Pinneberg
Pinneberg

Wird die Grund- und Gemeinschaftsschule nun saniert?

Ein Schüler meldet sich im Unterricht (Symbolbild).

Ein Schüler meldet sich im Unterricht (Symbolbild).

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Über die Finanzierung des Neubaues einer Grundschule auf dem Gelände der GuGS im Quellental entscheidet der Schulausschuss am Mittwochabend.

Pinneberg.  Beide Augen zudrücken und zugleich weiterkämpfen – das hatte Schuldirektor Thomas Gerdes von der Grund- und Gemeinschaftsschule (GuGS) im Quellental erst schmerzhaft lernen müssen, weil wichtige Teile seiner Schule in einem desaströsen Zustand sind – und das seit vielen Jahren. Jetzt scheint endlich Land in Sicht: Nachdem die Verwaltung im Herbst 2018 einen Generalplaner beauftragt hatte, steht nun eine detaillierte Planung. Die Baumaßnahmen an der GuGS sind in der heutigen Sitzung des Schulausschusses ein zentrales Thema.

Konkret entschieden wird über den Neubau eines Grundschulgebäudes auf dem GuGS-Gelände mit den dazugehörigen Außenanlagen – und über die Maßnahmen, die vorab nötig sind, um die Infrastruktur zu schaffen, die den Schulbetrieb während der Bauarbeiten sicherstellt. Zusammen soll das 11,204 Millionen Euro kosten, die Summe wäre dann in den Haushalten 2020 bis 2022 einzuplanen. Für die Vorplanung der neuen Grundschule gibt es Aussichten auf Förderung über das Kommunalförderungsgesetz II.

Damit es nun in vergleichsweise wenig Zeit so weit kommen konnte, hat es eine intensive, direkt an den Bedürfnissen der Schule orientierte Zusammenarbeit gegeben. Im Gegensatz zu früheren Zeiten haben jetzt der Fachbereich für Schule bei der Stadt, der Kommunale Servicebetrieb, der Projektplaner und der Projektsteuerer eng kooperiert.

In vielen Treffen haben dann die Schulleitung, die Lehrkräfte und Eltern „Hand in Hand das vorliegende Planungsergebnis erarbeitet“, sagt Direktor Thomas Gerdes. Sie alle hätten „die Anforderungen an heutige Schule und die Wirtschaftlichkeit im Blick“ gehabt.

Der schlechte bauliche Zustand führt zu Abwanderungen

Zur Umsetzung des ersten Bauabschnittes (vorbereitende, infrastrukturelle Maßnahmen) sieht Gerdes keine Alternative, „die Förderung von drei Millionen Euro würde ansonsten verfallen.“ Vor mehreren Jahren habe die Ratsversammlung die Komplettsanierung und Erweiterung seiner Schule beschlossen, „aus meiner Sicht ist dieser Beschluss noch gültig und wartet auf Umsetzung.“

Die tägliche Arbeit an der GuGS ist, wie schon mehrfach berichtet, bis heute kein Zuckerschlecken: „Uns fehlen zahlreiche Räume für die Umsetzung pädagogischer Anforderungen, etwa Fachräume und Flächen für das hohe Maß an inklusiven Maßnahmen.“

Die Kapazitätsgrenzen von Aula und Mensa seien bereits jetzt überschritten und trügen der Entwicklung der Schule in den vergangenen zehn Jahren schon lange nicht mehr Rechnung. Gerdes: „Wir müssen nahezu täglich improvisieren, um den gestellten Forderungen gerecht zu werden. Die hohe Anzahl an notdürftigen Reparaturen verstärkt dies.“

Und noch etwas bekommt er seit einiger Zeit zu spüren - obwohl die GuGS wegen ihres umfangreichen und qualitativ hochwertigen Angebotes der Offenen Ganztagsschule gleich zweimal als Zukunftsschule Schleswig-Holsein ausgezeichnet wurde: Der schlechte bauliche Zustand der Schule führt zu Abwanderungen von Schülern nach Rellingen, Moorege und Halstenbek. „Bewerberinnen und Bewerber entscheiden sich des Öfteren für andere Schulen und begründen dies regelmäßig mit dem Zustand der Schule“, sagt Gerdes.

Dabei sei die GuGS kein Einzelfall in der Stadt: „Für viele Pinneberger Schulen ist es aufgrund von Ausstattung und baulichem Zustand erheblich erschwert, geeignete Lehrkräfte zu finden.“