Pinneberg
Pferdesport

In Schenefeld kommen Gedanken an Olympia auf

Rückblick auf die WM im französischen Caen vor einem Jahr: Fabienne Lütkemeier winkt nach ihrem erfolgreichen Auftritt mit D’ Agostino in der Einzel-Dressur ins Publikum

Rückblick auf die WM im französischen Caen vor einem Jahr: Fabienne Lütkemeier winkt nach ihrem erfolgreichen Auftritt mit D’ Agostino in der Einzel-Dressur ins Publikum

Foto: Rolf Vennenbernd / picture alliance / dpa

Dressurreiterin Fabienne Lütkemeier aus Paderborn ist der prominenteste Gast beim Sommerturnier des Elbdörfer und Schenefelder Reitervereins.

Schenefeld.  Sie ist fraglos der Star unter der Reitsport-Prominenz, die sich in diesen Tagen im Klövensteen trifft. Noch bis Sonntag, 30. August, ist beim Elbdörfer und Schenefelder Reiterverein ein namhaftes Teilnehmerfeld am Start – und die aktuelle Dressur-Mannschaftsweltmeisterin Fabienne Lütkemeier aus Paderborn ist dabei.

„Ich war noch nie hier und bin angenehm überrascht von der Atmosphäre, die Ausschreibungen sprechen mich an“, sagt Fabienne Lütkemeier, 25 Jahre alt. Mit der deutschen Dressur-Equipe hatte sie sich 2014 in Caen (Normandie) WM-Mannschaftsgold und zuvor 2013 in Herning (Dänemark) EM-Gold gesichert. „Nun habe ich vier Pferde für unterschiedliche Prüfungen mitgebracht, für jedes Pferd ist eine passende Prüfung dabei“, erklärt Lütkemeier.

Sole Mio und Fats Domino haben klangvolle Namen, und sie sind auch top

Ihre Stute Sole Mio führt sie zum zweitenmal in eine Grand-Prix-Tour, zwei Nachwuchsvierbeiner sind für die Qualifikationsrunden für sieben bis neun Jahre alte Pferde eingeplant. Diese Prüfung verlangt Kräfte und Kondition, daher wird je nach Leistung weiter entschieden. Diese Serie für angehende Grand-Prix-Pferde ist in Schenefeld neu ins Programm aufgenommen worden. Daneben zählt für Fabienne Lütkemeier der noch wichtigere Nürnberger Burg-Pokal. „Da werde ich meinen Wallach Fats Domino satteln“, sagt die Amazone. Die Tagesform bei Pferd und Reiter sollte einfach passen. Allerdings müssten die Pferde schon mitmachen.

Der Leistungsdruck sei hoch, andere Reiter bringen auch gute Pferde an den Start. Es geht dabei nicht immer um den Sieg. „Wenn Leistungen mal nicht wie erhofft erbracht erbracht werden, kenne ich den Grund und kann auch mit einer schlechteren Platzierung leben“, erklärt die Studentin des Real Estate Managements. Das in der Öffentlichkeit und in den Medien an mancher Stelle kritisierte Abschneiden der deutschen Equipe bei der Europameisterschaft in Aachen (dritter Platz, also Bronze) sei ungerechtfertigt.

Fabienne Lütkemeier ist in der deutschen Rangliste Fünfte

„Wir haben in der Dressur Platz drei belegt, wo ist das Problem? Die anderen Nationen waren einen Tick besser“, resümiert Lütkemeier. Es geht ihr nicht immer um Goldmedaillen, die sich gut anfühlen. Allerdings kann man auch nicht jeden Tag auf der Siegertreppe stehen. Je nach Prüfungsausschreibung Verfassung und Tagesform müsse man zufrieden sein.

Ihr Freund, ein Apotheker, fährt zu den Turnieren oft mit, ansonsten würde man sich in der Turniersaison kaum sehen. Das Zeitfenster ist zwischen Fernstudium, Stall und Training knapp bemessen, ab und zu wird mal ein Kurzurlaub eingeschoben. Unterstützung bekommt die Mannschafts-Weltmeisterin durch ihre Trainerin und Mutter Gina Capellmann-Lütkemeier. Diskret und leise erfolgen in der Zwischenzeit am Dressurviereck wieder Tipps und Korrekturen per Headset.

Bereits als Kind fand es die Dressur-Spezialistin unglaublich toll, wenn sie bei den Eltern vor dem Sattel im Schritt mitreiten durfte. Die Begeisterung kam nicht von ungefähr. Sogar die Großeltern waren im Reitsport erfolgreich. Großvater Kurt Capellmann war lange Präsident des Laurensberger Rennvereins in Aachen und ritt selbst in internationalen Grand Prix. Fabiennes Tante Nadine Capellmann ist bis heute erfolgreich im Dressurviereck unterwegs und gewann Medaillen bei Europatitelkämpfen, Weltmeisterschaften und Olympische Spielen.

Ihr Traum wäre es nun, an die alte Familientradition in der Dressur anzuschließen. Im Klartext heißt das: 2016 bei Olympia in Rio einen Startplatz zu ergattern, wäre für sie das Größte.