Agenda 2019

Quickborn verwaltet dritte Nachbarkommune

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Burkhard Fuchs
Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl.

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl.

Foto: Burkhard Fuchs

Verwaltungsgemeinschaft mit Ellerau beginnt im Sommer. Neubauvorhaben von Kirche, Kita, Schule und Feuerwehr. Hasloh wächst kräftig.

Quickborn/Bönningstedt/Hasloh.  Was passiert 2019 bei den Bürgern vor ihrer Haustür? In unserer Serie berichten wir über Projekte und Vorhaben in den Städten und Gemeinden des Kreises Pinneberg. Heute geht es um die Stadt Quickborn, ihre Nachbargemeinden Bönningstedt, Hasloh und um Ellerau im Kreis Segeberg.

Rathaus Ellerau: Im Sommer wächst die Quickborner Verwaltung erneut geografisch. Nach Hasloh und Bönningstedt, die die Stadt Quickborn seit Januar 2013 als amtsfreie Gemeinden verwaltet, kommt im Juli die Nachbargemeinde Ellerau aus dem Kreis Segeberg hinzu. Die kreisübergreifende Verwaltungsgemeinschaft umfasst dann etwa 36.000 Einwohner. 20 Mitarbeiter würden dafür neu eingestellt, jeweils zehn, die im Bürgerbüro des Rathauses Ellerau und im Rathaus Quickborn arbeiten, kündigt Bürgermeister Thomas Köppl an. Acht Mitarbeiter, die bislang in der Verwaltungsgemeinschaft mit Norderstedt arbeiten, werden übernommen. In der Verwaltung sind dafür jetzt drei von zwölf Fachbereichen zusammengelegt worden. „Wichtig ist, dass alle Empfänger von Sozialleistungen ihr Geld nahtlos weiterbekommen“, sagt Köppl. 1,3 Millionen Euro lässt sich Quickborn diesen Service pro Jahr von Ellerau bezahlen. Die Öffnungszeiten in beiden Rathäusern bleiben so wie sie sind.

Rathaus Quickborn: Für die Digitalisierung hat Quickborn mit dem IT-Experten Mark Schutz jetzt einen eigenen Beauftragten eingestellt. Dieser soll dafür sorgen, dass künftig alle Behördenakten elektronisch angelegt, die Mitarbeiter geschult werden und die Bürger Anträge online stellen und Bescheide erhalten können. Für die Hundesteuer und das Melden von Schäden ist das schon möglich. Aber selbstverständlich würden auch weiterhin schriftliche und telefonische Hinweise und Anfragen bearbeitet, verspricht Bürgermeister Köppl. „Es wird künftig verstärkt darauf ankommen, dass Verwaltungen den Hilfebedarf der Bürger erkennen und sie entsprechend beraten können.“ IT-Beauftragter Schutz sagt: „Der Bürger darf nicht zu einer Nummer werden, wohinter der Mensch verschwindet.“

Schulen: Im Frühjahr ist der erste Abschnitt der Sanierung des Elsensee-Gymnasiums abgeschlossen. Dann wird auch der neue Zwischentrakt fertig sein, der die 800 Oberschüler mit der Goetheschule verbindet, wenn im nächsten Jahr die 200 Grundschüler von der Goethestraße hierher umziehen werden. 18 Millionen Euro investiert die Stadt insgesamt in das Schulzentrum-Süd. Als nächstes wird die Komplettsanierung der Waldschule in Angriff genommen, wofür die Planung bis zum Herbst abgeschlossen sein muss, sonst fallen Landeszuschüsse weg. Hierfür sind noch einmal zehn Millionen Euro vorgesehen.

Awo-Kita: Auf dem ehemaligen Gelände einer Baufirma an der Zeppelinstraße eröffnet im Mai die zehnte Kita Quickborns. Im neuen von der Awo betriebenen Kindergarten werden 160 Kinder betreut. Die Stadt mietet das Gebäude langfristig, das sie sich von der Firma Zeppelin für fünf Millionen Euro bauen lässt.

Neubau ev. Gemeindezentrum: Im Frühjahr wird auch das neue Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh an der Ellerauer Straße eingeweiht, das gerade für 2,5 Millionen Euro neu errichtet wird. Danach soll dann das alte Gemeindehaus abgerissen und das Areal mit etwa 30 Wohnungen bebaut werden. Auch die alten Pastorate verschwinden und werden auf der anderen Seite des Kirchengrundstücks an der Bahnhofstraße neu gebaut.

Verkehrsgutachten, Kieler Straße/B 4: Das städtebauliche Verkehrsgutachten zur Kieler Straße ist in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse könnten im Laufe des Jahres vorliegen, wie die elf Meter breite und mit 14.000 Fahrzeugen täglich befahrene Hauptdurchgangsstraße B 4 Quickborns verkehrsberuhigt, verkleinert und wieder mit Bäumen als Allee erkennbar und gemütlicher gestaltet werden kann. Auch ein zweiter Radweg soll dort gebaut werden, ohne Parkflächen für die Geschäfte einzuschränken.

NS-Gedenkstätte: Der Trägerverein des Henri-Goldstein-Hauses will das noch im Originalzustand erhaltene ehemalige Gefängnis von jüdischen Zwangsarbeitern zu einer offiziellen, der 13. NS-Gedenkstätte in Schleswig-Holstein, anerkennen lassen. Die Stadt steht in Verhandlungen, die zurzeit noch bewohnten Gebäude am Himmelmoor dafür von den Landesforsten zu pachten und an den Trägerverein weiterzugeben. Doch bislang seien die Preisvorstellungen des Eigentümers Land dafür noch zu hoch, sagt Bürgermeister Köppl. Ihm wäre sogar lieber, das Land würde sie an den Verein vermieten, dann sparte sich die Stadt die Investitionen von 1,2 Millionen Euro, um die Gebäude zu sanieren und mit Wasserversorgung, Kanalisation, Heizung und neuer Elektrik auszustatten.

Bahnübergang Bahnhof Ellerau: Ein jahrelanges Ärgernis für die Menschen an der Bahnstraße wird endlich beseitigt. Seit acht Jahren ist der direkte Zugang zum AKN-Bahnhof Ellerau für sie gesperrt. Sie müssen stattdessen einen langen Umweg durch einen dunklen Fußgängertunnel in Kauf nehmen. Ende vorigen Jahres haben sich Quickborn und
Ellerau über die Finanzierung des 200.000-Euro-Projektes geeinigt, wovon Ellerau 60.000 Euro beisteuert. Die Landesstraße 76 wird dafür verschwenkt und ein sicherer Übergang mit einer Ampel an der Straße geschaffen.

Zweiter FF-Standort: Die Feuerwache erhält auf dem Gelände der Straßenmeisterei an der A 7, Friedrichsgaber Straße, einen zweiten Standort für Mannschaft und zwei Fahrzeuge. Damit soll der Brandschutz im stark wachsenden Stadtteil Quickborn-Heide sichergestellt werden, für den die Wache an der Marktstraße zu weit weg ist. Kosten: 1,9 Millionen Euro. 2020 soll die zweite Feuerwache in Betrieb gehen.

Bönningstedt, Kita Zwergenhütte: Der Kindergarten Zwergenhütte soll die Krippengruppe, die bislang in der Altentagesstätte betreut wird, mit weiteren zehn Plätzen durch einen Umbau integrieren. Dann werden dort insgesamt 90 Kinder betreut. Kosten: 100.000 Euro.

Bönningstedt, Neues Gewerbegebiet, Ellerhorst: Die Gemeinde Bönningstedt will ihr Gewerbegebiet im Nordwesten des Ortes erweitern, wo bereits zahlreiche erfolgreiche Firmen ihren Sitz haben. Damit sollen die vielen Anfragen ortsansässiger Betriebe bedient werden, die sich vergrößern wollen, kündigt Bürgermeister Rolf Lammert an. Auch ein neuer Flächennutzungsplan soll in diesem Jahr erarbeitet werden.

Hasloh, Baugebiet Neue Mitte, Mittelweg/Kronkamp: Die 3500 Einwohner zählende Gemeinde Hasloh will kräftig weiterwachsen. Das aus dem Boden gestampfte Neubaugebiet Neue Mitte, das bereits mit etwa 50 Wohnhäusern, neuer Kirche und Kita seit 2013 bebaut ist, wird weitere 130 Wohneinheiten erhalten.

Hasloh, Volksbank wird Dörphus, Garstedter Weg 27: Im Frühjahr zieht das Gemeindebüro im Dörphus auf die andere Straßenseite in die ehemalige Volksbank-Filiale, die Hasloh Ende 2018 von der Volksbank für 240.000 Euro erworben hat. Geldautomat und Kontoauszugsdrucker bleiben im Eingangsbereich in Betrieb.

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