Pinneberg
Pferdesport

Die Springreiter sind ihre Favoriten

Sylva Kuhrt, Veranstalterin und Chefin im Pferdesportzentrum in Schenefeld-Friedrichshulde, spielt mit einem zwölfjährigen Wallach namens Diamond

Sylva Kuhrt, Veranstalterin und Chefin im Pferdesportzentrum in Schenefeld-Friedrichshulde, spielt mit einem zwölfjährigen Wallach namens Diamond

Foto: Mallon

Das Konzept von Sylva Kuhrt, Leiterin des Pferdesportzentrums Friedrichshulde und Organisatorin des Sommerturniers, erweist sich als erfolgreich.

Schenefeld. Springreiterin Janne-Friederike Meyer erhielt die offizielle Meldung des Deutschen Olympiade-Komitees (DOKR) in den gestrigen Vormittagsstunden. Im Grunde war es allerdings keine Überraschung mehr, was das DOKR durch Bundestrainer Otto Becker (Sandenhorst) bekanntgab. Für Deutschland reiten im Nationen-Cup der EM in Aachen vom 11. bis 23. August Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Christian Ahlmann (Marl), Daniel Deusser (Mechelen) und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen). Die Schenefelderin in Janne Meyer ist mit Goja als Ersatzreiterin in der Soers vorgesehen.

Zuvor, aus Anlass des Sommerturniers in Friedrichshulde, informierte sich die Europa- und Mannschaftsweltmeisterin über das viertägige Geschehen auf dem Turnierplatz an der Lindenallee, also dort, wo sie in der Vergangenheit schon häufig gestartet war. Verständliche Neugier einer prominenten Amazone beim „kleineren“ der beiden Sommerturniere für Spring- und Dressurreiter, die Sylva Kuhrt jedes Jahr im Pferdesportzentrum im Schenefelder Ortsteil Friedrichshulde organisiert. Auch diesmal bekamen Pferd und Reiter ein attraktives Programm serviert. Es wurden 1350 Nennungen für 34 unterschiedliche Prüfungen auf dem Gras-Parcours und den Dressurprüfungen in der Halle abgegeben.

Zunächst waren Berufsreiter zwei Tage lang mit jungen Pferden am Start. Dann folgten Amateure und talentierte Nachwuchsreiter, die ganz unter sich waren. Das Kostümspringen der jungen Reiter zum Beispiel im Schlumpf- und Feen-Qutfit sowie die Jump- und Rodeo-Prüfungen sorgten letztlich für den Spaßfaktor. Bei letzterer Prüfung traten die Teilnehmer im Zweier-Team an. Ein Reiter jagte mit seinem Pferd über die Hindernisse, während sein Mitstreiter auf einem Elektro-Bullen ritt und diesen zu „bändigen“ versuchte. Dabei geht es um Punkte und Zeit. Die Prüfung ist in dem Moment beendet, wenn der Partner vom Elektro-Bullen fällt. Für Hobbyfotografen waren die Harlekine aus Bremen, die als Elefant und Wüstenkamel auftraten, das Topmotiv. Schmunzeln am Rande des Geschehens, so soll es schließlich auch sein.

Für den Veranstalter war allerdings durchaus Ernsthaftigkeit geboten. „Die Abläufe unserer Turnierserien besprechen wir durchweg mit Reitern, die mehr als 90 Pferde bei uns in den Boxen eingestellt haben“, sagt Sylva Kuhrt. Kontaktiert wird auch Janne-Friederike Meyer. „Meine Terminierung soll hier niemanden überraschen“, sagt Organisatorin Sylva Kuhrt. Zwei Besprechungstermine vor Sommer und Herbst haben sich renommierte Reiter wie Lilly Matthes, Kristin Kirchner und Christian Straub (Schenefeld) im Kalender eingetragen. 15 bis 20 Turnierveranstaltungen sind von Oktober bis April in der Planung.

„Die meisten unserer Meetings sind Trainingsturniere mit dem Schwerpunkt Springreiten“, sagt Organisatorin Kuhrt. Dressurprüfungen würden ebenfalls in regelmäßigen Abständen ausgeschrieben werden. Einsteller sind zu 95 Prozent Sportreiter, darüber hinaus liegt der Schwerpunkt im Pferdesportzentrum Friedrichshulde auf der Hallensaison. Turniere sind hinsichtlich der Teilnehmerzahl vor allem im Winter begrenzt und die Termine stets schnell ausgebucht.

Umbaumaßnahmen an der Lindenallee werden in der Reiterszene begrüßt

Unterdessen überraschen Umbaumaßnahmen und Verbesserungen in Friedrichshulde die Reiterszene. „Über sieben neue genehmigte Pferdeboxen plus Auslauf freuen wir uns besonders“, sagt Sylva Kuhrt. „Die Hallenerweiterung in Richtung Norden wird für uns ein Höhepunkt sein“, sagt Kuhrt. Die Springreiter werden in dem Anbau demnächst über zusätzlichen Platz von 20 mal 40 Meter verfügen. Die zwei klassischen Sommerturniere mit den Springen und Dressur laufen hingegen parallel zwischen Grasplatz und Halle. Daran wird sich auch nichts ändern.

Für das kleine Sommerturnier wurde die für Dressurprüfungen reservierte Halle kurzfristig auch den professionelle Springreitern zur Verfügung gestellt. Grund: Nach den ständigen Regenfällen hatte der Grasplatz nicht die gewünschte Qualität. „Dressurreiter reisten somit einen Tag später an“, sagt Sylva Kuhrt „Es war richtig, die Schauplätze wechseln“, sagt Kuhrt. Einige Amateure und Profireiter aber hatten vor mehr als sechs Wochen ihre Nennungen abgegeben. Doch nicht jedes Pferd galoppiert über jeden Boden – so wie in der Halle. Die einen mögen es griffiger, andere sind an den Beinen weniger empfindlich. Jeder Reiter weiß um die Beschaffenheit seines Springpferdes und entscheidet aufgrund der Bodenqualität, ob die Pferde vom Transporter geführt werden sollen oder besser nicht.

Darum ließen sich in der Meldestelle manche Teilnehmer für das in die Halle verlegte Turnier streichen, Berufsreiter wollten trainierte Jungpferde nicht „indoor“ präsentieren. Die Sprünge stehen eng beisammen und erhöhen qualitativ eindeutig den Anspruch. Eine Ausweichmöglichkeit für kleine Schlenker (Volten, die Red.) gibt es kaum. Aus diesem Grund werden Nachwuchsakteure derzeit für Aktivitäten auf Außenplätzen geschult.

In und um Hamburg gibt es im Herbst und Winter kaum noch Hallenturniere, Die terminliche Koordination in der Turnierlandschaft ist problematisch. „Wir füllen mit unserem Meeting eine Nische, die benötigt und angenommen wird“, sagt Kuhrt. Die Turniere dauern auf Grund der Nachfrage in der Regel vier Tage, Tagesturniere sind dagegen eher selten in der Planung zu finden. Einsteller sehen es hingegen gelassen, wenn die Halle ab Oktober für die Winterzeit blockiert ist, viele Kunden nutzen die Gelegenheit und reiten mit. Auf einer normalen Kundenanlage funktioniert das Konzept nicht. Der Schwerpunkt bleibt im Pferdesportzentrum beim Springreiten. Dressur- und Distanzreiter werden mit diesem Konzept allerdings nicht glücklich.
Ergebnisse www.fnverlag.de