Pinneberg
Fußball

Dieser Mann kriegt häufig was auf die Finger

Pechvogel Marcel Börnecke: Der Torhüter des FC Roland Wedel griff gegen den SC Ellerau (1:1) immer wieder beherzt zu, zog sich aber wie in der Vorsaison eine Fingerverletzung zu, denn er verdrehte sich gegen denselben Gegner den Daumen

Pechvogel Marcel Börnecke: Der Torhüter des FC Roland Wedel griff gegen den SC Ellerau (1:1) immer wieder beherzt zu, zog sich aber wie in der Vorsaison eine Fingerverletzung zu, denn er verdrehte sich gegen denselben Gegner den Daumen

Foto: Meincke

Roland Wedels Torwart Marcel Börnecke verdrehte sich erneut den rechten Daumen. Es ist dieselbe Verletzung wie 2014 gegen den SC Ellerau

Wedel.  Was ist, wenn Marcel Börnecke, 29, jetzt sagt, dass er nie wieder gegen den SC Ellerau antritt? Die Fußballer von Bezirksliga-Aufsteiger Roland Wedel würden ihrem Torhüter eine solch ablehnende Haltung nicht verübeln. Schon wieder hat sich Börnecke eine Verletzung des rechten Daumens eingehandelt, auch der Zeigefinger soll in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Schon wieder war der SC Ellerau der Gegner, so wie am 9. März 2014, als es ihn im Elbestadion in der 31. Minute erwischte. Mit Notlösungen zwischen den Pfosten hatten die taumelnden Wedeler später keine Chance mehr, dem Abstieg zu entgehen. Dieses Mal auf dem Ellerauer Kunstrasen (1:1) war für Börnecke beim Seitenwechsel Feierabend. Sofort schwoll der operierte Daumen an, nachdem er den Ball unter sich begraben hatte.

„Da hatten wir alle unser Déjà-vu und die Erinnerung an 2014 drängte sich auf“, sagt Trainer Dirk Kahl, der allerdings im Gegensatz zur Abstiegssaison einen gelernten Torhüter (Dominik Subbe) einsetzen konnte. Passend zu Marcel Börneckes Pech schafften es die Wedeler nicht, das 1:0 von Roger Macias-Mora (23.) zu verteidigen. Sieben Minuten vor dem Ende schoss der Ellerauer Janosch Rinckens den Ausgleich.

Bei Facebook geht oft der Daumen hoch, wenn Hossein Zolfaghari seiner Fangemeinde amüsante Filmschnipsel zur Verfügung stellt. Nun machte der zurzeit von einem Bandscheibenvorfall geplagte Kapitän des SC Egenbüttel selbst die Geste, die für gewöhnlich Anerkennung zum Ausdruck bringt.

Die Rellinger Kicker haben nämlich eine überzeugende Leistung geboten und den TSV Sparrieshoop dank Toren von Paul Jürs (9., 49.) und Tobias Veith (63.) 3:2 (1:1) geschlagen. Niklas Bischof bot ein gutes Torwart-Debüt, ohne bei den gegnerischen Torerfolgen von Oliver Stange (16., 46.) etwas ausrichten zu können. Beinahe wäre der Daumen in der 90. Minute zur Seite kippt. Dann aber stürzte sich Bischof dem Klein Offensether Michael Nöthen entgegen und verhinderte so den Treffer zum 3:3.

Der SSV Rantzau bot einen Auftritt mit Hand und Fuß. Nach einem 0:1-Rückstand (17.) trugen Marvin Jensen (22., 80.), Nico Breuel (40.) und Yusuf Önegi (70.) die Treffer zum 4:1 (2:1) auswärts über den Eimsbütteler TV zusammen. Es war nicht das erste Mal, dass die Barmstedter mit Jörg Bogdahn, 57, an der Seitenlinie siegten. Ursprünglich hatte Bogdahn als Co-Trainer aufgehört. Weil aber Bernd Ruhser und dessen neuer Assistent Boris Bozic im Urlaub weilten, ließ er sich noch einmal zu einem Einsatz überreden.

Von Rufen des Entsetzens war das 1:2 (1:1) des SC Pinneberg auf dem Kunstrasen an der Feldstraße gegen die Dritte des FC St. Pauli begleitet. Die galten aber nicht der gruseligen Offensivleistung der Gäste, sondern den Schreckmomenten in einer Geisterbahn des Hamburger Doms nebenan. Dennis Beckmann verwandelte einen an Fabian Tiede verschuldeten Foulelfmeter zum 1:1 (24.). Mehr sprang trotz Überlegenheit vor der Pause für die Pinneberger nicht heraus.

Dort, wo sich mehrfach im Jahr die Karussells drehen und der Duft gebrannter Mandeln in der Luft liegt, ist auch das Team von Hansa 11 zu Hause. Ein anderer Trainer als Guido Krenzk (SV Rugenbergen II) wäre vielleicht durchgedreht. In der letzten Minute köpfte ein Hansa-Akteur das 1:1 an der Ellerbeker Straße. Das 1:0 von Ricardo Baretto (52.) reichte den Bönningstedtern nicht zum ersten Saisonsieg. Krenzk hatte es nach dem Verlust von Torjäger Jeremy Wachter (TuS Osdorf) kommen sehen: „Wir werden uns manches neu erarbeiten müssen. Das braucht seine Zeit.“

Es bleibt abzuwarten, ob die SVR-Reserve noch die gute Rolle spielen kann, die ihr Stefan Dösselmann, Coach von Union Tornesch, zutraut. Umgekehrt hatte Krenzk die Tornescher Mannschaft im Vorfeld der neuen Saison auf das Favoritenschild gehoben. Mit Minimalismus wird der FC Union dieser Prognose bislang vollauf gerecht. Wie am ersten Spieltag gegen Roland Wedel hieß es auch bei Grün-Weiss Eimsbüttel 1:0. Martin Schwabe verwandelte in der 35. Minute einen abgeprallten Freistoß von Serge Haag in die nächsten drei Zähler, sah aber kurz vor dem Ende auch die Gelb-Rote Karte.

Dasselbe Schicksal ereilte Patrick Laube aus den Reihen des TSV Uetersen II (75.). Zu dem Zeitpunkt war das Nachbarschaftsderby gegen den TSV Seestermühe aber schon entschieden. Jörg Dreier (11.), Nils-Marvin Schwarz (24.) und Christian Kilb per Foulelfmeter im Nachschuss (49.) trafen zum 3:1 der Uetersener. Das 1:1 des Aufsteigers hatte Metin Tefci in der 24. Minute erzielt.