Pinneberg
Pferdesport

Das Deutsche Derby ist noch immer der Kick

Janne Friederike Meyer auf Goja, den sie an den Derbytagen satteln möchte. In Hagen (Westfalen) belegte sie in einer S-Prüfung den zweiten Platz

Janne Friederike Meyer auf Goja, den sie an den Derbytagen satteln möchte. In Hagen (Westfalen) belegte sie in einer S-Prüfung den zweiten Platz

Foto: Friso Gentsch / dpa

Von Mittwoch an trifft sich die Welt-Elite bei Deutschlands exklusivstem Reitsportereignis. Auch Janne Friederike Meyer (Schenefeld) geht ins Rennen

Schenefeld. Für das Deutsche Spring- und Dressur-Derby, das von Mittwoch, 13. Mai, bis Sonntag, 17. Mai, im Derby-Park von Klein Flottbek stattfindet, haben sich wie in jedem Jahr schon viele Stars der Springsportszene angekündigt. Bevor es so weit ist, werden Pferde ausgewählt, es wird über Naturhindernisse und Wassergräben gesprungen – ein ausgefeiltes Training eben.

Mit Spannung erwarten die Pferdesportfreunde die zwei Qualifikationsrunden. Und dann wartet jeder natürlich, welcher Reiter mit seinem Vierbeiner in das Finale am Sonntag einzieht. Zu den Favoriten zählt naturgemäß Titelverteidiger Nisse Lüneburg aus Hetlingen, der mit seinem Lehrmeister Calle Cool bereits zweimal gewann. Der ebenfalls zweimalige Derbysieger Carsten-Otto Nagel vom Wedeler Moorhof steht ebenso im Rampenlicht der internationalen Aufmerksamkeit.

Nicht zu vergessen freilich auch Janne Friederike Meyer aus dem Schenefelder Ortsteil Friedrichshulde. Die 34 Jahre alte Amazone zieht einen Start im Springderby in Erwägung und hat dafür zum einen den Schimmelwallach Casting ins Auge gefasst. Der elf Jahre alte Wallach stammt von besten Eltern: Heiko Schmidts Top-Vererber, der Mecklenburger Hengst Cellestial, ist der Vater, die Holsteiner Calypso II-Tochter Corlanda die Mutter. Janne Meyer geht das Unternehmen Derby gut überlegt an. „Wir werden sowieso erst einmal bei Carsten-Otto Nagel fragen, ob wir ein paar Derbysprünge machen können“, sagt die zweifache Mannschafts- Welt- und -Europameisterin. Soll heißen, ein Probelauf bei Carsten-Otto Nagel in Wedel ist vorgesehen, denn der Parcours auf dem dortigen Moorhof beinhaltet Derby-ähnlich nachgebaute Sprünge.

Die Generalprobe mit Casting vor den Derbytagen gestaltete Meyer vielversprechend. In Hagen am Teutoburger Wald platzierte sie sich in der Mittleren Tour im Vorderfeld. Ihr achtjähriger Hengst Codex, den sie auch zum Derby mitbringen wird, sicherte sich im Finale der jungen Nachwuchspferde den dritten Platz. „Ich glaube, das ist eine gute Ausgangsposition für die Rider Tour“, sagt Janne Meyer.

Mehr als 19 Nationen reisen für das Sportmeeting in die Elbvororte. Die Prinzensöhne aus dem Öl-Scheichtum Katar lassen für die Global Champions Tour ihre sündhaft teuren Springpferde einfliegen. Athina Onassis, Enkelin des griechischen Reeders und jüngste Milliardärin der Welt hat sich ebenso Startplätze gesichert. Doch auf dem Hamburger Derbyplatz sind immer Überraschungen möglich, unterschätzte Außenseiter haben hier schon für Verwunderung und Aufregung gesorgt.

Das Deutsche Spring-Derby ist für Pferd und Reiter im Springsport eine echte Herausforderung. Da richtet sich der Blick von Janne Friederike Meyer, mehr Richtung Qualifikation. „Wenn die erste Runde in Ordnung war und ich gut schlafen kann, dann geht es in die zweite Qualifikation und wenn der Eindruck auch da gut war und ich wieder gut schlafen kann, dann denken wir über den Sonntag nach,“ so die Amazone.

Calle Cool reicht nach dem Derby den Rentenschein ein

Der aussichtsreichste Kandidat aus Sicht des Kreises ist und bleibt Nisse Lüneburg. Sein „Edel-Oldtimer“ Calle Cool wird zum letzten Mal in seiner Laufbahn zu sehen sein – es ist also ein würdiger Abschied für den Wallach. Nisse Lüneburg: „Seinen Rentenschein hat er bei uns auf dem Magdalenhof schon eingereicht. Wir haben schon im vergangenen Jahr darüber nachgedacht. Aber Calle Cool ist fit.“ Kein Pferd sei stärker motiviert als er, keines würde beim Training so übermütig herumbuckeln. Der Wunsch sei, den Wallach nach den Derbytagen gesund in den Ruhestand zu schicken.

Die gesamte Derbytour ist aufgewertet worden. Insgesamt werden in den zwei Qualifikationen, dem Speed-Derby und dem Deutschen Spring-Derby fast 200.000 Euro Preisgeld ausgeschüttet, allein das 86. Deutsche Spring-Derby ist mit rund 125.000 Euro dotiert, also 20.000 Euro mehr als in den Vorjahren. Das Gesamtpreisgeld beträgt 905.000 Euro.

Das spannende Sport-Wochenende wird umfangreich im Fernsehen übertragen (siehe Kasten unten). Von Donnerstag bis Sonnabend überträgt der NDR internationalen Sport, am Sonntag zeigt das ZDF das 86. Deutsche Spring-Derby. Am Sonnabend wird bei Eurosport der Große Preis von Hamburg im Rahmen der Global Champions Tour gezeigt.

Volker Wulff, Turnierorganisator und Veranstalter, weiß um die Strahlkraft des medienträchtige Ereignisses. Diese Meinung teilt auch Unternehmer Albert Darboven. „Hamburg ist nicht nur die Derby-Hauptstadt, sondern auch Pferdesport-Metropole Deutschlands. Diese Empfehlung ist auch für die Olympiabewerbung relevant.“