Pinneberg
Fussball

Gastgeber TuS Holstein schafft es bis ins Viertelfinale

Vorrunde beim 9. collatz+schwartz-Cup: Leif Möller von Gastgeber TuS Holstein Quickborn geht gegen den SV Bergstedt zu Boden

Vorrunde beim 9. collatz+schwartz-Cup: Leif Möller von Gastgeber TuS Holstein Quickborn geht gegen den SV Bergstedt zu Boden

Foto: Michael Stemmer

Beim 9. collatz+schwartz-Cup in Quickborn holt Inter Türkspor Kiel den Pokal. SV Rugenbergen wird am Ziegenweg Turnierdritter

Quickborn.  „Wir haben einen Fan-Kreis gegründet“, erzählt Gerhard Hengvoss (72) aus Quickborn beim Frische-Luft-Schnappen vor der Eingangstür. Sieben Personen sind es in der Zwischenzeit, die monatlich einen kleinen Geldbetrag in die Teamkasse der Kreisklassen-Fußballer des TuS Holstein einzahlen. Hengvoss nimmt wieder auf der Tribüne der Lilli-Henoch-Halle Platz und applaudiert Inter Türkspor Kiel (Schleswig-Holstein-Liga) zum Erfolg beim 8. Collatz+Schwartz-Cup. „Ich hatte die Glanzzeit des TuS genossen. Jetzt helfe ich mit, dass wieder eine Bindung zwischen Spielern und Zuschauern entsteht.“

Dann gibt es noch einen, der in guten wie schlechten Zeiten zum Traditionsclub hält. Der Hamburger Kopiertechnik-Unternehmer Thomas Collatz (54) war als Nebensponsor schon mit im Boot, als am Ziegenweg der „Deutscher Ring-Pokal“ ausgespielt wurde. Der Werbeeffekt für sein Unternehmen sei nicht sein Antrieb, sich für den TuS Holstein zu engagieren. „Das ist mehr eine persönliche Geschichte. Angefangen beim früheren Abteilungsleiter Albert Kutscheid waren es stets die handelnden Personen, zu denen ich einen freundschaftlichen Draht entwickelt habe.“

Sachpreise des Nebensponsors gehen an die besten Akteure

Jahr für Jahr leuchten die Augen der Spieler, wenn die Helfer die Pakete mit seinen Geschenken in die Halle tragen. 2018 sind das Timo Laub (TuS Holstein) als bester Torwart, Sascha de la Cuesta (FC Türkiye) als bester Feldspieler und Driton Gashi (Inter Türkspor) als erfolgreichster Torschütze, denen Fikret Yilmaz die Multifunktionsdrucker mit auf den Weg gab. Der Turnierleiter verabschiedete sich euphorisch von den Besuchern: „Wir freuen uns auf den 10. Collatz+Schwartz-Cup 2019.“ Doch gar so leicht macht es ihm der Hauptsponsor nicht: „Ich lasse wie immer im März mein Herz entscheiden.“

Die Trainer und Betreuer der beteiligten Mannschaft sind aufgefordert, schon am Ende der Vorrunde ihre Stimme abzugeben. Möglicherweise das Pech des Patrick Marciniak, dem der SV Rugenbergen (Oberliga) fast allein das 1:0 im Viertelfinale gegen den SC Alstertal-Langenhorn (Landesliga) verdankte. Der Keeper der Bönningstedter vereitelte etliche Großchancen, während Marc Brunkhorst auf der anderen Seite einen an Dominik Radzuweit verschuldeten Neunmeter verwandelte.

Haases Zerrung schwächt den SVR im Turnierverlauf

Ein Marciniak in Glanzform war dann aber zu wenig, die 2:5-Niederlage des Cup-Verteidigers im Halbfinale gegen die Kieler zu verhindern. TuS-Vereins-Urgestein Uwe Langeloh hat seine eigene Meinung: „Wenn Teams wie der SVR gleichzeitig an zwei Hallenturnieren teilnehmen und ihre besten Spieler aufteilen, dann ist das nicht fair gegenüber dem Publikum.“ Dabei können sich die Bönningstedter darauf berufen, in Quickborn keineswegs schlecht besetzt angetreten zu sein. Aber sie hatten das Pech, dass sie vom zweiten Gruppenspiel an ohne Pascal Haase (Zerrung) auskommen mussten und nur noch auf sieben Spieler, darunter Co-Trainer Manuel Kaladic, zurückgreifen konnten.

Dank Marciniak, der nicht von ungefähr zur Pokalübergabe nach vorne geschickt wurde, gabs immerhin noch ein 3:1 im Neunmeterschießen um den dritten Rang gegen den SC Victoria. Und die Erkenntnis, dass der aus Südwestdeutschland zurückgekehrte Kevin Lohrke – vier Turniertreffer – keine weitere Eingewöhnungszeit benötigt.

„Früher standen wir auch mal im Halbfinale“, erinnerte sich Torsten Hoffmann (46), von 2003 bis 2010 Trainer des TuS Holstein. Die aktuelle Mannschaft der Gastgeber um Keeper Timo Laub war diesmal schon froh, die Vorrunde überstanden zu haben. Dann folgte die Lehrstunde in Form eines 0:7 gegen Inter Türksport Kiel, das sich im Finale auch gegen den neuerdings von Michael Fischer (Ex-VfL Pinneberg) trainierten FC Türkiye (Oberliga Hamburg/3:1) behauptete.

Bei einer Neuauflage 2019 füllt Raspo Uetersen das Feld auf

Frühzeitig vom Turnier hatten sich die Bezirksligateams des Kummerfelder SV und des 1. FC Quickborn, der sich in den vergangenen Jahren auf Rasen gegenüber dem TuS einen schier uneinholbaren Vorsprung erarbeitet hat, verabschiedet. Die dem Futsal zugeneigten Lokalmatadore des FC Matin mit dem früheren FCQ-Torjäger Steven Schönfeld zwischen den Pfosten und Christian Kulicke (VfL Pinneberg) schafften es in das Viertelfinale. Sofern Thomas Collatz am Ball bleibt, wird Rasensport Uetersen als Sieger des Quali-Cups das Turnier 2019 bereichern.