Pinneberg
Ellerbek

Abgebissene Fingerkuppe führt zu Hamburger Tatverdächtigem

Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht (Symbolbild).

Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht (Symbolbild).

Foto: Arno Burgi / picture alliance / dpa

Opfer hatte sich massiv genug gewehrt, um einer Vergewaltigung zu entgehen. Das abgebissene Körperteil führte zum mutmaßlichen Täter.

Ellerbek.  Zwei Tage, nachdem eine 23-jährige Frau in Ellerbek ihrem Angreifer bei einer versuchten Vergewaltigung die Fingerkuppe abgebissen hatte, hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen 35 Jahre alten Mann aus Hamburg. Er hat in seiner Vernehmung geschwiegen.

Ein Richter am Amtsgericht Itzehoe erkannte einen dringenden Tatverdacht und erließ gegen den 35-Jährigen Haftbefehl wegen versuchter Vergewaltigung. Der Libanese verfügt über einen festen Wohnsitz in Deutschland, der Richter erkannte angesichts der hohen Straferwartung jedoch eine Fluchtgefahr. Ein Zeuge hatte die Ermittler auf die Spur gebracht. Dem Mann fehlt eine Fingerkuppe.

DNA-Analyse der Fingerkuppe soll Gewissheit bringen

Laut Polizei besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die am Tatort aufgefundene und sichergestellte Fingerkuppe von dem Hamburger stammt. Gewissheit soll eine bereits in Auftrag gegebene DNA-Analyse erbringen. Das Ergebnis der Untersuchung wird jedoch erst in einigen Tagen vorliegen.

Die Attacke hatte sich in der Nacht zu Sonntag ereignet. Das 23 Jahre alte Opfer hatte gegen 1.30 Uhr den AKN-Zug der Linie A 1 an der Haltestelle Schnelsen verlassen und war zu Fuß auf dem Gehweg der Pinneberger Straße in Richtung Ellerbek unterwegs.

Opfer wehrte sich mit allen Kräften gegen den Täter

In Höhe der Einmündung Flagentwiete, kurz nach der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein, traf sie auf den Täter, der plötzlich an die Frau herantrat, sie berührte und schließlich zu Boden zog. Um der Vergewaltigung zu entgehen, wehrte sich die 23-Jährige sehr stark und biss ihrem Peiniger die Fingerkuppe ab.

Dieses Körperteil führte letztlich zu dem Mann, den die Frau wegen der Dunkelheit zunächst nicht näher beschreiben konnte.