Kreis Pinneberg

Pinneberg Museum hat jetzt eine Archäologin

Volontärin Jana Stoppel (33, r.) und FSJlerin Leonie Wiedenmann (19), hier hinter der Mineralienvitrine, sind die beiden Neuen im Stadtmuseum Pinneberg.

Volontärin Jana Stoppel (33, r.) und FSJlerin Leonie Wiedenmann (19), hier hinter der Mineralienvitrine, sind die beiden Neuen im Stadtmuseum Pinneberg.

Foto: Mareike Müller

Jana Stoppel soll eine Privatsammlung aufarbeiten. Eine Abiturientin kümmert sich um den Social-Media-Auftritt des Museums.

Pinneberg.  Stadtgeschichte von der Steinzeit bis zum Nationalsozialismus – für die Archäologin Jana Stoppel und Leonie Wiedenmann, die ein Freiwilliges Soziales Jahr macht, gibt es nichts Spannenderes. Seit Anfang dieses Monats arbeiten beide im Stadtmuseum Pinneberg mit. Damit ist das Museum nach dem Stadtmuseum Wedel das nächste im Kreis Pinneberg, dass über archäologisches Fachpersonal verfügt.

Jana Stoppel absolviert seit dem 1. August für zwei Jahre ihr Volontariat im Stadtmuseum Pinneberg. Die Archäologin und Museumspädagogin stieß dabei nicht zufällig auf das Pinneberger Museum. Schon im Jahre 2011 habe sie dort ein Praktikum absolviert. „Ab 2013 habe ich dann nach meinen Studium der Vor- und Frühgeschichte als Freiberuflerin die Kinderprogramme des Museums organisiert und geleitet“, sagt die 33-Jährige. Im Museum ist sie also schon lange bekannt. Doch das allein reicht nicht. Ihre wissenschaftliche Vorausbildung sei Voraussetzung für ihre Mitarbeit gewesen, sagt die Museumsleiterin Ina Duggen-Below.

Als Archäologin bietet Jana Stoppel dem Stadtmuseum Pinneberg nun ganz neue Möglichkeiten. „Wir haben als Mehrspartenmuseum sehr viele wissenschaftliche Bereiche abzudecken. Da gibt es die Historie, die Mineralogie, Kunstgeschichte und die Archäologie“, sagt die Museumsleiterin. „Dank Jana Stoppel kann nun beispielsweise eine große private archäologische Sammlung aufbereitet werden“, sagt die 64-Jährige weiter. Außerdem könne die Volontärin durch ihr Studium der Vor- und Frühgeschichte in der Ausstellung besonders gut auf den Teil dieser geschichtlichen Epoche eingehen.

Archäologin kümmert sich auch um Öffentlichkeitsarbeit

Und was macht man sonst noch als Archäologin im Stadtmuseum Pinneberg? „Zu meinen Aufgaben gehören zum Beispiel das Dokumentarisieren und Inventarisieren unserer Ausstellungsstücke. Außerdem bin ich für die Restauration der Funde zuständig, aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Stoppel. Auch die zurzeit drei angebotenen Kinderprogramme oder aber Kindergeburtstage werde sie leiten. Damit leistet die Archäologin einen großen Beitrag zur Arbeit im Museum. Durch das Inventarisieren könnten beispielsweise andere Museen Fundstücke des Stadtmuseums ausleihen. Dabei würden die Ausstellungsstücke in ein Onlinenetzwerk hochgeladen, wo sie dann begutachtet werden könnten.

Stoppel erfüllt sich mit ihrem Volontariat einen Kindheitstraum: „Als ich zwölf war, habe ich bei der Ausgrabung eines Torbogens zusehen können. Ich fand das damals total toll und wollte am liebsten selbst mithelfen.“ Doch nicht nur ihr Volontariat lässt ihren Wunsch langsam wahr werden. Ihre freiberuflichen Erfahrungen ebneten der 33-Jährigen den Weg. Unter anderem habe sie außer im Stadtmuseum Pinneberg im archäologischem Museum Hamburg und im Steinzeitpark Dithmarschen gearbeitet. Heute gräbt sie zwar keine Torbögen aus, untersucht dafür aber archäologische Funde aus Pinneberg.

Auch Leonie Wiedenmann ist seit dem 1. September beim Pinneberger Museum und absolviert dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). „Ich bin über ein Portal im Internet auf das Stadtmuseum gestoßen und dachte mir, dass das eine tolle Möglichkeit für mich wäre“, berichtet die Appenerin. Nach ihrem Abitur in diesem Jahr habe sie zunächst ein Orientierungsjahr vor einem Studium oder einer Ausbildung einlegen wollen. „Da ich mein Abitur in Geschichte geschrieben habe und mich schon lange für die Thematik interessiere, habe ich mich für ein FSJ hier im Stadtmuseum entschieden“, sagt die 19-Jährige. In ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr werde sie grundsätzlich in allen Bereichen des Museums mitwirken, habe aber dazu einen eigenen Schwerpunkt: „Ich kümmere mich vor allem um die Social Media Kanäle des Stadtmuseums“.

Während Leonie Wiedenmann noch keine klaren Pläne für die Zeit nach ihrem FSJ hat, weiß Jana Stoppel bereits, welche berufliche Richtung sie nach dem Volontariat einschlagen möchte: „Ich hoffe auf eine Festanstellung im Stadtmuseum Pinneberg.“ Bis dahin wolle sie aber, genauso wie Wiedenmann, noch ganz viel Erfahrung im Museum sammeln.