Pinneberg
Pro B

Der SC Rist rutscht auf den letzten Platz ab

Rist-Center Aurimas Adomaitis (l.) springt zum Korb. Der Wolfenbütteler Adrian Didovic blockt den Korblegerversuch ab

Rist-Center Aurimas Adomaitis (l.) springt zum Korb. Der Wolfenbütteler Adrian Didovic blockt den Korblegerversuch ab

Foto: Frederik Büll / HA

Die achte Heimniederlage der abstiegsbedrohten Wedeler verschärft die Krise weiter. Die Basketballer unterliegen Wolfenbüttel 57:66.

wedel.  Angelique Kerber gewinnt überraschend die Australian Open. Deutschland wird unerwartet Handball-Europameister. In der 2. Basketball-Bundesliga Pro B hingegen blieb die erhoffte Überraschung aus.

Der vom Abstieg in die Regionalliga bedrohte SC Rist unterlag dem Zweitplatzierten MTV Herzöge Wolfenbüttel 57:66 (25:33) und rutscht nach den Siegen der Konkurrenten aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mit Schwelm auf den letzten Tabellenplatz ab. Den besseren Start vor 350 Zuschauern in der Steinberghalle hatten die Wedeler. Nach Punkten von Amir Carraway, Helge Baues und Paul Owusu führte des Gastgeber 7:0. „Wir hatten Wolfenbüttel die ersten fünf Minuten unter Kontrolle und haben wenig zugelassen“, sagte Mannschaftskapitän Fabian Strauß. Doch in der Folgezeit verloren die Spieler des SC Rist den Faden und kamen in der Defensive meist einen Schritt zu spät.

Acht Zähler gelangen den Niedersachsen in Folge, während die Wedeler ohne Korberfolg blieben. Bereits in den letzten Minuten des ersten Sielabschnitts deuteten sich die Probleme an. Wolfenbüttel spielte mit einer Zonenverteidigung. Die Innenspieler des SC Rist konnten nicht in Szene gesetzt werden, von außen schossen die Gastgeber – selbst bei freien Versuchen – zahlreiche Fahrkarten, Gerade einmal 33 Prozent der Würfe aus dem Feld fanden bis zum Spielende den Weg in den gegnerischen Korb, Nur drei von 23 Drei-Punkte-Würfe waren erfolgreich. In der Offensive hapert es in dieser Saison deutlich.

„Ich denke, es hat mittlerweile jeder gesehen. Oft sind wir zu zaghaft und ängstlich. In dem Bereich müssen wir uns deutlich steigern“, so Strauß. Der Rückstand nach dem ersten Viertel betrug vier Punkte, bis zur Halbzeit wuchs dieser auf acht Zähler an. Zwar fingen sich die Wedeler in der Abwehr wieder und agierten solide. Aber das Punkten überließ man hauptsächlich den Gästen. Die Wolfenbütteler setzten sich nach der Pause bis auf 16 Punkte ab, ehe Claxton beim Stand von 25:47 eine Auszeit nahm. Kindzeka brach den Bann und steuerte die ersten beiden Punkte für die Wedeler im dritten Viertel bei. Da waren bereits knapp zweieinhalb Minuten des Abschnittes vorüber.

„Wir haben in der Offensive nie unseren Rhythmus gefunden. Nur in der Abwehr waren wir recht stabil“, sagte Claxton. 66 Punkte ließen die Wedeler am Ende zu. Das ist in Ordnung, zumal die Herzöge auch die beiden Erstligaspieler Robin Amaize und Sid-Marlon Theis trotz Reisestrapazen nach dem Bundesliga-Auftritt der Basketball Löwen Braunschweig in Ludwigsburg einsetzten. Aber 57 eigene Zähler sind zu wenig, um eine Partie zu gewinnen. „Wir hatten genug Chancen, um wieder heranzukommen. Aber wir haben sie nicht genutzt“, sagte der Trainer. Egal ob beispielsweise Carraway, Strauß oder auch Isaac Gordon das Ziel anvisierten, nichts wollte gelingen.

Symptomatisch für die derzeitige Stimmungslage beim SC Rist war dann auch eine Szene im dritten Viertel. Paul Owusu war unzufrieden mit Mitspieler Louis Olinde, der nach Meinung des Centers zu nachlässig in der Abwehrarbeit agierte. Lautstark ließ er seinem Frust freien Lauf. „Das sind Emotionen, die eben mal hochkochen. Aber klar ist auch, dass wir so etwas nicht brauchen“, wollte Cheftrainer Michael Claxton dies allerdings nicht zu hoch hängen.

Zwar verkürzten die aufopferungsvoll kämpfende Wedeler im vierten Viertel noch einmal auf 51:60, aber Wolfenbüttel ließ am Steinberg nichts mehr anbrennen. Die Lage beim SC Rist wird immer brenzliger. „Unsere Defensive ist gut genug für die Liga. In der Offensive müssen wir jetzt endlich mal einen Punkt mehr machen als der Gegner“, sagte Strauß, der zuversichtlich ist, dass jeder Spieler spätestens jetzt den Ernst der Lage erkannt hat.

Am Sonntag, 7. Februar, geht es für die Wedeler mit einer Auswärtspartie bei den Rostock Seawolves weiter (16 Uhr). Fünf Partien bleiben noch, um sich aus der Play-downs-Zone zu befreien. Ebenfalls Auswärts stehen noch die Partien bei den Artland Dragons und Tabellenführer Iserlohn an. In der Steinberghalle spielen die Wedeler gegen Itzehoe und Stahnsdorf. Über den nächsten Gegner Rostock sagt der Coach: „Es ist egal, gegen wen wir spielen, es kommt viel mehr darauf an, wie wir spielen.“ Vom Potenzial her könne der SC Rist mit jeder Mannschaft der Liga mithalten. Viel Zeit, dies zu beweisen, bleibt nicht mehr.

Viertel-Ergebnisse: 11:15, 14:18, 9:15, 23:18 SC Rist (Punkte): Helge Baues (12), Amir Carraway (11), Isaac Gordon, Louis Olinde (je 7), Fabian Strauß, Paul Owusu (je 6), Aurimas Adomaitis (4), Jens Hirschberg, René Kindzeka (je 2), Janis Stielow, Abdulai Abaker, Lennard Larysz.