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XFEL-Campus in Schenefeld erhält ein Gästehaus

So sieht das neue Gästehaus auf dem XFEL-Areal aus, dessen Bau sich aufgrund von Umweltauflagen verzögert hat.

So sieht das neue Gästehaus auf dem XFEL-Areal aus, dessen Bau sich aufgrund von Umweltauflagen verzögert hat.

Foto: Blunck+Morgen Architekten/European XFEL / European XFEL

Nach Verschiebung entsteht nun die Herberge mit 58 Zimmern für Wissenschaftler. Baubeginn für Besucherzentrum erfolgt 2021.

Schenefeld.  2015 machte die Schenefelder Politik den Weg frei, der für 2016 und später für 2017 anvisierte Baubeginn blieb aus. Jetzt ist endlich der Startschuss für den Bau des Gästehauses auf dem Gelände von European XFEL gefallen. Das Gebäude umfasst 58 Betten in 55 Zimmern, kostet sieben Millionen Euro und soll 2021 bezugsfertig sein. „Es gab mehrere Gründe für die Verzögerung“, sagt European XFEL-Sprecher Bernd Ebeling. Es sei die Entscheidung gefallen, ein anders Bauprojekt vorzuziehen, zudem habe sich das Genehmigungsverfahren verzögert, und aus Gründen des Naturschutzes habe man die Erdarbeiten nach hinten verschoben.

Vor zwei Jahren hat das einzigartige Forschungsprojekt an der Schenefelder Holzkoppel den Betrieb aufgenommen. Kernstück ist der Röntgenlaser XFEL, was für X-Ray-Free-Electron Laser steht. Die unterirdische Anlage erstreckt sich auf einer Länge von 3,4 Kilometern bis nach Bahrenfeld, erzeugt werden 27.000 Röntgenblitze pro Sekunde. Auf dem auch als European XFEL Campus bezeichneten Gelände arbeiten etwa 450 Mitarbeiter sowie externe Gäste.

Seit Betriebsbeginn im September 2017 kommen Wissenschaftlergruppen aus aller Welt jeweils für eine Woche nach Schenefeld, um hier ihre Experimente tätigen zu können. Da Anlage und Experimente rund um die Uhr laufen, ist eine standortnahe Unterbringung für die Gäste von Vorteil. Das ist mit der Fertigstellung des Gästehauses möglich.

„Wir freuen uns sehr, unseren Nutzern künftig auch eine komfortable Unterkunft direkt auf dem Campus anbieten zu können,“ so European XFEL-Geschäftsführerin Nicole Elleuche. Das Gästehaus werde hauptsächlich von den Wissenschaftlern genutzt. „Die Experimente am European XFEL erfordern oft viel Aufmerksamkeit über einen langen Zeitraum hinweg. Die Möglichkeit, sich in der Nähe zu erholen, wird unseren Gästen helfen, sich voll und ganz auf die Wissenschaft zu konzentrieren“, sagt die Geschäftsführerin.

Als Bauherr und Eigentümer wird European XFEL das neue Gebäude mit einem Team unter der Leitung eines erfahrenen Hotelmanagers betreiben. Die Baukosten liegen bei knapp sieben Millionen Euro. Das Gästehaus wird vier Stockwerke haben und in Sichtweite des Betriebsrestaurants „Beamstop“ gebaut. Die Räume sollen zugleich modern und funktionell ausgestattet werden.

Das Gästehaus ist nur eines von gleich mehreren Vorhaben, die auf dem Campus in Schenefeld realisiert werden sollen. Aktuell im Bau befindet sich eine Halle zur Prüfung und Einstellung von Undulatorsegmenten, die im nächsten Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Dann könnten auch die Planungen für das Projekt abgeschlossen sein, das XFEL in der Öffentlichkeit noch präsenter machen soll: Geplant ist ein Besucherzentrum, das auch ein Schülerlabor enthalten soll.

„Die Finanzierung ist mittlerweile gesichert, derzeit läuft die Planung“, sagt XFEL-Sprecher Ebeling. Ein Architektenwettbewerb befasse sich mit der Gestaltung des Gebäudes, ein zweiter Wettbewerb drehe sich um das Konzept für die Anlage. „Wir brauchen das Jahr 2020 für die Planung und gehen von einem Baubeginn in 2021 aus“, so Ebeling weiter. Das Besucherzentrum werde direkt im Eingangsbereich entstehen und solle möglichst zum Besuchermagneten werden. Derzeit ist nur die XFEL-Kantine mit Namen Beamstop öffentlich zugänglich. Der private Betreiber zählt derzeit durchschnittlich 200 Gäste pro Tag, 14 Prozent kommen von außerhalb.

Die Forschungsanlage soll 1,25 Milliarden Euro gekostet haben. Zwölf Länder sind an ihr beteiligt – Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien, Ungarn und das Vereinigte Königreich.