Pinneberg

Brandstifter legen Feuer in ehemaligem DRK-Heim

| Lesedauer: 4 Minuten
Arne Kolarczyk
Eine gruselige Ruine: das ehemalige DRK-Heim in Pinneberg, hier mit einem speziellen Filter fotografiert.

Eine gruselige Ruine: das ehemalige DRK-Heim in Pinneberg, hier mit einem speziellen Filter fotografiert.

Foto: Nico Binde / HA

In dem seit 2012 leer stehenden Gebäude brennt es an mehreren Stellen. Beim Löschen steht die Feuerwehr vor einem Problem.

Pinneberg.  Es brannte an mehreren Stellen – und das Feuer wurde vorsätzlich gelegt: Brandstifter haben am Dienstagabend in dem leer stehenden Seniorenheim am Pinneberger Rehmen zugeschlagen. Die Feuerwehr hatte das Geschehen schnell unter Kontrolle. Die Polizei schätzt den Schäden in dem vor dem Abriss stehenden Gebäude auf 10.000 Euro. Sie ermittelt wegen Brandstiftung.

Um 19.17 meldete sich eine Zeugin bei der Leitstelle und gab an, eine Rauchsäule über dem ehemaligen DRK-Heim gesehen zu haben. Kurze Zeit später war die erste Streifenwagenbesatzung vor Ort und meldete, dass Rauch an verschiedenen Stellen aus dem Gebäude aufsteige. Um 19.26 Uhr traf das erste Löschfahrzeug ein. Einsatzleiter und Vize-Wehrführer Kai Halle erkundete das Gebäude von außen und schickte mehrere Löschtrupps unter Atemschutz rein. Zu diesem Zeitpunkt drangen die Rauchschwaden aus verschiedenen Öffnungen des Daches und aus zerstörten Fenstern.

Nachdem sich die Wehrleute gewaltsam Zutritt verschafft hatten, entdeckten sie den ersten Brandherd, der sich kurz hinter der Eingangstür befand. Er wurde mittels Druckluftschaum erstickt. Weitere Feuerwehrleute rückten von der anderen Seite aus in die Ruine vor und bekämpften die dort gelegten Brände. Die Drehleiter, die zwischenzeitlich ebenfalls eingetroffen war, wurde nicht benötigt.

Spuren deuten auf Menschen hin, die regelmäßig da sind

Nachdem das Feuer gelöscht war, suchten die Einsatzkräfte das Gebäude nach weiteren Brandherden ab und nahmen auch den nicht verqualmten Teil des ehemaligen Seniorenheims unter die Lupe. Gesucht wurde auch nach Personen, die sich zum Zeitpunkt des Feuers möglicherweise im Gebäude aufgehalten haben könnten. Es wurde jedoch niemand angetroffen.

Spuren und Überbleibsel deuten jedoch laut Feuerwehr darauf hin, dass sich regelmäßig Personen in dem seit 2012 geschlossenen Altenheim mit 94 Zimmern aufhalten. Es gehört seit 2016 der Stadt. Erst im Januar hatte die SPD moniert, das Gebäude sei nur durch ein „Betreten verboten“-Schild gesichert. Es gebe keine Zäune, die Türen seien nur angelehnt, innen überall Graffiti und Scherben. Die Stadt gab an, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen und die Sicherungsmaßnahmen nach Aufbrüchen regelmäßig zu erneuern.

Das 1964 gebaute Haus, in dem lange Zeit bis zu 120 Senioren lebten, soll einem Neubau mit 30 geförderten Wohnungen für Studenten oder junge Erwachsene in der Ausbildung weichen. Das Projekt gehört zur Erschließung des Rehmenfelds, auf dem irgendwann einmal bis zu 300 Wohnungen entstehen könnten.

Plötzlich gab’s einen Wasserrohrbruch

Bis dahin könnte die Ruine jedoch noch häufiger für Negativschlagzeilen sorgen. Die Feuerwehr sah sich am Dienstagabend noch mit einem weiteren, unerwarteten Problem konfrontiert. Kurz nach Aufnahme der Löscharbeiten bildete sich unter einem der Fahrzeuge eine große Pfütze. Der Fahrzeugtank war zum Glück nicht geplatzt – wohl aber die Wasserleitung unter der Straßendecke.

Die angeforderten Stadtwerke kümmerten sich um das Abstellen und die Reparatur der Wasserleitung. Der Wasserrohrbruch löste zwar einen Druckabfall aus, hatte jedoch keinen Einfluss auf die Löscharbeiten. Bei einem größeren Feuer wäre das anders gewesen. Dann hätten die Einsatzkräfte Wasser aus dem See der Wasserskiarena herbeischaffen müssen, was zusätzlich Personal und Material erfordert und kostbare Zeit gekostet hätte. Um 20.34 konnten die 26 Einsatzkräfte der Feuerwehr in die Wache zurückkehren.

Die Brandermittler der Kriminalpolizei Pinneberg suchen jetzt nach Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Personen im Umfeld des Gebäudes gesehen haben oder etwas über die Brandlegung wissen. Hinweise werden unter der Telefonnummer 04101/20 20 entgegengenommen.

( kol )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg