Pinneberg
Verwaltung wächst

Quickborn weiht nun Rathaus Nummer drei ein

Bürgervorsteher Henning Meyn (v. l.), Fachbereichsleiter Erik Grasselt und Bürgermeister Thomas Köppl auf dem Balkon der neuen Außenstelle.

Bürgervorsteher Henning Meyn (v. l.), Fachbereichsleiter Erik Grasselt und Bürgermeister Thomas Köppl auf dem Balkon der neuen Außenstelle.

Foto: Foto: Fuchs

Wachsende Verwaltung muss aus Platzgründen eine weitere Außenstelle eröffnen . Sie befindet sich im Forum direkt am AKN-Bahnhof.

Quickborn.  Die Quickborner Verwaltung wächst. Mehr Mitarbeiter müssen mehr Aufgaben bewältigen. Das Rathaus ist dafür zu klein geworden. Mit der Anmietung sieben neuer Büroräume im dritten Stock des Forums am Bahnhof hat die Quickborner Verwaltung nach den Fachbereichen Jugendpflege sowie Ehrenamt und Kultur, die in zwei Einfamilienhäusern am Freibad untergebracht sind, ihre dritte Außenstelle eingerichtet. „Mit der Verwaltungsgemeinschaft mit Ellerau reicht der Platz im Rathaus jetzt nicht mehr aus“, sagt Erik Grasselt vom Fachbereich Recht und interne Dienste über den Umzug der zehn Kollegen aus dem Rathaus in das etwa 300 Meter entfernte Gebäude.

Dort, im bislang weitgehend ungenutzten Obergeschoss, habe die Verwaltung 200 Quadratmeter Büroflächen angemietet, die sich nun die sieben Mitarbeiter der Stadtplanung mit den drei Mitarbeitern teilen, die die Verwaltungsgemeinschaften mit Hasloh und Bönningstedt koordinieren. Aus ihren Fenstern schauen sie entweder direkt auf den Bahnsteig des AKN-Bahnhofs oder auf den Vorplatz des Forums. Die 20 zusätzlichen Mitarbeiter, die Quickborn durch die Verwaltungsgemeinschaft mit Ellerau zum 1. Juli dazugewonnen hat, arbeiten je zur Hälfte in den Rathäusern in Quickborn und Ellerau. Die Lösung mit den Außenstellen sei der Raumnot geschuldet und werde wohl auch nicht länger als die 15 Jahre andauern, die der Mietvertrag laufe, sagt Bürgermeister Thomas Köppl.

Langfristig wieder alle Mitarbeiter an einem Standort

Aber im Rathaus sei zurzeit nur Platz für 90 der 130 Mitarbeiter der Kernverwaltung. „Das ist keine dauerhafte Lösung. Langfristig müssen wir alle Mitarbeiter wieder an einem Standort haben.“ Dies werde sich aber fast von alleine lösen, „nicht, weil wir Mitarbeiter wegrationalisieren wollen, sondern weil wir schlichtweg keine mehr bekommen“, meint der Verwaltungschef. „Wir werden deshalb dauerhaft mit weniger Personal auskommen müssen.“ Der zunehmende Fachkräftemangel werde den Druck in den kommunalen Verwaltungen erhöhen, immer mehr zusammenzuarbeiten, Kooperationen zu bilden und auf die Digitalisierung zu setzen.

Allein in der Quickborner Verwaltung, die jetzt mit den Nachbargemeinden 36.000 Menschen verwaltet, werde bis 2030 jeder dritte Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Das gelte auch für ihn, sagt der 53 Jahre alte Verwaltungschef, der seit 15 Jahren im Amt ist.

Bürgermeister trauert Anbau mit Polizeistation nach

Die beste Lösung für Stadt, Bürger und Verwaltung wäre gewesen, wenn die Politik vor rund zehn Jahren dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt wäre, einen Anbau ans Rathaus zu realisieren und darin auch die Polizeistation zu integrieren. Doch das wurde damals abgelehnt, bedauert Köppl. Heute sei es zu spät. „So ein Fenster öffnet sich immer nur für kurze Zeit.“ Aktuell suche die Polizei gerade einen neuen Standort, der wohl bis Ende des Jahres auch zentrumsnah gefunden sei, wie die Verhandlungen mit der Landesimmobiliengesellschaft zeigten, so Köppl. Von einem Anbau ans Rathaus ist dafür aber keine Rede mehr. Für die Bürger, die die Verwaltung persönlich erreichen möchten, ändere sich dadurch jetzt nichts. Die beiden Abteilungen hätten im Wesentlichen strategische Aufgaben, die weitgehend ohne Besucherverkehr abliefen, erläutert Köppl. Die Architekten und Ingenieure, die die Fachplaner sprechen möchten, oder die beiden Bürgermeister Rolf Lammert und Bernhard Brummund aus Hasloh würden ohnehin Termine mit ihren Ansprechpartnern absprechen.

Neben dem Edeka-Markt ist die Quickborner Stadtverwaltung ohnehin Hauptmieter in dem vor etwa 15 Jahren eingeweihten Bahnhofsforum-Komplex. Volkshochschule und Stadtbücherei verfügen darin zusammen über 1300 Quadratmeter.