Kreis Pinneberg

Was vom Schenefelder Hof Harder übrig blieb

Architekt Jürgen Hansen (v. l.) und Bauherr Jan Behrendt überreichen Bürgermeisterin Christiane Küchenhof das Ölgemälde. Darauf gut zu erkennen ist die Hänge-Buche, die die Zeit überdauern wird. Das Bild ist beim Ausräumen des alten Bauernhofs entdeckt worden.

Architekt Jürgen Hansen (v. l.) und Bauherr Jan Behrendt überreichen Bürgermeisterin Christiane Küchenhof das Ölgemälde. Darauf gut zu erkennen ist die Hänge-Buche, die die Zeit überdauern wird. Das Bild ist beim Ausräumen des alten Bauernhofs entdeckt worden.

Foto: Arne Kolarczyk

Ein vor dem Abriss gefundenes Ölgemälde erinnert an ein Stück Schenefelder Geschichte. Investor startet nun mit Neubauprojekt.

Schenefeld.  Die Abrissbagger haben ganze Arbeit geleistet: Der Hof Harder ist schon einige Zeit Geschichte. Doch eine der letzten bäuerlichen Hof-stellen im Schenefelder Dorf lebt weiter – auf einem Ölgemälde. „Es wird einen sehr schönen Platz bekommen“, verspricht Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Schließlich zeige die Illustration „ein Stück der Schenefelder Geschichte“, die nun der Vergangenheit angehöre.

Für die Zukunft steht die Baugesellschaft Behrendt aus Hamburg. Sie hat dem ehemaligen Eigentümer Claus Harder das 5800 Quadratmeter große Grundstück an der Ecke Dorfstraße/In de Masch abgekauft und plant dort den Neubau von 44 Wohneinheiten, die sich auf drei Häuser verteilen. Das Projekt fügt sich in die Umgebung ein, die inzwischen von dezentem Geschosswohnungsbau dominiert wird. Aber es soll auch die Vergangenheit aufnehmen und ein wenig die dörfliche Struktur widerspiegeln. So werden sich die Gebäude U-förmig um eine etwa 120 Jahre alte Hänge-Buche in der Mitte des Hofes gruppieren und von allen Balkonen und Terrassen einen Blick ins Grüne bieten.

Es entstehen Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen, die 48 bis 123 Quadratmeter groß sind und zeitgemäßen Komfort bieten. Zwei Etagen plus Dachgeschoss, ein heller Verblendstein, eine graue Holzfassade ab dem ersten Stock und eine klassische dunkle Dachpfanne sollen ein wenig an die Vergangenheit erinnern.

Aus der stammt das Ölgemälde, das die neuen Eigentümer beim Ausräumen des alten Bauernhauses auf dem Dachboden fanden und aufarbeiten ließen. Firmenchef Jan Behrendt und Architekt Jürgen Hansen übergaben das Bild vor Kurzem an die Bürgermeisterin – verbunden mit dem Dank für die bisher gute Zusammenarbeit. „Wir haben in enger Abstimmung mit der Stadt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgestellt“, sagt der Architekt. Laut Firmenchef Behrendt sei es von Anfang an Ziel gewesen, die zwei alten Bäume auf dem Areal – die Buche und eine Eiche – zu erhalten und in das Neubauprojekt mit einzubeziehen. „Es ergibt sich für die künftigen Bewohner eine viel bessere Atmosphäre, wenn dort die alten Bäume stehen bleiben.“

Erdarbeiten sollen noch in diesem Monat beginnen

Das Bauunternehmen wird eine zweistellige Millionensumme in das Projekt investieren. „Zu Beginn war das nicht ganz unumstritten“, blickt Küchenhof zurück. Das habe sich jedoch geändert. Die Zukunft an der Ecke Dorfstraße/In de Masch soll im ersten Quartal 2022 bezugsfertig sein. Aktuell wartet die Firma noch auf die Baugenehmigung des Kreises, die die sich durch die Corona- und Urlaubszeit etwas verzögert hat. „Wir wollen im Herbst mit dem Bau loslegen“, sagt der Firmenchef. Die Erdarbeiten sollen bereits im August starten. Aktuell deutet nur das Bauschild auf das Millionenprojekt hin.

„Drei Wohnungen haben wir bereits verkauft“, sagt Jan Philipp Werner, Vertriebschef bei Behrendt. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 56 Quadratmetern und Balkon kostet 299.000 Euro, für eine Penthouse (110 Quadratmeter) mit vier Zimmern und Dachterrasse werden 635.000 Euro verlangt. Hinzu kommt, wenn gewünscht, ein Stellplatz in der Tiefgarage. Pro Wohneinheit entsteht ein Stellplatz, auf Wunsch auch für ein Elektroauto. Auch das gehört an diesem Ort zur Zukunft.

Das Ölbild aus der Vergangenheit könnte, so Bürgermeisterin Christiane Küchenhofs Wunsch, irgendwann in eine begehbare Chronik der Stadt integriert werden.