Rellingen

Grillfleisch aus dem Automaten – gibt es im Kreis Pinneberg

| Lesedauer: 4 Minuten
Carolin Bertsch
Ein Hofladen in Rellingen verkauft Grillfleisch in einem Automaten.

Ein Hofladen in Rellingen verkauft Grillfleisch in einem Automaten.

Foto: HA

24 Stunden am Tag erreichbar: Das Gerät am Hofladen in Rellingen war einer der ersten im Norden – und hat sich bewährt.

Rellingen. Grillbegeisterte haben es in diesem Sommer schwer. Bei den Wetterschwankungen muss jede Gelegenheit ergriffen und der Grill auch mal spontan angeschmissen werden. Da kann es im Eifer passieren, dass der Grill raucht, aber kein Fleisch da ist. Doch was tun, wenn sonn- oder feiertags das Fleisch oder andere Zutaten für den gemütlichen Abend fehlen? Die Lösung des Problems findet man vor dem Rellinger Hofladen. Der Automat verkauft rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche.

Rellinger Automat verkauft Grillfleisch

Der Automat, der den Abend retten kann, steht vor der Tür unter einem kleinem Vordach. Er war einer der ersten in Norddeutschland, der auch Grillfleisch im Angebot hat. Hungrige können sich um jede Uhrzeit aber (fast) alles, was noch für das Abendessen oder den Grill fehlt, aus dem Automaten ziehen.

Neben Standardprodukten wie Milch, Eiern und Joghurt gibt es ein wechselndes saisonales Sortiment. Im Hochsommer sei hauptsächlich das Grillfleisch gefragt, so Karola Münster, Inhaberin des Hofladens. Wer eine Wurst haben will, muss nur Geld einwerfen, die Nummer seines Produktes wählen und schon liegt es unten in der Klappe.

Produkte werden jeden Tag aufgefüllt

Jeden Tag kümmert sich Münster mit ihren Mitarbeitern darum, dass alle angebotenen Produkte frisch sind. „Letztlich spiegelt das Sortiment unseren Hofladen“, sagt die studierte Landwirtin. Entsprechend klar ist, dass alle Produkte von in der Umgebung liegenden Höfen kommen.

Um das beliebte Grillfleisch kümmert sich die Landschlachterei Thies in Hemdingen. Da könne sich Münster sicher sein, dass es später auch ihre Kuh ist, die in verarbeiteter Form zurückkomme. Die Schlachterei bereite auch alles so vor, wie es dann im Automaten zu finden ist.

Zeit für die Mittagspause – dank Automat

Seit sechs Jahren gibt es den Automaten jetzt schon – und er ist immer noch außergewöhnlich einzigartig mit seinem Sortiment. Am Anfang habe es ein paar Kinderkrankheiten gegeben, doch mittlerweile funktioniere alles wunderbar. Münster sei froh, dass sie das Gerät hat: „Früher habe ich auch öfter mal während der Mittagspause etwas verkauft, weil noch jemand Eier oder etwas ähnliches haben wollte.“

Da wird die sowieso schon kurze freie Zeit noch kürzer. Jetzt kann Münster die Mittagszeit voll ihrer Familie widmen und trotzdem Notsuchenden außerhalb der Öffnungszeiten mit Eiern oder Sahne behilflich sein. Einige Scherereien gäbe es allerdings doch mit dem Automaten, so passiert es hin und wieder, dass Unbekannte mit Steinen die Glasscheibe demolieren. Aufgebrochen wurde der Automat Gott sei dank noch nicht. Im Gegensatz zu den sich häufenden Überfällen auf Milchautomaten.

"Wer konkurrenzfähig bleiben möchte, muss sich etwas einfallen lassen"

Ihren Hofladen betreibt Münster jetzt schon, seit sie mit ihrem Studium der Landwirtschaft fertig ist. Sie selbst ist auf dem Hof Kruse aufgewachsen. „Das wird einem mit der Muttermilch eingeflößt“ sagt Münster und lacht. Die Idee für einen Hofladen mit eigener Molkerei ist Münster mit ihrem Bruder Stefan Kruse gekommen, als sie den Hof von den Eltern übernehmen sollten.

Denn wer vor den Toren Hamburgs Landwirtschaft betreiben will und konkurrenzfähig bleiben möchte, muss sich etwas einfallen lassen. „Wir haben uns gesagt, wir müssen einen besonderen Weg finden, um an diesem Standort bleiben zu können“, so Münster. Dazu gehörte auch ein Automat mit 24-Stunden-Service.

Dieser Weg sei erfolgreich begangen worden und heute können sich alle an den regionalen Produkten sowohl aus dem Automaten als auch aus dem Hofladen erfreuen. Und dem spontanen Grillabend steht auch nichts mehr im Wege.

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