Elmshorn

Das sind die Gewinner des Denkmal-Fotowettbewerbs

Die Gewinner stehen fest: Zum Tag des offenen Denkmals lobten Denkmalamt, Heimatverband und Abendblatt Wettbewerbs-Preise aus.

Elmshorn. Es war ein historischer Ort, an dem die Preisübergabe mit Ausstellung am Sonntagvormittag stattfand: Mit dem Kranhaus als Teil der denkmalgeschützten Knechtschen Hallen in Elmshorn hatten die Mitarbeiter der Kreisverwaltung einen passenden Ort gefunden, um die Gewinner des Fotowettbewerbs zum Tag des offenen Denkmals zu würdigen und deren Fotos der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Normalerweise werden an diesem wichtigen Tag nach jeweils einem Leitmotiv die dazu passenden Denkmäler öffentlich zugänglich gemacht, informieren Experten fachkundig darüber. Wegen der Corona-Pandemie musste der Tag des offenen Denkmals aber ausfallen, und so entwickelten die Kreisdenkmalpflegerin Antje Metzner, Rainer Adomat, Vorsitzender des Kreis-Heimatverbandes, und Alexander Sulanke, Redaktionsleiter der Pinneberg-Ausgabe des Hamburger Abendblattes, gemeinsam die Idee eines Fotowettbewerbs, der dazu ermunterte, sich den Denkmälern des Kreises mit der Linse zu nähern.

1. Preis für spitzgiebelige Holzfenster

Die Ergebnisse dieses Wettbewerbs bieten eine schöne Bandbreite an Kreativität im Umgang mit dem Medium Fotografie, die über konventionelle Postkartenmotive hinausgeht. Im Gegenteil: Viele der Einsender hatten offenbar den Ehrgeiz, an den ihnen vertrauten Bauwerken das Besondere und das nicht sofort Erkennbare aufzuspüren und festzuhalten. Jedem, der ein Foto eingesandt hatte, überreichte Antje Metzner ein Buch über den Kreis Pinneberg.

Die drei Gewinner freuten sich sehr über die Auszeichnung. Den ersten Preis erhielt Erhard Schimanski, der sich durch Pinneberg bewegt hat und dort zum Beispiel drei ungewöhnliche spitzgiebelige Holzfenster eines Gebäudes fotografiert hat, hinter denen seit geraumer Zeit keinerlei Bewegung mehr zu beobachten ist: Sie gehören zu der Holzhandlung Warncke, einem Familienbetrieb in der Stadt, der vor gut einem halben Jahr geschlossen hat. Seitdem stehen diverse Hallen und Grundstücke nahe den Bahngleisen zum Verkauf.

Das Holzgebäude, aus dem sich Schimanski aufmerksam das Detail der Fenster herausgepickt hat, steht am Rübekamp, dort, wo die Unterführung zur Mühlenstraße unter den Bahngleisen durchführt. Der Lack ist abgeplatzt, doch ist deutlich das ästhetisch und stilistisch hohe Niveau früherer Holzbaukunst zu erkennen, die hier an der Rückseite mit einem Backsteinbau kombiniert wurde. Das ist mit Sicherheit auch der Grund, warum das besondere Lagergebäude mit der antikisierenden Front, um 1925 mit den Ideen der Moderne verschmolzen, zusammen mit der wunderschönen Villa Warncke an der Schauenburger Straße und dem dortigen Pferdestall unter Denkmalschutz gestellt wurde. „Dieses Gebäude steht als Denkmal da.

Und es wird so vernachlässigt“: Preisträger Erhard Schimanski schüttelt den Kopf. „So schnell kann ein Denkmal verkommen. Das habe ich gedacht, als ich das fotografiert habe.“ Er war es auch, der das Emblem über dem Eingang zur ebenfalls denkmalgeschützten Ernst-Paasch-Halle fotografiert und eingereicht hat: Viermal der Buchstabe F, immer aus einer anderen Himmelsrichtung zu einem griechischen Kreuz vereint -- „das bedeutet frisch, fromm, fröhlich, frei!“ erklärt Schimanski und lacht.

Redaktionsleiter Alexander Sulanke überreichte ihm das originalgetreue Replikat einer Kachel aus dem alten Elbtunnel: „Durch den alten Elbtunnel bin ich früher öfter zur Arbeit gefahren“, erinnert sich Schimanski.

2. Preis für das kleinste Baudenkmal im Kreis

Auch Linda Rask freut sich sehr über die Auszeichnung. Sie erhielt den zweiten Preis für ein Foto, das von besonderer Aufmerksamkeit für etwas zeugt, was die allermeisten, die auf der B 4 daran vorbeibrausen, wohl übersehen werden: Das kleinste Baudenkmal im Kreis ist dieser steinerne Meilenstein aus dem 19. Jahrhundert, einer von insgesamt 54, die den Weg zwischen Altona und Kiel markieren. „Ich fahre täglich daran vorbei, und der Stein regt mich zum Nachdenken an. Er bereichert mein Leben“, sagt Linda Rask. Als zweiten Preis bekam sie ein Pfeffer-und-Salz-Set in Gestalt der Elbphilharmonie.

3. Preis für das Sonnelicht über Knechtschen Hallen

Die Perspektive über den Dächern der Knechtschen Hallen konnte Sven Herrmann wählen, weil er eine Drohne einsetzte, morgens um halb sieben, wenn das Sommerlicht noch so schön golden leuchtet. Er hat damit den dritten Preis gewonnen, ein Hamburg-Buch.

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Den Blick für das Detail schärfen

So ein Fotowettbewerb sei ein wichtiges Instrument, um auf den Denkmalschutz aufmerksam zu machen, sagt die Kreisdenkmalpflegerin Antje Metzner. Es gehe darum, den Blick auf das Denkmal, auf die Details zu schärfen, „dieser Blick ist damit hervorgekitzelt.“

In letzter Zeit schössen überall, auch innerhalb historisch gewachsener Dörfer, kastenförmige Neubauten oder sogenannte Stadtvillen aus dem Boden, was sie aus fachlicher Sicht missbilligt, denn „die Gemeinden sind verpflichtet, das Erscheinungsbild ihrer Gemeinden, deren kulturelle Identität für die Bürger zu erhalten.“ Tatsache sei, dass das Land zu wenig Geld für den Denkmalschutz ausgebe, und dass es vor allem für den Erhalt der kostspieligen Reetdächer keine Programme gebe: „Wenn die Reetdächer verschwinden, verschwindet auch die Kulturlandschaft.“

Alexander Sulanke sagt: „Sie erleben mich als Denkmalfreund, nicht als Experten, doch Denkmäler haben aus meiner Sicht noch immer nicht den Stellenwert, den sie haben müssten.“