Pinneberg
Baseball

Dauerbrenner wird erstes Duell um Titel in der 2. Bundesliga

Ein Traditionsduell in der 2. Liga Nord: Wie hier 2016 will Alligator Christopher Kegel (l.) auch an diesem Sonntag die nächste Base der Stealers II erobern.

Ein Traditionsduell in der 2. Liga Nord: Wie hier 2016 will Alligator Christopher Kegel (l.) auch an diesem Sonntag die nächste Base der Stealers II erobern.

Foto: Ulrich Stückler

Elmshorn Alligators können Sonntag mit Siegen bei den Stealers II an die Spitze vorrücken. Holm 69ers beenden zweiwöchige Spielpause

Elmshorn/Holm.  Man kennt sich in der 2. Bundesliga Nord. Unter den besten norddeutschen Baseballern, die es (bislang) nicht in die 1. Liga geschafft haben, herrscht wenig Fluktuation. Für viele gute Teams der Verbandsligen würde der Sprung in den Lizenzsport mit seinen erhöhten Anforderungen an die Spielstätten oder höheren Reisekosten zu große Belastungen bringen. Da bleibt man lieber unter den Kleinen ein Großer, verzichtet auf den Aufstieg in Liga zwo.

Und so treffen sich auch die Elmshorn Alligators und das zweite Team der Hamburg Stealers alle Jahre wieder – in dieser Saison zum ersten Mal an diesem Sonntag, 23. Juni, in Lokstedt.

Doch der Eindruck trügt, dass solche Beständigkeit automatisch Langeweile mit sich bringt. Jährlich schlagen die Formkurven der Teams unterschiedlich nach oben und unten aus. Wer ist Titelkandidat? Wer muss um den Klassen­-
er­halt bangen, falls doch Verbandsligisten Bundesliga-Ambitionen anmelden? Für 2019 steht die klare Kampfansage der Allis im Raum. „Wir möchten Meister werden“, hatte Elmshorns Trainer Dennis Scherfisee vor dem Ersten Pitch gesagt. Angesichts zweier starker US-Spieler im Kader ein verständliches Ziel.

Damit der Traum Wirklichkeit wird, muss indes noch einiges bei den Allis passieren. Nachdem in der Nordstaffel 40 von 90 Partien absolviert sind, reihen sich die Elmshorner mit einer Bilanz von 9:3 Siegen hinter den Hamburgern (8:2) ein. So kommt den anstehenden Duellen im Ballpark Langenhorst (Beginn: 12 und 15.30 Uhr) bereits vor Ligahalbzeit eine enorme Bedeutung zu. Zwei Niederlagen gleich in den ersten beiden von insgesamt sechs Aufeinandertreffen in diesem Sommer würden den Titelambitionen einen heftigen Dämpfer versetzen.

„Die Spiele gegen die Stealers werden richtungsweisend. Unsererseits können wir ja mit zwei Siegen die Tabellenspitze übernehmen – aber das wird sehr schwer“, sagt Alligators-Trainer Dennis Scherfisee. „Ich erwarte sehr starke Stealers. Deren Bundesliga-Truppe hat die Playoffs wohl verpasst, dazu am Wochenende spielfrei. So könnten sie mit zusätzlichen Spielern antreten. Aber wir sind bereit für die Herausforderung.“

Dass sie über Nervenstärke in haarigen Situationen verfügen, haben die Elmshorner am vergangenen Spieltag bei den Hamburg Marines untermauert. Gegen den Tabellenletzten waren die Allis im ersten Spiel des Tages scheinbar sicher bis zum siebten von neun Innings (Spielabschnitten) mit 7:3 in Führung gegangen. Die Gastgeber steckten aber nicht auf, verkürzten gegen den anfänglichen Pitcher (Werfer) der Elmshorner, Noah Jens, auf 5:7, ehe Oliver Knaack für den letzten Abschnitt den Job auf dem Wurfhügel übernahm.

Doch der Routinier füllte sämtliche Bases und ließ sogar durch weitere Fehlwürfe den sechsten Run der Marines zu. „Es war fürchterlich. Ich habe den Ball nicht gespürt“, sagte der Pitcher. „Mein Dank an Coach Scherfisee, dass er mich nicht runter genommen hat.“ Knaack fing sich, trotzte der Gefahr, mit einem weiteren Fehler das Match zu verlieren, und beendete per „Strikeout“ das Match zum 7:6-Endstand.

In Partie zwei dominierte US-Pitcher Robbie Ingram für Elmshorn auf dem Wurfhügel, ließ nur fünf Hits für zwei Runs zu und fand in den sieben Spielabschnitten Unterstützung durch seine Offensive. Im vierten Inning machten die Allis mit neun Runs den Sack frühzeitig zu und stellten die Weichen zum überzeugenden 11:2-Sieg. Simeon Bünsow hatte mit drei Punkten aus zwei Hits einen besonders guten Tag erwischt.

Kreisrivale Holm Westend 69ers (3./5:5 Siege) kann bereits am Sonnabend (12 und 15.30 Uhr, Kaltenweide 234) zeigen, dass er seine über zwei Spieltage gehende Wettkampfpause gut genutzt hat. Die Spieler von Coach Christian Opitz wollen sich im Allis-Ballpark mit Siegen über die Hamburg Knights (4./7:9) von ihrem direkten Verfolger ab- und in der oberen Tabellenhälfte festsetzen.

Das Personal hierfür haben die Holmer allemal. Hinter Elmshorns Jon Smart (22 Hits aus 39 Versuchen) weisen die 69ers Marvin Kilic (17-35) und Max Müller (15-33) die zweit- und drittbesten Schlagdurchschnitte der Liga auf. Bei den Pitchern lässt Max Müller (1,61 Runs pro Inning) hinter Robbie Ingram (1,38) die zweitwenigsten gegnerischen Punkte zu.