Pinneberg
Hallenfussball

Dem Wedeler TSV glückt im Finale die Revanche

Fernando Roesler setzt sich im Finale gegen den SC Victoria durch. Dies gelang auch den Mitspielern häufiger. Der Wedeler TSV gewann 3:1)

Fernando Roesler setzt sich im Finale gegen den SC Victoria durch. Dies gelang auch den Mitspielern häufiger. Der Wedeler TSV gewann 3:1)

Foto: Michael Stemmer

In der Gruppenphase des 2. Jan-Automobile-Cups verlor das Team noch gegen den SC Victoria. VfL-Coach Thorben Reibe gibt sein Comeback.

Halstenbek.  Manchester City schlug Newcastle United 3:1 – Thorsten Zessin und Sohn Luca waren im Etihad Stadium dabei. Der Ligaobmann des Wedeler TSV hatte dem Jungen die Reise nach England zum neunten Geburtstag geschenkt. Die passende Torte bekamen die Wedeler Oberliga-Fußballer in der Sporthalle Feldstraße von Miroslaw Jan Lawrynowicz überreicht. Der Turniersponsor gratulierte zum ersten Platz beim Jan-Automobile-Cup der SV Halstenbek-Rellingen.

„Lecker“, sagte WTSV-Spieler Jorma Eggers, als er sich nach der Siegerehrung sofort über das mit viel Marzipan, Schokolade und Vanille aufbereitete Sahnestück hermachte. Auch Susanne Zessin gönnte sich ein Stück vom Kuchen. Zuvor hatte die fußballbegeisterte Mutter des früheren WTSV-Abwehrrecken in Partystimmung auf der Tribüne getanzt. Hallensprecher Sascha Jost spielte die Coverversion von Manfred Manns „Do Wah Diddy Diddy“ (DJ Ötzi). Ein paar Meter weiter war auch Hans Jürgen Stammer, Erster Vorsitzender von Gastgeber SVHR, nach ein paar flotten Schritten zumute. Die Hermes House Band singt „Hit The Road Jack“ von Ray Charles.

Jan Eggers vergibt seinen Neunmeter leichtfertig

Zum Glück gibt es noch den „original“ Jan Eggers. Der stets zu verwegenen Aktionen aufgelegte Wedeler Mittelfeldspieler löste mit seinem lässig über das Tor geschnippelten Neunmeter ein Gejohle wie früher die Beatles aus. Die Wedeler gewannen das Halbfinale gegen die Halstenbeker nach Neunmeterschießen trotzdem 4:3 (0:0). Dann nahm WTSV-Anführer Eggers außer der Torte auch noch einen Scheck über 400 Euro in Empfang. Beim 3:1 im Finale über den SC Victoria (Oberliga) hatte er selbst das 1:0 erzielt. Christian Najjar und Christian Dirksen vollendeten mit weiteren Treffern die Revanche für die im Gruppenspiel erlittene 4:6-Niederlage.

Für den SC Victoria hatte Neuzugang Nil von Appen, aus seiner Zeit beim FC Elmshorn im Kreis Pinneberg gut bekannt, das 1:2 geschossen. Später bekam er noch das Knie von Christian Dirksen direkt auf den Brustkorb zu spüren. Von englischer Härte konnte ansonsten aber keine Rede sein. Den Schiedsrichtern blieb es erspart, die Rote Karte hervorzuholen.

Sogar Thorben Reibe riskierte beim freundschaftlichen Umgang miteinander ein Comeback. 2017 hatte er in Halstenbek einen dreifachen Rippenbruch erlitten. Ein Jahr später mischte der Trainer des VfL Pinneberg („Eigentlich müsste man mich für verrückt erklären“) notgedrungen mit. Aufgrund eines vorherigen Testspiels bei der HSV-Dritten erschienen die Kreisstädter mit ihrem letzten Aufgebot.

Über den letzten Gruppenplatz konnte sich Reibe nicht freuen. Wohl aber über seinen Torerfolg gegen den Niendorfer TSV II und über das 3:2 (1:1) in Norderstedt gegen die „Rothöschen“ dank Toren von Maximilian Walter, Dominic Lemcke und Philipp Werning (Foulelfmeter). Ihr bislang letztes Punktspiel am 24. November hatten die Pinneberger beim Tabellennachbarn 1:5 verloren. An ihre Situation im Punktspielbetrieb – höchste Abstiegsgefahr – fühlten sie sich im Gruppenspiel zwischen dem SC Victoria und dem SC Condor erinnert. Die Alarmsirene heulte eine Viertelstunde lang, nachdem Ball an den Feuermelder geprallt war.

Oliver Berndt, sportlicher Leiter der SVHR, drückte im Werkraum unentwegt einen Notknopf, den Lärm abzustellen. Von der Freiwilligen Halstenbeker Feuerwehr traten schließlich Thorsten Ehlers und Stefan Hill auf die Bildfläche, den Melder zurückzusetzen und das Glas zu erneuern. Das gut gelaunte Publikum spendete viel Beifall.

Genauso war es auch bei der Siegerehrung. Dennis Lohmann (SC Victoria) gebührte der Preis für den besten Torschützen während der Vorrunde (sechs Treffer). Mirko Hesse (SV Munster) wurde zum besten Torwart gewählt.

SV Halstenbek-Rellingen landet auf dem dritten Platz

Die Gastgeber trösteten sich mit dem dritten Platz über die verlorene Partie gegen die Wedeler hinweg. Samir Kabashi, Felix Hennings und Marcel Schöttke sorgten für das 3:1 im „kleinen Finale“ über die Niendorfer Zweite.

Genau genommen durften sich die Halstenbeker – sieben Punkte nach der Vorrunde – beim SC Victoria bedanken, dass sie überhaupt ins Halbfinale eingezogen waren. Obwohl zu diesem Zeitpunkt sicherer Gruppenerster, hatten Nil von Appen, Dennis Bergmann und Co. den SC Condor – sechs Punkte – mit einem 4:1 zum undankbaren dritten Gruppenplatz verurteilt.

2. Jan-Automobile-Cup der SVHR
Hauptturnier, Gruppe A:
Niendorfer TSV II - Blau-Weiß 96 1:1, Wedeler TSV - SV Munster 2:1, Blau-Weiß 96 - VfL Pinneberg 3:2, SV Munster - Niendorfer TSV II 2:4, VfL Pinneberg - Wedeler TSV 4:4, Blau-Weiß 96 - SV Munster 2:2, VfL Pinneberg - Niendorfer TSV 1:3, Wedeler TSV - Blau-Weiß 96 4:0, SV Munster - VfL Pinneberg 2:1, Niendorfer TSV II – Wedeler TSV 2:4.
Gruppe B: SC Condor – Roland Wedel 4:1, SC Victoria – Buxtehuder SV 3:0, Roland Wedel – SVHR 1:3, Buxtehuder SV – SC Condor 2:3, SVHR – SC Victoria 4:6, Roland Wedel – Buxtehuder SV 1:4, SVHR – SC Condor 2:0, SC Victoria – Roland Wedel 7:1, Buxtehuder SV – SVHR 1:1, SC Condor – SC Victoria 1:4. Halbfinale: Wedeler TSV – SVHR 4:3 (0:0). n.N., SC Victoria – Niendorfer TSV II 4:2;, Finale: Wedeler TSV – SC Victoria 3:1,
Spiel um den 3.Platz: SVHR – Niendorfer TSV 3:1