Pinneberg
Basketball

Ein desolater Start ins sportliche neue Jahr

Foto: Meincke Kalle

Der SC Rist Wedel verliert gegen Alba-Talentschmiede Lok Bernau mit 63:108, bleibt aber trotzdem Spitzenreiter der Pro B-Nordstaffel.

Wedel.  Felix Banobre, spanischer Cheftrainer des SC Rist Wedel, verbrachte den Jahreswechsel gemütlich bei Freunden in der Rolandstadt. Dieser Rutsch ins neue Jahr gelang dabei deutlich besser als in sportlicher Hinsicht. Die Zweitliga-Basketballer des SC Rist Wedel verloren im ersten
Pro B-Duell 2019 beim SSV Lok Bernau mit 63:108 (31:57).

„Ja, die Niederlage tut auch mit Abstand immer noch weh“, sagte Banobre. Aber nun gelte es, sich wieder zu sammeln, um es am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen ETB Wohnbau Baskets Essen besser zu machen
(17 Uhr, Steinberghalle).

Bereits im ersten Viertel leisteten sich die Wedeler, die als Tabellenerster nach Brandenburg kamen, sieben Ballverluste. Der Rückstand zu Beginn des zweiten Abschnitts lag jedoch noch im Rahmen (16:22). Dann zündete Bernau – das als Kooperationspartner des
renommierten Erstliga-Vereins Alba Berlin diesmal auf alle hochveranlagten Talente zurückgreifen konnte – den Turbo. „Bernau hat seine Intensität hochgeschraubt, uns sind Intensität und Konzentration dagegen verloren gegangen. Bernau hat uns vom Platz gefegt, bei uns hat nichts geklappt“, sagte der 48 Jahre alte Coach.

Spanischer Alba-Trainer sah bei Machtdemonstration zu

Die Bernauer Machtdemonstration erlebte auch Alba-Trainer und Banobre-Landsmann Aíto García Reneses live als Zuschauer mit. In 20 Minuten gelangen den Wedelern lediglich 30 Punkte, während der Gastgeber mit 70 auftrumpfen konnte. Banobre war im Verlauf dieser Partie unter anderem „verärgert, traurig, enttäuscht“, bisweilen habe er sich auch etwas geschämt.

„Aber Hilflosigkeit habe ich nicht verspürt. Du probierst taktisch etwas, und es klappt nicht. Und dann probierst du das nächste – und dann klappt es wieder nicht. Man sucht einfach nach Wegen, um Probleme zu lösen“, sagte Banobre. Doch die Mannschaft hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, nichts funktionierte. Unter anderem 41-mal verloren Rist-Spieler den Ball – lediglich 14 Turnovers waren es auf Bernauer Seite. Höchstens im letzten Viertel, das mit einem völlig aussichtslosen Rist-Rückstand von 46:92 begann und in dem die Brandenburger nicht mehr ganz so angriffslustig zeigten, war Wedel kurzzeitig ebenbürtig.

Würden mehr Time-outs helfen? In den ersten beiden Vierteln sind maximal zwei 60-sekündige Unterbrechungen für taktische Instruktionen möglich, danach bis zum Ende weitere drei. „Unabhängig von der Partie jetzt würde ich mir eine Regelung wie in der NBA auch hier wünschen“, sagt der Rist-Trainer. In der US-Liga kann der Trainer in einer auf vier Viertel aufgeteilten, 48 Minuten langen Partie insgesamt sieben jeweils 75-sekündige Auszeiten nehmen – wobei in den letzten drei Minuten maximal zwei Time-outs pro Team noch möglich sind.

Chefcoach Banobre nahm diesmal aufgrund der sich früh abzeichnenden Niederlage vier Möglichkeiten (jeweils eine pro Viertel), wahr. „Kein Trainer der Welt würde bei diesem Spielstand dann zum Ende hin noch einmal völlig unnötig ein Time-out nehmen, nur weil noch eins übrig ist“, sagte Banobre.

Eventuell wird der SC Rist, trotz Pleite weiterhin Tabellenführer, im Duell mit dem Schlusslicht aus Essen wieder derer fünf gebrauchen können. Nur drei Siege haben die Nord­rhein-West­falen bislang einfahren können – einen davon im November gegen die „Risters“ (82:62). Der einzige positive Aspekt beim Bernau-Debakel war die Rückkehr von Nicolas Schümann, der seit Mitte September wegen einer Sprunggelenksverletzung ausfiel, nun wieder zehn Minuten mitspielte.

Viertel-Ergebnisse:16:22, 15:35, 15:35,17:16. SC Rist (Punkte): Ryan Logan (23), Malo Valérien (12), Osaro Jürgen Rich (8), Marius Behr (7), Aurimas Adomaitis (5), Jan-Christian Both, Linus Hoffmann, Lars Kamp, Semjon Weilguny (je 2).