Pinneberg
Basketball Pro B

Die Wedeler lassen sich den Sieg noch wegschnappen

Der Wedeler Helge Baues (r.) setzt sich mit vollem Körpereinsatz durch. Mit 16 Punkten war er Topscorer beim SC Rist

Der Wedeler Helge Baues (r.) setzt sich mit vollem Körpereinsatz durch. Mit 16 Punkten war er Topscorer beim SC Rist

Foto: Frederik Büll / HA

Der SC Rist führte schon mit 13 Punkten gegen Itzehoe – und verliert 73:78. Nach sieben Jahren droht der Abstieg in die Regionalliga.

Wedel.  Co-Trainer Stefan Altemüller schaute auf den Statistikbogen und ließ dann wieder den Blick gedankenverloren durch die Steinberghalle schweifen. Cheftrainer Michael Claxton gesellte sich wenig später dazu. Die Zweitliga-Basketballer des SC Rist machten ihre Regenerationsübungen. Viel geredet wurde nicht. Die Enttäuschung über die 73:78 (38:39)-Heimniederlage im Nachbarduell gegen die Itzehoe Eagles war in jedem einzelnen Gesicht deutlich erkennbar.

Von zehn Heimspielen gewannen die Wedeler, mit zehn Punkten Tabellenletzter der Pro B, nur eines. Dabei konnte sich das Team zumindest über mangelnde Unterstützung nicht beklagen. Etwa 650 Zuschauer sorgten für die lange vermisste stimmungsvolle Atmosphäre am Steinberg.

Und die Wedeler begannen schwungvoll. In der Anfangsphase setzten sie sich auf 10:3 ab, ehe die Gäste kleinere Unaufmerksamkeiten der Heimmannschaft ausnutzten und die folgenden sechs Punkte erzielten. Rist-Innenspieler Helge Baues dominierte auf Seiten der Wedeler und war für acht von zwölf Zählern verantwortlich. Den kleinen Vorsprung von vier Punkten nach den ersten zehn Minuten konnte der SC Rist bis zur Halbzeit allerdings nicht halten.

In der Pause musste Claxton seinen Spieler jedoch die richtigen Worte mit auf den Weg gegeben haben. Isaac Gordon, Janis Stielow, Helge Baues und Aurimas Adomaitis sorgten für 14 Wedeler Punkte in Serie, ohne dass die Eagles trafen. Nach sieben Minuten im dritten Spielabschnitt führte der SC Rist 58:45. Normalerweise ist dies eine mehr als gute Ausgangslage, um zu gewinnen. „Wohl jeder in der Halle hat gedacht, dass wir als Sieger vom Feld gehen. Aber wir haben unseren Vorteil verspielt und Itzehoe damit neues Leben eingehaucht“, sagte Claxton. Selbst Patrick Elzie, in der Saison 2003/04 Trainer beim SC Rist, gab nach dem Ende unumwunden zu, dass „nach drei von vier Vierteln“ vieles für den SC Rist sprach.

Die Wedeler verteidigten nicht mehr konsequent und die Schwächen im Rebound ließen das Pendel doch noch zugunsten des Nachbarns ausschlagen. Insgesamt 17 Korbabpraller sammelten die Itzehoer mehr ein (28 SC Rist, 45 Itzehoe). Die Wedeler ermöglichten den Gästen vor allem viele einfache Punkte in Korbnähe. Der Vorsprung aus sieben Punkten zu Beginn des Schlussabschnitts wurde durch neun viertelübergreifende Itzehoer Punkte in ein 61:61 umgewandelt. Im weiteren Verlauf konnten die Wedeler den Rückstand von sechs Punkten (69:75) 1:44 Minuten vor der Schlusssirene nicht mehr umbiegen. „Itzehoe hat offensiv und defensiv die Zonen kontrolliert. Alleine in der zweiten Halbzeit haben wir elf Offensivrebounds des Gegners zugelassen“, sagte Claxton. Insgesamt 18 Punkte wurden dem Gegner durch zweite Wurfchancen ermöglicht.

Gerade einmal fünf Siege gelangen dem SC Rist, der in der Vorsaison noch Vizemeister wurde und im Anschluss den großen Umbruch wagte, in dieser Spielzeit. Eine Minimal-Chance auf die Play-offs besteht nach wie vor, falls die Wedeler bis zum Saisonende die ausstehenden drei Partien allesamt gewinnen. Gegenüber den Hertener Löwen und Citybasket Recklinghausen, die beide vier Punkte mehr als der SC Rist haben und am kommenden Spieltag aufeinander treffen, liegen die Wedeler im direkten Vergleich vorne.

Realistisch gesehen geht es nur noch darum, sich eine bessere Ausgangslage für die Abstiegsrunde Play-downs zu schaffen, bei der die letzten vier Teams im Modus Jeder-gegen-Jeden in Hin- und Rückspiel abermals aufeinandertreffen. Die Punkte der Hauptrunde bleiben bestehen. Zwei Mannschaften steigen in die Regionalliga ab. Seit 2009 ist der SC Rist stets in der Pro B vertreten. Am Sonnabend, 20. Februar, steht für die Wedeler das Auswärtsspiel beim Tabellensechsten Artland Dragons an (19:30 Uhr).

Viertel-Ergebnisse: 19:15, 19:24, 23:15, 12:24 SC Rist (Punkte): Helge Baues (16), Isaac Gordon (15), Janis Stielow (14), Amir Carraway (11), Jens Hirschberg (7), Abdulai Abaker, Fabian Strauß (je 3), Aurimas Adomaitis, Paul Owusu (je 2), Louis Olinde, Jack Fritsche, Alexander Pimentel