Prisdorf

Der Traum wird tatsächlich wahr

Prisdorfs Tennis-Damen erreichen mit neuem Trainer Björn Meinecke die Nordliga. Der alte Trainer Leif Martens geht nach zwölf Jahren.

Prisdorf . Als die Tennis-Damen des TC Prisdorf ihren großen Triumph auskosteten, saß er bereits auf der Bank und feuerte die Spielerinnen lautstark an: Björn Meinecke, der neue Trainer der Damen-Mannschaft, die mit einem unerwartet klaren 5:1-Erfolg beim HTV Hannover den Aufstieg in die Hallen-Nordliga geschafft hat.

Vorausgegangen war im Vorfeld des kurzfristig anberaumten Aufstiegsspiels ein Gespräch, das der Vorstand des TCP mit dem bisherigen Coach Leif Martens geführt hatte. Danach beschlossen beide Seiten, die seit zwölf Jahren bestehende Zusammenarbeit zu beenden. Hintergrund: Martens ist gleichzeitig Trainer bei der SV Blankenese, sodass sich seine Arbeit in Prisdorf terminlich zunehmend schwieriger gestaltete. "Wir wollen für unsere Mädels aber optimale Bedingungen schaffen und sie vor allem nicht im Ungewissen lassen", sagt der Vorsitzende Dieter Splettstößer.

Auch in der zweiten Mannschaft gibt es noch einiges Potenzial

Der in Quickborn wohnhafte Björn Meinecke, 62, gilt als Urgestein in der norddeutschen Tennistrainer-Szene. Meinecke eilt der Ruf voraus, nicht immer ganz leicht zu nehmen zu sein. Andererseits besitzt er großes Fachwissen, weiß Tennissportler dahin gehend zu motivieren, dass diese das Trainingspensum im Wettkampf erfolgreich umsetzen. Dieter Splettstößer: "Ich bin zuversichtlich, dass die Mädchen an der Arbeit mit Björn Meinecke Gefallen finden werden."

Mit dem TC Prisdorf ist der neue Coach, dessen Sohn Finn seit einiger Zeit in Tampa (USA) studiert, übrigens schon seit längerer Zeit sportlich verbunden. Er betreut vier Stunden pro Woche die TCP-Nachwuchsspielerinnen Marie Chikhi, Nadja Gerber und Nadine Geschke. Gerber und Geschke gehören zur zweiten Prisdorfer Mannschaft, die in der Verbandsliga auf dem dritten Platz landete, punktgleich mit dem Nachbarn LTC Elmshorn. Neben Gerber und Geschke haben auch Akteure wie Saskia Kruse und Jana Skirde die nötige Spielstärke, um in der Freiluftsaison im Sechser-Team (ebenfalls Nordliga) einen Platz zu beanspruchen. Die Saison beginnt für die TCP-Damen am Mittwoch, 1. Mai, mit dem Auswärtstreffen beim TC GW Gifhorn.

Dem Stamm des Kaders war es jetzt vorbehalten, beim Spiel in Hannover den Aufstieg in die Nordliga perfekt zu machen. Und das gegen einen Gastgeber aus der Landesliga Niedersachsen, der vorher sicher gewesen war, mit Prisdorf einen schlagbaren Gegner vor der Nase zu haben. Entsprechend groß war bei den HTV-Damen denn auch die Siegeszuversicht. Dass alles anders kam, verdanken die Prisdorferinnen der Tatsache, dass sie auf den Punkt topfit antraten und ihr Leistungspotenzial abriefen. An Nummer eins verlor Kirsa Utech zwar mit 4:6, 2:6 gegen Michael Witt, doch zu diesem Zeitpunkt stand es schon 2:0 für Prisdorf, nachdem Marie Chikhi (6:2, 6:2 gegen Katharina Lattmann), und Alison Röpcke (6:4, 6:1 über Kseniya Stanislavchuk nach 1:5-Rückstand in Satz eins) ihre Einzel gewonnen hatten. Schließlich behauptete sich noch Simone Wienbeck mit 7:6, 6:0 über Jorina Franke.

In den Doppeln ließen sich Kirsa Utech und Alison Röpcke nichts vormachen und siegten mit 6:1, 6:2. Nur im letztlich bedeutungslosen Doppel von Marie Chikhi und Simone Wienbeck ging es etwas spannender zu, als nach 6:4, 5:7 im Match-Tiebreak des dritten Satzes (10:8) die Entscheidung fiel.

Knapp 100 Zuschauer hatten sich im Leistungszentrum des niedersächsischen Tennis-Verbandes eingefunden. "Dass die Mädels sich von dieser Begeisterung und dem Lärmpegel in der Halle nicht irritieren ließen, finde ich schon bemerkenswert", sagte Dieter Splettstößer. In der Sommersaison können die Damen sich dann wieder auf die eigenen Fans verlassen. Bei der derzeitigen Wetterlage erscheint es allerdings nicht unbedingt sicher, ob die Nordliga-Partien zum vorgesehenen Termin starten können.

Wenn der Schnee weggetaut ist, muss erst einmal der Frost komplett aus dem Boden weichen. Bis zum 12. April soll die Anlage am Ahrenloher Weg neu herausgeputzt und fertiggestellt sein. Danach werden die sechs Plätze noch etwa eine Woche gewalzt. Die Mannschaftsmitglieder selbst treffen sich in der letzten April-Woche bei einem Trainingscamp auf der Anlage, um sich den letzten Feinschliff für die Nordliga anzueignen. Prisdorf tritt in einer Siebener-Staffel an, hat folglich sechs Partien zu bestreiten. Gegner sind neben GW Gifhorn noch Rot-Weiss Wahlstedt II, TC an der Schirnau, der Club an der Alster, TSV Havelse und Rot-Weiß Bremen.