Pinneberg
TV Uetersen

Wo Tennis noch nicht in die Jahre kommt

Foto: Bunk / Michael Bunk

Schon zum 19. Mal finden die Stadtwerke Uetersen Midlife Classics statt. Die Ältesten sind schon weit über 70 und immer noch topfit.

Uetersen.  Es gibt Tage, da muss sich Susanne Siebels auf dem Tennisplatz schon ziemlich wundern. Wohl mischen sich bei der Clubvorsitzenden des TV Uetersen auch Respekt und Anerkennung in den Gedanken, und zwar für einen Mann, der schon vor vielen Jahren das Rentenalter erreichte und noch immer perfekt mit dem Tennisschläger umzugehen versteht. Karl-Heinz Westphal ist eines der ältesten Mitglieder des TV Uetersen. Mit dem 76-Jährigen trainiert Susanne Siebels, 55, häufig mal – und nach eigener Aussage hat sie bei Trainingsmatches kaum eine Chance gegen den trickreich und clever agierenden Senior.

Jener Karl-Heinz Westphal wird dabei sein, wenn am Mittwoch, 12. August, um 15.30 Uhr die 19. Stadtwerke Uetersen Midlife Classics beginnen. Der Vater von Uetersens Herren-50-Spieler Kay Westphal tritt an bei den Herren 75, der höchsten Altersstufe beim Traidionsmeeting am Fourniermühlenweg.

Der Zeitplan ist eng gestrickt: 182 Teilnehmer – eine leichte Steigerung zum Vorjahr – schlagen bis zum Sonntag auf und kämpfen um Punkte für die deutsche Rangliste. „Das bedeutet wieder einmal einen Rekord, was die Resonanz angeht“, sagt Dierk Haartje aus dem Organisationssteam, dem auch Thorsten Wallmann und Ulf Matthießen angehören.

Bereist zum dritten Mal in Folge deklariert der Tennis-Landesverband Schleswig-Holstein in Kiel das Uetersener Ereignis als offene Landesmeisterschaften in den Altersklassen AK 30 bis AK 75. Es ist das einzige Altersklassen-Turnier Schleswig-Holsteins mit der höheren Kategorie T 3 und lockt dank hochwertiger Qualität auch eine Reihe von Tennisspielern anderer Bundesländer an. Die „Classics“ entsprechen damit auch dem Standard des Stadtwerke-Pinneberg-Cups, bei dem es unlängst knapp über 10.000 Euro zu gewinnen gab.

Parallel laufende Nordtitelkämpfe in Bremen kosten einige Aktive

In Uetersen sind es zwar „nur“ 3225 Euro, doch ist in den jeweiligen Altersklassen erneut ordentliches Niveau garantiert. Außer den Prämien, ausgelobt von den Stadtwerken, schätzen die Tennisgäste die hervorragende Atmosphäre. Der Geselligkeitsfaktor ist hoch rund um die Anlage. Dabei kam beim Veranstalter im Vorfeld des Turniers Missstimmung auf. Entgegen den vergangenen Jahren bekommen die Uetersener die Konkurrenz der parallel laufenden norddeutschen Titelkämpfe in Bremen zu spüren. „Dieser Umstand kostet uns einige Teilnehmer“, sagt Dierk Haartje, der erfolglos in seinem Bestreben blieb, den Bremer Landesverband zu einer einwöchigen Verschiebung zu bewegen. Clubchefin Susanne Siebels: „Das Event ist für uns trotzdem eine große Nummer.“

Alle Altersklassen sind erstaunlich gut besetzt. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr haben bei der diesjährigen Auflage Teilnehmer aus dem hiesigen Verbreitungsgebiet Chancen, am Ende weit vorn zu landen. Bei den Herren 30 gilt dies vor allem für die beiden Nordliga- und Regionalliga-Cracks Wolfgang Winkler und Oliver Warncke-Wittekind vom Schenefelder TC. Beide gehören zum engeren Favoritenkreis.

Bei den Damen 30 darf man gespannt sein, wie sich die Nummer eins des TV Uetersen, Ina Moest, bei ihrer ersten Teilnahme schlägt. In der Klasse der Herren 45 gehört der Rellinger Karsten Schröder (er spielt für die SV Blankenese) zu den Gesetzten. Lokalmatador und Spitzenspieler André Schulte vom gastgebenden TV Uetersen hatte Lospech und spielt in der Auftaktrunde gegen den Topgesetzten Roman Groteloh (Harburger TB).

Bei den Damen 40 führt kein Weg vorbei an Olga Shaposhnikova vom LTC Elmshorn. Die aktuelle zweifache deutsche Meisterin im Einzel und Doppel (das Abendblatt berichtete) wird das Maß aller Dinge sein. Ihre „gute Stube“ steht voller Pokale mit Aufschriften wie „Senioren-Weltmeisterin im Doppel“, oder „Europameisterin im Einzel und Doppel“. Die Russin kann angesichts dieser Pokalflut auch mit hervorragenden Ranglistenplätzen glänzen, zum Beispiel 2013 mit ITF-Weltranglistenplatz eins (Damen 40).

Während bei den Herren 50 die Aktiven des Hamburger SV den Turniersieg unter sich ausspielen sollten, ist das Feld der Herren 55 sehr ausgeglichen. Willi Schubsda und Rüdiger Geertz vom TV Uetersen haben hier gewisse Finalchancen. Gleiches gilt auch für Reinhard Schiewe (TG Barmstedt) bei den Herren 60. Außenseiterchancen bei den Damen 50 hat vielleicht Ute Jansen vom Gastgeber.

An Wochentagen beginnen die Partien um 15.30 Uhr, am Sonnabend und Sonntag jeweils um 9 Uhr.