Pinneberg
Ausstellung

Pinneberg zeigt Bilder von Frauen auf der Flucht

Eindrückliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind bald in Pinneberg zu sehen: Eine jesidische Frau, die in einem Flüchtlingscamp neben einer Tür aus Zeltplane steht.

Eindrückliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind bald in Pinneberg zu sehen: Eine jesidische Frau, die in einem Flüchtlingscamp neben einer Tür aus Zeltplane steht.

Foto: Frank Schultze

Zum Frauentag wird im Rathaus eine Schau mit 36 Aufnahmen gezeigt – Dokumentarfotos von internationalem Rang.

Pinneberg.  Von festen, schützenden Wänden können Frauen, die flüchten müssen, lange Zeit nur träumen. Und weltweit sind etwa die Hälfte der Flüchtenden weiblich, Mädchen und Frauen – geschätzt also etwa 30 Millionen, die hinter Lumpen oder Zeltbahnen auf eine Zukunft hoffen. Im Eingangsfoyer des Pinneberger Rathauses eröffnet am 7. März zum Internationalen Frauentag (8. März) eine Ausstellung, die das Leben solcher Frauen dokumentiert. Sie dauert bis zum 19. März.

Neun überwiegend weibliche Fotografen haben sich auf den Weg in den Libanon, nach Syrien, in den Irak, die Türkei und zu geflüchteten Frauen in Deutschland gemacht, um ihrem Schicksal nachzugehen. Um das nach wie vor aktuelle Thema im öffentlichen Bewusstsein zu halten, haben sich die Integrationsbeauftragte und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Katharina Kegler und Deborah Azzab-Robinson gemeinsam dafür eingesetzt, dass die Wanderausstellung auch in Pinneberg Station macht. Es sind Ergebnisse des Lagois Fotowettbewerbs 2016.

„Uns ist die Sensibilisierung für die Situation geflüchteter Frauen wichtig. Und dass sie in der Mitte unserer Gesellschaft aufgenommen werden“, sagt Azzab-Robinson. Eine sehr wichtige Fotografin ist die in Syrien geborene, in Berlin lebende Kurdin Sonja Hamad, die den Fotopreis des Wettbewerbs bekommen hat. Sie porträtierte junge Frauen, die sich der kurdischen Miliz angeschlossen haben: Diljin (21), Zilan (19) oder Jihan (25), deren Haltung Härte und Kaltblütigkeit, deren Blick Trauer und Misstrauen ausdrücken, die eine zerbrechlich, die andere kräftig, die Waffe im Anschlag. Frauen, die eben keine offenkundigen Opfer sind, sondern den Kampf aufgenommen haben.

„Ohne Übertreibung kann man sagen, dass die gegenwärtige kurdisch-feministische Bewegung aus militärischem, ideologischem und organisatorischem Blickwinkel weltweit als die stärkste Bewegung im Namen der Frauenrechte bezeichnet werden kann“, sagt die Fotografin.

Aber überwiegend sind flüchtende Frauen im Fokus der 36 Fotos umfassenden Ausstellung. Kurdische Frauen fliehen, weil sie unter dem patriarchalischen System leiden, sie fühlen sich durch den türkischen Staat unterdrückt oder werden durch die Terroristen vom IS gepeinigt und verfolgt, schreibt Hatice Ogur. Wie sie leben, hat sie in Städten und Flüchtlingscamps im Irak und der Türkei festgehalten.

„Frauen auf der Flucht“ Eingangsfoyer Rathaus Pinneberg, Bismarckstr. 8, Eröffnung Sa, 7.3., 11 Uhr, bis 19.3., Öffnungszeiten Rathaus: Mo, Di, Do: 8.30-13 Uhr, Di auch 14.30-18 Uhr.