Pinneberg
Basketball

SC Rist entscheidet Derby-Krimi für sich

Lars Kamp (r.), hier im Duell mit Itzehoes Flavio Stückemann, war mit 31 Punkten in knapp 42 Minuten einer der Rist-Sieggaranten.

Lars Kamp (r.), hier im Duell mit Itzehoes Flavio Stückemann, war mit 31 Punkten in knapp 42 Minuten einer der Rist-Sieggaranten.

Foto: Frederik Büll

Wedeler Zweitligist gewinnt gegen Itzehoe nach 66:66 noch 82:70 in der Verlängerung. Play-off-Gegner ist FC Bayern München II oder Ulm.

Wedel.  Hochspannung bis zum Schluss. 7,5 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit trifft Itzehoes Flavio Stückemann von der Freiwurflinie zur 67:64-Führung, doch die Schiedsrichter sehen einen Übertritt, annullieren den zweiten erfolgreichen Versuch. Im letzten Angriff trifft Aurimas Adomaitis im Pro B-Derby für den SC Rist zum 66:66-Ausgleich.

In der fünfminütigen Verlängerung setzen sich die Wedeler Zweitliga-Basketballer dann ab und gewinnen mit 82:70 (47:49). Wegen der vorangegangenen Niederlage der Iserlohner ist der SC Rist nicht mehr von einem der ersten vier Tabellenplätze zu verdrängen und hat das Heimrecht sicher in den anstehenden Play-offs. Bei maximal drei Partien gäbe es zwei Heimspiele.

Die Wedeler ließen sich nie hängen. Schließlich ging es um den zweiten Derby-Sieg in einer Saison und eine weiße Heimweste, die letztendlich tatsächlich mit dem elften Heimsieg im elften Spiel blütenweiß blieb.

Topscorer der „Risters“ vor 700 Zuschauern in einem intensiven und umkämpften Spiel war Lars Kamp, der 31 Punkte erzielte. „Vor zwei Jahren haben wir mit einem Sieg in Itzehoe am letzten Spieltag noch die Play-offs perfekt gemacht. Das sind einfach besondere Spiele“, sagte Kamp, der ursprünglich aus Salzkotten (Nordrhein-Westfalen) stammt. Aber das Derby-Fieber packte nicht nur ihn („Ich bin ja auch schon das dritte Jahr hier“), sondern auch von Beginn an die Basketball-Anhänger beider Teams, die für einen stimmungsvollen Rahmen sorgten.

„In der ersten Halbzeit hatten die Itzehoer mehr Intensität als wir. Das wurde in der zweiten Halbzeit dann viel besser“, so der 22 Jahre alte Flügelspieler, der vor der Saison vom Kooperationspartner Hamburg Towers fest nach Wedel gewechselt war. Vor allem in den ersten beiden Vierteln war das Derby eine echte Abwehrschlacht – der SC Rist hatte beispielsweise eine schwache Wurfquote aus dem Feld von 31 Prozent. Bis in den letzten Abschnitt hinein ging es eng zu, dann aber lag der SC Rist circa acht Minuten vor dem Ende mit 47:56 hinten. Knapp drei Minuten später hieß es dann noch einmal 53:61 aus Wedeler Sicht. Doch der SC Rist ließ sich davon nicht beeindrucken und kämpften sich wieder zurück. „Im Basketball ist immer genug Zeit, so etwas aufzuholen. Wir waren zu Hause bis dahin ungeschlagen und das war kein Grund, Trübsal zu blasen“, sagte Rist-Sportchef Christoph Roquette. Selbstverständlich sei es eine harte Schiedsrichterentscheidung gewesen, einen Übertritt beim zweiten erfolgreichen Stückemann-Freiwurf zu ahnden, aber: „Dann hätte man bei dem Korbleger von Aurimas auch einen zusätzlichen Freiwurf geben müssen, weil er klar gefoult wurde.“

Nach der letzten Aktion im vierten Viertel ließen die Wedeler in der Overtime dann 13 Punkte in Serie folgen (77:66). „In der Verlängerung waren wir überlegen, haben wichtige Dreier getroffen und standen oft an der Freiwurflinie. Meine Spieler haben hart gearbeitet, das war sehr gut“, sagte Rist-Cheftrainer Felix Banobre.

Mit dem Sieg festigt das Team den dritten Tabellenrang der Nordstaffel. „Dass wir alle unsere Heimspiele gewonnen haben, ist etwas Historisches“, freute sich Rist-Chefcoach Felix Banobre. Die Wedeler bekommen es in der ersten Runde der Play-offs entweder mit dem FC Bayern München II oder Ulm (Orange Academy) zu tun. Das erste Heimspiel ist am Sonnabend, 2. März, in der Steinberghalle (19 Uhr). Falls es nach der Auswärtspartie nach Siegen 1:1 steht, entscheidet ein Duell am Sonntag, 17. März, um 17 Uhr am Steinberg.

Gästecoach Pat Elzie, der in der Saison 2003/04 den SC Rist vor dem Abstieg in der Regionalliga bewahrte, beruhigte sich nach der strittigen Schiedsrichterentscheidung erst kurz nach dem Spielende wieder. „Wir waren spielerisch heute nicht auf der Höhe, um zu gewinnen. Wir hatten nur fünf Assists und einen getroffenen Dreier bei 20 Versuchen. So wird es schwer zu gewinnen. Es war einfach kein guter Teambasketball von uns.“

Die spielerische Qualität des SC Rist aus den Heimspielen soll nun auch auswärts präsentiert werden – 2019 wartet das Team nach dem dritten Versuch und drei klaren Niederlagen immer noch auf einen Sieg in der Fremde. Am 22. und somit letzten Hauptrundenspieltag tritt der SC Rist am Sonnabend, 23. Februar, bei EN Baskets Schwelm an (19.30 Uhr). „Es wäre wichtig, wenn wir nun den Schwung auch mal mitnehmen könnten“, sagt Kamp.

Viertel-Ergebnisse: 11:14, 20:18, 16:17, 19:17, 16:4 (Verlängerung).
SC Rist (Pkt.): Lars Kamp (31), Malo Valérien (18), Aurimas Adomaitis (11), Ryan Logan (8), Osaro Jürgen Rich, Justus Hollatz (je 7).