Basketball

Nach dem zehnten Heimsieg: Risters haben Play-offs sicher

Co-Topscorer Lars Kamp umkurvt Ruben Dahmen (Iserlohn Kangaroos).

Co-Topscorer Lars Kamp umkurvt Ruben Dahmen (Iserlohn Kangaroos).

Foto: Frederik Büll

SC Rist Wedel hat keine Mühe beim 92:68 gegen den Tabellensechsten aus Iserlohn. Noch stehen drei Punktspiele in der Pro B Nord an

Wedel.  Es scheint so, als müsste Rist-Cheftrainer Felix Banobre immer nur im Vorfeld den zu erwartenden Druck des Gegners in der Anfangsphase zu prophezeien. Allein dies – und die Tatsache, dass die Wedeler Zweitliga-Basketballer zu Hause noch ungeschlagen sind – ist wohl Motivation genug, in der Steinberghalle dem Gegner von Beginn an keine Siegchance zu lassen. Neun Partien waren die „Risters“ zuvor in Wedel noch unbesiegt – es folgte Partie Nummer zehn. Am 19. Spieltag der Pro gewann das Team mit 92:68 (53:25) gegen die Iserlohn Kangaroos.

Mit nun 26 Zählern auf dem Konto sind die Wedeler drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde nicht mehr von einem der ersten acht Plätze zu vertreiben; der SC Rist rangiert vorne im direkten Vergleich zu den Teams, die mit 20 Punkten in Lauerstellung liegen. „Ich bin froh, dass wir es in die Play-offs geschafft und dieses Ziel erreicht haben. Aber ich habe keine Lust, mich in Oldenburg lächerlich zu machen wie zuletzt zwei mal auswärts“, sagte Banobre.

Für die kommenden Gegner Oldenburg (Sonntag, 10. Februar, 18 Uhr), Itzehoe (Stg., 17. Februar, 17 Uhr Steinberghalle) Schwelm (auswärts, 23. Februar) geht es noch um wichtige Punkte im Kampf um die Play-offs und damit den sicheren Klassenerhalt. „Ich werde gewiss keine Spiele abschenken“, sagt der spanische Trainer.

Christoph Roquette, sportlicher Leiter des Teams, möchte den Schwung nun möglichst in die kommenden Wochen mitnehmen – und vor allem auch in fremden Hallen mal überzeugen. „Die letzten Partien sollten wir nutzen, um uns weiter einzuspielen. Und dann gucken wir mal, was noch so möglich ist“, meinte er.

In eigener Halle scheint fast alles möglich zu sein. Wie schon am vorvergangenen Wochenende im Duell mit Wolfenbüttel (91:62) legte der SC Rist fulminant los. Ryan Logan eröffnete die Partie mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf. Wenig später stand es 7:0, dann 14:4. Nach zehn einseitigen Minuten führte der Gastgeber schon mit 28:5.

Dabei half vor allem ein 13:0-Lauf zum zwischenzeitlichen Stand von 24:4. „Im zweiten und dritten Viertel hatten wir ein paar Fehler zu viel. Aber alles in allem bin ich zufrieden mit der Leistung“, sagte Banobre.

Mit 28 Zählern setzte sich der SC Rist zur Halbzeit ab. Die letzten beiden Viertel verlor Wedel (26:28 und 13:15). „Iserlohn ist eine starke Mannschaft. Selbst wenn du mit 20 Punkten führst, können sie jederzeit zurückkommen. Ich habe der ganze Sache nie so ganz getraut“, sagte der Cheftrainer, der in seiner zweiten Saison in Wedel erstmalig die Play-offs erreichen konnte.

Eine schwache Freiwurfquote – nur 55 Prozent (16/29) landeten im Korb – ließ sich so diesmal verschmerzen, kann bei engeren Spielständen indes über Sieg und Niederlage entscheiden. Doch die Wedeler hatten den Gegner gut im Griff. „Jeder Spieler hat hier seine Rolle und macht was er kann. Und was er nicht kann, das lässt er auch. Das Team ist ausgeglichen besetzt und die Chemie passt auch“, sagte Roquette.

Aurimas Adomaitis, der wie Lars Kamp und Ryan Logan mit 17 Zählern die meisten Treffer verbuchen konnte, führt die starken Leistungen vor allem darauf zurück, dass es viel besser gelänge, die Trainingsinhalte auch in den jeweiligen Partien umzusetzen. „Iserlohn ist absolut kein schlechtes Team. Das haben sie dann so richtig in der zweiten Halbzeit gezeigt. Die Saison ist noch lange nicht vorbei und müssen auch weiterhin gut vorbereitet sein“, sagte der Center, der seit Winter 2015 dabei und somit dienstältester „Rister“ ist.

Der Litauer hofft nun darauf, auch auswärts diese Dominanz mit seiner Mannschaft an den Tag legen zu können. „Zu Hause schaffen wir es ja bereits“, sagte der Innenspieler, der mit zehn Rebounds abermals bester Rebounder des SC Rist war. Gerade im Hinblick auf die Aufstiegsrunde – bei der im Modus Best-of-Three gespielt wird – wäre dies von Vorteil. In fremder Halle stehen drei Erfolge gegen Wolfenbüttel (88:77 am 2. Spieltag), bei den Itzehoe Eagles (80:75 am 5. Spieltag) und am Wochenende darauf in Dresden (63:61) sechs Niederlagen gegenüber.

Auf die nahenden Play-offs möchte Banobre ohnehin noch nicht vorausschauen: „Ich habe eine Philosophie. Und die lautet, dass wir nur von Spiel zu Spiel denken.“ Und in Oldenburg möchte der SC Rist nach zwei empfindlichen Auswärtspleiten in Folge endlich wieder konkurrenzfähig sein.

Viertelergebnisse: 28:5, 25:20, 26:28, 13:15.
SC Rist (Punkte): Lars Kamp, Ryan Logan, Aurimas Adomaitis (je 17), Malo Valérien (15), Osaro Jürgen Rich (13), Justus Hollatz (7), Marius Behr (4), Linus Hoffmann (2).