Pinneberg
Elmshorn/Horst

Der Grenzweg-Ausbau nimmt wieder Fahrt auf

Der Grenzweg, der hier in Elmshorn auf die Wittenberger Straße (K23)  trifft, soll bis zur A23-Auffahrt in Horst ausgebaut werden.

Der Grenzweg, der hier in Elmshorn auf die Wittenberger Straße (K23) trifft, soll bis zur A23-Auffahrt in Horst ausgebaut werden.

Foto: Burkhard Fuchs

Die Verbindungsstraße von Elmshorn zur A23 könnte 2025 fertiggestellt sein. Steinburg hat 2,7 Millionen Euro bis 2023 eingeplant.

Elmshorn/Horst.  Pinneberg hat drei Autobahn-Zufahrten, Itzehoe zwei – aber die Stadt Elmshorn, die größer als beide Kreisstädte ist, nur eine, sagt Paul Raab. Der Elmshorner Zweigstellenleiter der Industrie- und Handelskammer zu Kiel hat mit Vertretern des Kreises Steinburg und des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste im Verkehrsausschuss des Kreises für den Ausbau des Grenzweges zwischen Elmshorn und Horst geworben. Und offene Türen eingerannt.

Auch die Kreispolitiker würden es einhellig begrüßen, wenn es eine ausgebaute Direktverbindung von der Wittenberger Straße in Elmshorn bis zur A-23-Auffahrt Horst/Elmshorn gäbe. Diese quasi zweite Anschlussstelle für Elmshorn könnte bis 2025 realisiert werden, kündigt Carsten Salz an, der im Auftrag des Kreises Steinburg dieses schon seit Jahrzehnten geplante Straßenbauprojekt jetzt endlich zu Ende planen soll.

2008 gab es eine konkrete Kostenvereinbarung

Die Planung, den Grenzweg auszubauen, geht bis in die 80er-Jahre zurück und ist damit ähnlich alt und bislang nicht vollendet wie der Neubau der Kreisstraße 22 zwischen Uetersen und Tornesch. So scheiterte das Projekt damals am Widerstand der Elmshorner Stadtpolitik, die ökologische Bedenken gegen den Straßenbau hatte. 1999 kam die Idee wieder auf, als in Klein Offenseth-Sparrieshoop ein neues Gewerbegebiet geplant wurde.

2008 gab es eine konkrete Kostenvereinbarung, in der der Kreis Pinneberg 720.000 Euro für seinen 30-Prozent-Anteil am Straßenbau zusagte. Steinburg sollte 49,8 Prozent, Horst 13,4 Prozent und Elmshorn 6,8 Prozent übernehmen. Aber weil immer wieder die Förderung durchs Landes – 70 Prozent der Gesamtkosten – ungewiss war, blieb der Grenzweg-Ausbau bis heute ein Schubladenprojekt.

Doch das sei jetzt anders, so IHK-Leiter Raab und Unternehmensverbandschef Ken Blöcker. Die Landesregierung habe das Projekt dem Grunde nach für förderfähig erklärt. „Die Finanzierungszusage liegt quasi auf dem Tisch“, sagt Blöcker.

IHK-Chef: Straße würde die Wirtschaft beflügeln

Die Wirtschaftsvertreter versprechen sich vom Grenzweg-Ausbau eine erheblich bessere Anbindung der Unternehmen im Süden Steinburgs und im Norden Elmshorns an die A 23. „Das beflügelt die Wirtschaft und wird sich bis nach Klein Nordende und Uetersen auszahlen“, ist Raab überzeugt. Eine Aussage, die Kreis-Wirtschaftsförderer Harald G. Schroers von der WEP unterstützt. „Das würde einen Lagevorteil für Elmshorn bedeuten.“ Nach Raabs Angaben würden bis zu 1500 IHK-Unternehmen davon direkt profitieren.

Im Kreis Steinburg seien bereits 2,7 Millionen Euro an Planungs- und Grunderwerbskosten bis 2023 in den Haushalt eingestellt, sagt Steinburgs Baudezernent Otto Carstens. Mit der konkreten Planung ist der Planer Salz beauftragt, der den Planfeststellungsbeschluss bis 2023 erwirken will. Frühestens 2025 könnte der Ausbau fertig sein, sofern es keine Einsprüche und Klagen von Anwohnern gebe. „Aber wir arbeiten eng mit den betroffenen Bürgermeistern zusammen, um alle Einwände im Vorwege auszuräumen“, sagt Carstens.

Mögliche Gesamtsumme liegt bei zwölf Millionen Euro

Geplant ist, dass die Landesstraße 288 von der A-23-Abfahrt am Kreisel in Horst geradeaus über die Max-Planck-Straße und dann zehn Meter entfernt parallel zum Grenzweg weitergeführt wird. Etwa in Höhe des Seemoorweges soll die Bahntrasse überquert werden und die ausgebaute Straße in Richtung Osten zur Wegespinne Horster Landstraße/An der Bundesstraße an der Orts- und Kreisgrenze von Elmshorn abknicken.

Konkrete Angaben, was dieser Straßenausbau den Kreis Pinneberg nun kosten würde, gibt es noch nicht. „Die letzte Schätzung von 870.000 Euro stammt aus dem Jahr 2008“, sagt Fachbereichsleiter Jürgen Tober. Doch die seien mit Sicherheit heute „überholt“. Er erwarte nun, aktuelle Berechnungen aus Itzehoe zu erhalten. Dezernent Carstens nennt auf Nachfrage des Abendblatts nun zwölf Millionen Euro als mögliche Gesamtsumme, wovon das Land im besten Falle etwa acht Millionen tragen sollte. Dann läge der Anteil des Kreises bei etwa 1,2 Millionen Euro, der von Elmshorn bei etwa 300.000 Euro.

Ausschussvorsitzender Jens Petersen hat eine Idee, wie die neue Straße heißen könnte: „Verbindungsweg“, weil er zwei Kreise miteinander verbinde. Er sagt: „Es ist gut, wenn das Projekt jetzt wieder Fahrt aufnimmt.“