Pinneberg
Fussball

Auf den Pokalsieg im Regen folgt der Kampf um die Spitze

Nassgeregnet aber standfest: Daniel Schneider (l., 1. FC Quickborn) klärt gegen SSV-Angreifer Marcel Uitz.

Nassgeregnet aber standfest: Daniel Schneider (l., 1. FC Quickborn) klärt gegen SSV-Angreifer Marcel Uitz.

Foto: Lars Mundt

Landesligist SSV Rantzau gewinnt 3:1 beim 1. FC Quickborn. Sonntag steigt das Fernduell mit der SVHR um Rang eins in der Hammonia-Staffel

Quickborn. Der Himmel öffnete seine Schleusen, in der Ferne zuckten die Blitze. Dem guten Schiedsrichter Thomas Hübner (Kickers Halstenbek) blieb es nicht erspart, die Partie zu Beginn für sieben Minuten zu unterbrechen. Als das Firmament später orange leuchtete, war das jedoch kein gutes Omen für die wie immer orange-schwarz gekleideten Bezirksliga-Fußballer des 1. FC Quickborn. Der SSV Rantzau (Landesliga) zog mit einem 3:1 (0:0)-Erfolg auf dem Kunstrasen im Holsten-Stadion in die vierte Runde des Lotto-Pokals ein.

Dabei hatten die Barmstedter im Hinblick auf die Landesliga-Partie beim SC Sternschanze Jannik Ruhser, Marvin-Jay Gibau, Flemming Bruns und Finn Krupski geschont. Und dann war da noch einer, der in Startelf fehlte – Jan-Niklas Rohr. FCQ-Trainer Jan Ketelsen ahnte, was auf sein Team zukommen würde, als diese bekannte Urgewalt im Luftkampf dann zum zweiten Durchgang auf die Bildfläche trat. „Daniel, er ist jetzt da.“ Doch Mittelfeldmann Daniel Schneider war chancenlos, als Rohr bei einem Freistoß von Onur Tiryaki
auf eine imaginäre Treppe stieg und kraftvoll das 1:0 der Gäste köpfte (57.). Ein Treffer wie bestellt und abgeholt. Ketelsen: „Für uns nicht zu verteidigen.“

FCQ muss Leistungsträger früh aus dem Spiel nehmen

Dabei hätten auch die Quickborner zu diesem Zeitpunkt führen können. Doch dann hatte Alexander Keck nach einem Fehlpass von Tim Pepe Hartlieb das Ziel in guter Position deutlich verfehlt (20.). Hartlieb holte dann im Zweikampf auf der rechten Seite mit Ali Saleh Mohammad besagten Freistoß heraus, der das Spiel entschied. Schade für den FCQ: Um Stürmer Fatih Simsek und Verteidiger Mohammad ein Farbenspiel am Boden zu ersparen, musste Ketelsen beide von der Gelb-Roten Karte bedrohten Akteure vorzeitig vom Platz holen.

Alleinunterhalter im Angriff blieb damit Keck, der in der 89. Minute seine dritte von vier Chancen in dieser Partie zum 1:2 nutzte. Drei Minuten später wäre ihm beinahe noch das 2:2 gelungen. Insgesamt betrachtet war es nach weiteren Treffern von Tiryaki (84./Zuspiel von Marcel Uitz) und des eingewechselten Marvin Jensen (90.+3/Zuspiel von Jorrit Thieme) aber ein verdienter Erfolg des SSV Rantzau.

Aufgrund eines Freiloses hatte die SV Halstenbek-Rellingen schon sechs Tage vorher Einzug in die vierte Runde gehalten. Im Fernduell mit den Barmstedtern um die Spitze in der Hammonia-Staffel kommt es gegen den Eimsbütteler TV nun auf jeden Treffer an. HR-Trainer Heiko Barthel schätzt den ETV allerdings als spielstarken Aufsteiger und wäre froh, überhaupt zu gewinnen. „Das sind junge Wilde, alle top ausgebildet.“ Wie zur Bestätigung besiegten die Eimsbütteler den Rahlstedter SC (Landesliga, Hansa-Staffel) im Pokal mal eben 3:0.

Barthel hält den Zeitpunkt für ideal, seine bislang ausnahmslos erfolgreiche Elf umstellen. An Daniel und Luis Diaz gibt es nämlich kein Vorbei, nachdem die Zwillinge aus dem Urlaub zurückgekehrt sind und in der Vorbereitung aufs ETV-Spiel ordentlich auf die Tube gedrückt haben. Auch Mirco Clausen und Ümit Karakaya drängen zurück ins Team.

Über solche Alternativen würde auch der Tabellenletzte VfL Pinneberg zu gerne verfügen. Die Probleme beginnen schon zwischen den Pfosten, nachdem sich Luca Protzek gegen Hansa 11 die Rote Karte eingehandelt hat. Stammkeeper Timo Herrmann ist noch verletzt; Teammanager Florian Holstein versucht, einen Torwart aus dem Hut zu zaubern. David Fock, der schon mehrfach ausgeholfen hat, ist das aber nicht. „Ein neuerliches Comeback würde ich nicht gänzlich ausschließen, aber mich hat keiner angesprochen“, erklärte der 44 Jahre alte Tangstedter.

Blau-Weiß 96 Schenefeld (Vorletzter) muss sieben bis neun Monate auf Roman Doempke verzichten. Wie sich bei der Operation herausstellte, hat sich der torgefährliche Mittelfeldspieler bei einem Trainingsunfall vergangene Woche einen Meniskus- und Kreuzbandanriss, rechtes Knie, zugezogen. Dafür ist Kapitän Maik Wegner (Bänderdehnung) wieder Teil des Programms. Im Heimtreffen gegen den Tabellennachbarn Inter Eidelstedt erwartet Abteilungs­leiter Andreas Wilken die ersten Saisonpunkte.