Kreis Pinneberg

Online-Umfrage zur Maskenpflicht abgebrochen

Eine Gesichtsmaske liegt am Straßenrand im Herbstlaub. Der Landeselternverband hat eine Online-Befragung zur Maskenpflicht abgebrochen (Symbolbild).

Eine Gesichtsmaske liegt am Straßenrand im Herbstlaub. Der Landeselternverband hat eine Online-Befragung zur Maskenpflicht abgebrochen (Symbolbild).

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Landeselternbeirat stoppt Online-Erhebung schon nach einem Tag. Als Grund wurden Manipulationsaufrufe in sozialen Netzwerken genannt.

Elmshorn/Kiel.  Der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein hat eine Online-Umfrage zu einer möglichen Verlängerung der Maskenpflicht an Schulen nach Manipulationen abgebrochen. Bereits kurz nachdem die Umfrage gestartet worden sei, seien erste Hinweise zu Manipulationsaufrufen eingegangen, sagte der Beirats-Vorsitzende Thorsten Muschinski, der in Elmshorn lebt, am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Deswegen sei die Umfrage nach etwa einem Tag abgebrochen worden. „Das ist schade. Wir wollten ein echtes Ergebnis, wie auch immer es ausgegangen wäre“, betonte Muschinski. Durch die Manipulationen sei nicht nur eine demokratische Meinungsfindung verhindert worden, sondern auch die Möglichkeit, an den Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Der Plan des Gremiums war, die Umfrageergebnisse dem schleswig-holsteinischen Bildungsministerium zur Verfügung zu stellen, damit es sie seine die Entscheidungen einbeziehen könne.

Auf Facebook schreibt Muschinski, dass von „diversen Gruppen der Corona-Leugner und Maskenverweigerer“ dazu aufgerufen worden sei, die Umfrage zu manipulieren.

Laut Landeselternbeirat gingen bei ihm nicht nur zahlreiche beleidigende Kommentare per E-Mail oder online ein, sondern Thorsten Muschinski und dessen Familie seien auch persönlich bedroht worden. „Da sind Grenzen überschritten worden, die einfach nicht überschritten werden dürfen“, sagte der Vorsitzende. Und kündigte an, dass er in jedem einzelnen Fall Anzeige erstatten werde.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien kritisierte die Manipulationsversuche und Bedrohungen gegenüber dem Landeselternbeirat scharf: „Beleidigungen und verbale Angriffe gegen einen Landeselternbeiratsvorsitzenden, der durch eine Online-Umfrage zu genau dieser Meinungsbildung beitragen wollte, sind absolut inakzeptabel“, sagte die CDU-Politikerin. „Die Vorfälle und die versuchte Manipulation der Umfrage zu Mund-Nasen-Bedeckungen an Schulen zeigen, welch aggressive Minderheit gegen die Alltagsmasken agitiert und dass es den sogenannten Maskengegnern nicht um Erkenntnisse, sondern um Durchsetzung ihrer Ideologie geht.“

Prien betonte, die Landeselternbeiräte seien demokratisch gewählte Gremien, die die Eltern an den Schulen verträten. „Ihre Arbeit ist wichtig, gerade in Zeiten großer Herausforderungen für die Schulgemeinschaft.“