Kreis Pinneberg

Warum Quickborns Torfbahn-Team Zecken bekämpft

| Lesedauer: 3 Minuten
Carolin Bertsch
So sieht die Zeckenkarte mit Torfbahn-Motiv aus.

So sieht die Zeckenkarte mit Torfbahn-Motiv aus.

Foto: Arbeitsgemeinschaft Torfbahn Himmelmoor e.V.

Die Torfbahn darf zurzeit nicht fahren. Und im Moor gibt’s viele Zecken. Daraus muss sich doch was machen lassen...

Quickborn.  In den letzten Monaten mussten die ehrenamtlichen Betreiber der Quickborner Torfbahn ihre Runde durch das Himmelmoor immer allein fahren. Weil momentan keine Besucher auf den Loren sitzen dürfen, fehlt jetzt Geld. Um nicht nur auf Spenden angewiesen zu sein, haben sich die Mitglieder des Vereins jetzt etwas einfallen lassen: die Zeckenkarte. Sie kann auf der einen Seite das Geldproblem lösen und ist auf der anderen Seite ein praktikables Hilfsmittel, um unliebsame Zecken fachgerecht aus der Haut zu entfernen.

Wer schon mal zu Besuch im Himmel Moor war, weiß es möglicherweise: Die Gefahr, dass sich dort eine Zecke in der Haut festsaugt, ist groß. Das Probleme kennt auch Dan Zelck, der Erste Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Torfbahn Himmelmoor. „Unsere Mitarbeiter besitzen alle eine Zeckenkarte, die sie auch immer an die Besucher ausleihen.“ Zecken können gefährlich werden, da sie den Menschen mit Borreliose oder Frühsommer-Meningitis infizieren können. Deswegen sollten Menschen Zecken, die sie entdeckt haben, so schnell wie möglich entfernen. Dazu dient die Zeckenkarte. Sie besitzt eine kleine Lupe und zwei Schlitze, die sich zum Ende hin verjüngen. Zelck: „Damit geht man an die Zecke ran, die wird festgeklemmt und dann kann man sie einfach raushebeln.“

Ein Schlachter verkauft die Zeckenkarte

Auf die Zeckenkarte der Torfbahn ist eine Feldbahn gedruckt, wie sie früher fürs Torfwerk fuhr und heute normalerweise Ausflügler durchs Moor fährt. Es gibt sie für sieben Euro bei Fleischgourmet am Harksheider Weg in Quickborn. Der Inhaber des Geschäfts, Thomas Straube, geht oft mit seiner Frau und seinen Kindern durchs Himmelmoor. Der Verkauf läuft: „Schon am ersten Tag haben wir um 13:53 Uhr eine Karte verkauft“, sagt Dan Zelck. Natürlich sind Zeckenkarten auch in Apotheken erhältlich. „Dann hat man aber nicht das gute Gefühl, die Torfbahn zu unterstützen“, sagt der Vorsitzende.

Die historische Feldbahn im Himmelmoor wird von der Arbeitsgemeinschaft Torfbahn betrieben. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter halten die Gleise und Fahrzeuge instand. Personalkosten entstünden so zwar nicht, wohl aber Fixkosten. Unter anderem für Strom und die Versicherung muss die Arbeitsgemeinschaft monatlich eine dreistellige Summe aufbringen. Normalerweise deckt der Verein diese Kosten mit den Fahrten durch das Moor. Hauptsächlich Schulklassen, Kindergärten, aber auch viele Naturliebhaber nutzen dieses Angebot.

Weil die Fahrgäste auf der Feldbahn des Torfwerkes aber viel zu dicht gedrängt sitzen, fanden in den letzten Monaten keine Fahrten statt. Dementsprechend fällt der Umsatz hier aus. Die Idee für eine Zeckenkarte, „quasi als Souvenir von der Torfbahn“, gab es allerdings schon vor der Corona-Zeit, sagt Dan Zelck. Jetzt wird sie genau zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt, um die Torfbahn im Himmelmoor zu unterstützen.

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