Pinneberg
Fussball

Diesmal haben in Hetlingen die Kleinen Grund zum Jubeln

STW Energie-Cup 2019 in Hetlingen: Die Gastgeber und Sieger jubeln, Christopher Haase hält den Pokal.

STW Energie-Cup 2019 in Hetlingen: Die Gastgeber und Sieger jubeln, Christopher Haase hält den Pokal.

Foto: Johannes Speckner

Triumph der Bezirksligisten beim STW Energie-Cup: Gastgeber HMTV und Heidgrabener SV setzen sich gegen höherklassige Teams durch

Hetlingen.  Die Enttäuschung muss riesig gewesen sein. Jedenfalls ließen die Landesliga-Fußballer des SSV Rantzau beim 2. STW Energie-Cup des Hetlinger MTV einen Kasten Bier stehen. Den hatten sie als Trostpreis für den vierten Rang entgegennehmen sollen. Weil sich aber kein Barmstedter bei der Siegerehrung blicken ließ, bekam Oberliga-Torjäger Jeremy Wachter (TuS Osdorf) den Kasten mit auf den Weg.

Die steife Brise im Elbestadion blies die Fahrräder zu Boden. Gastgeber HMTV fegte im Finale den Bezirksliga-Rivalen Heidgrabener SV vom Rasen (6:0). HSV-Coach Ove Hinrichsen lieferte die Erklärung für die deutliche Niederlage. „Man darf ja nicht vergessen, dass wir nur kurzfristig für den Wedeler TSV eingesprungen waren und das Wochenende ursprünglich freimachen wollten.“ Entsprechend fehlten am zweiten Turniertag 14 Akteure, die sich etwas anderes vorgenommen hatten. Prasselnden Applaus gabs trotzdem für den zweiten Sieger. HMTV-Abteilungsleiter (Herren) Michael Kirmse bedankte sich ausdrücklich. „Ein Anruf hatte genügt und unsere Heidgrabener Nachbarn waren zur Stelle.“

TuS Osdorf macht sich durch den fairen Auftritt Freunde

Lob gab es auch für die Osdorfer („Total allürenfreie Oberliga-Fußballer. Das kennen wir auch anders.“) und den Heidgrabener Neuzugang Martin Schwabe, bisheriger Co-Trainer von Union Tornesch, den Kirmse mit dem Fairness-Pokal bedachte. „Immer sauber, immer gerade. Ein Klasse-Typ.“ TuS-Ligobmann Cemil Yavas revanchierte sich mit einem Kompliment. „Da haben die Hetlinger ein schönes Erlebnis auf die Beine gestellt. Ich wüsste nicht, dass es uns an irgendetwas gefehlt hätte.“

Dass sie den Hetlingern überraschend mit 0:1 unterlagen, mussten die neuerdings von Philipp Obloch (bisher FC Roland) trainierten Osdorfer auf eigenes Fehlverhalten zurückführen. Sowohl Kevin Trapp – Gelb-Rote Karte wegen wiederholtes Foulspiels – als auch Robin Schmidt mit Roter Karte nach Beleidigung eines Gegenspielers handelten sich Platzverweise ein. Für ihren Sieg im Spiel um den dritten Rang gegen den SSV Rantzau (2:1) nahm Jeremy Wachter einen Briefumschlag mit 100 Euro in kleinen Scheinen entgegen.

Die Heidgrabener Kicker kassierten 150 Euro, die siegreichen Hetlinger schöpften den Rahm ab (400 Euro). Am schönsten aber war der frenetische Jubel der Fans, als Kapitän Jesse Plüschau den goldglänzenden Pokal von Kirmse überreicht bekam und sich das Team von Trainer Patrick Bethke – erster Pokalsieg seiner Karriere – mit einer „La Ola“ beim Publikum für die Unterstützung bedankte.

500 Besucher, die sich an den zwei Tagen auf Sonnenliegen aalen und es sich in einem Pavillon gemütlich machen konnten, stempelten das Turnier zu einem Erfolg. Viele Gäste blieben noch zur anschließenden Schlagernacht unter dem Dach der „Osttribüne“. Die HMTV-Fußballer lieben das Dorf – und umgekehrt.

Erfolg beider Bezirksligisten überrascht Beobachter

Über den sportlichen Wert der vier Partien wusste der frühere HMTV-Ligaobmann Udo Wienberg etwas zu sagen. „Es ist für mich zwar überraschend, dass sich beide Bezirksligateams gegen höherklassige Mannschaften durchgesetzt haben, aber auch ein Zeichen, dass wir uns auf eine interessante Punktrunde in einer Staffel West wohl so stark wie nie freuen dürfen.“