Pinneberg
Fussball

Die Unruhe bei der SVHR nimmt kein Ende

Foto: Michael Stemmer

Zwei Fußballer verlassen Landesliga-Club. Weitere könnten noch folgen. Spieler kritisieren Trainer Heiko Barthel für dessen Umgangston.

Halstenbek/Barmstedt.  „Die Woche ist noch lang“, sagt Clubchef Hans Jürgen Stammer. Was passiert bei den Landesliga-Fußballern der SV Halstenbek-Rellingen, nachdem sich außer Alexander Krohn auch Verteidiger Samir Kabashi dem Staffelkonkurrenten FC Türkiye anschloss?

Nach Abendblatt-Informationen wollen sich bis zum 31. August noch mindestens drei weitere Akteure verabschieden und zur Not auch eine Sperre in Kauf nehmen. Darunter ist einer, der beim 1:1 (1:0) gegen TuRa Harksheide auf dem Rasen mitwirkte.

Der von seinen Spielern nicht nur intern wegen seines Umgangstons stark kritisierte Trainer Heiko Barthel (das Abendblatt berichtete), der sportliche Leiter Oliver Berndt und Stammer stehen im ständigen Austausch. Stammer, lange genug im Geschäft, um nicht zu wissen, dass die Harmonie beim Team-Essen nach dem Abpfiff trügen könnte, will weitere Verluste auffangen. „Wir prüfen, welche Spieler wir eventuell dazu holen.“

Coach und Sportdirektor bleiben zuversichtlich

Barthel und Berndt tragen Zuversicht in die Debatte, dass tatsächlich bald Ruhe einkehrt. „Wir haben gegen TuRa keinen gesehen, der gegen den Trainer gespielt hat.“ Stammer erzählt von einem Anruf aus der Wilhelmsburg. „Der Manager des FC Türkiye hat mir versichert, dass sein Club keine weiteren HR-Spieler mehr verpflichtet.“

Meinungen, Verdächtigungen und Vermutungen schwirren aber weiterhin durch die Luft. Ein früherer HR-Spieler habe Einfluss genommen und die Stimmung gegen Barthel geschürt, um damit auch die Verantwortlichen zu schwächen und eines Tages als Manager zum Jacob-Thode-Platz zurückzukehren. Ein Hirngespinst? Barthel bleibe nur Trainer, weil die Eltern einer Bekannten von ihm im Winter die Bewirtung im Clubheim übernehmen wollen. Stammer: „Davon weiß ich definitiv nichts. Diese ganze Gerüchteküche geht mir auf den Keks. Ich kann die Presse nur bitten, nicht zusätzlich Öl ins offene Feuer zu gießen.“

Heiko Barthel, dessen Temperamentsausbrüche in erfolgreichen Zeiten die wenigsten kritisierten, mag sich zu den Diskussionen um seine Person nicht mehr äußern. „Aus Fehlern kann man lernen. Dazu bin ich immer bereit.“ Aufgabe ist für ihn keine Option. „Jetzt erst recht.“

Trainerfrage sei nicht von den Spielern zu entscheiden

Hans Jürgen Stammer stellt etwas klar: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Spieler die Trainerfrage entscheiden.“ Ein prominentes Beispiel gibt es aus dem bezahlten Fußball. 1984 rebellierten sechs Spieler, darunter Ex-Nationaltorwart Rudi Kargus, beim 1. FC Nürnberg gegen Trainer Heinz Höher. In den Nürnberger Zeitungen erscheint eine Erklärung des Spielerrats, um die Entlassung des Trainers durchzusetzen. Stattdessen schlägt der Vorstand den Aufstand mit aller Härte nieder. Die Rädelsführer müssen sofort gehen. „Soweit muss es nicht kommen. Lasst uns einfach vernünftig miteinander reden“, predigt Oliver Berndt. Höher schaffte mit einer jungen Mannschaft, die ihm folgte, noch den Aufstieg.

Beim SSV Rantzau spürte Torwart Malte Ladehof die konsequente Haltung von Trainer Marcus Fürstenberg. Als er sich gegen den SC Nienstedten einen „Klops“ – nicht sein erster diese Saison leistete (0:1) – wurde der Keeper nach 29 Minuten ausgewechselt. Mit Knut-Ole Mohr zwischen den Pfosten gewannen die Barmstedter das Duell der Aufsteiger 5:1 (2:1).

SVHR – TuRa Harksheide 1:1 Tore: 1:0 A. Ghadimi (22.), 1:1 L. Schulz (78.). SSV Rantzau – SC Nienstedten 5:1 Tore: 0:1 Drinkuth (25.), 1:1 Ruhser (36.), 2:1 N. Breuel (40.), 3:1 Matern (54.), 4:1 Bendix (90.), 5:1 Matern (90.+3).