der Vorbereitung Wert sind. Die Gäste vom Kiez kamen mit der Reputation des 27:24-Heimerfolgs gegen den TV Fischbek angereist. St. Pauli – ein Gegner, dessen Gesicht sich wie auch das der Ellerbeker seit der Vorsaison in einigen Punkten geändert hatte. Nur eines war von Beginn an klar: Allein voller Einsatz über 60 Minuten konnte die ersten zwei Punkte bringen.

Und zehn Minuten lang schien es so, als würde den Hausherren sogar ein Traumstart gelingen. Über 3:1 hin zum 6:3 nach zehn Minuten ließ auf ein doch unverhofft torreiches Match hoffen. Mit dem späteren fünffachen Torschützen Jesko Semmelhack (2 Treffer) sowie Arnd Sasse, Hennes Paulsen, Jesko Sauerland vom Strich und Lasse Finck schien sich auch eine große Bandbreite an Scorern für den TSV abzuzeichnen.

Zudem hatte die von Tarek Fejry dirigierte Abwehr mit den beiden hellwachen Keepern Henri Wommelsdorf (1.-18., 50.-60.) und Luis Skroce dahinter wieder ihren besten Stoff zur Verfügung – eine positive Fortsetzung der Defensivleistung aus der Vorsaison.

Doch der FC St. Pauli fing sich. Mit den Ex-Ellerbekern Jan-Hendrik Knieriem im Tor und Kreisläufer Christian Brandt gaben die Gäste ihrer Defensive mehr Stabilität. Spätestens mit dem 7:7 (16.) hatten die Abwehrreihen auf beiden Seiten bis zum Spielende das Sagen.

Dabei hatte der TSV Ellerbek gar nicht mal wenige Chancen. „Wir hätten schon in der ersten Hälfte mehr Tore machen müssen“, sagte Nico Kibat, dessen eigener geplanter Einsatz für die zweite Mannschaft in der Landesliga zwei Stunden zuvor wegen einer Handverletzung vertagt worden war. „Und in der 48. Minute hatten wir die Möglichkeit, beim 17:14 auf vier Tore davonzuziehen, vergeben aber. Daran müssen wir arbeiten, unsere Chancen besser zu nutzen.“

Und Chancen gab es genug, weil Kibats junges Team neben Ballgewinnen aus der starken Abwehr heraus auch im Positionsangriff viele gute Momente hatte. Kibat: „Wir sind oft an den Sechs-Meter-Raum vorgedrungen und haben da Siebenmeter und Zeitstrafen gezogen.“

So bewahrte der TSV auch nach dem Ausgleich (17:17) Ruhe. Rückraum­shooter Hennes Paulsen nutzte Freiräume, unter anderem nach einer Zeitstrafe (57.), zu drei Toren in Folge. Paulsen: „Wir haben als Team durchgespielt, das hebt uns von letzter Saison ab.“